„Corona-Proteste“ in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind Motor der Radikalisierung

Die Träger und Projekte der Mobilen Beratung aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (Kulturbüro Sachsen e.V., Miteinander e.V. und MOBIT) haben heute eine gemeinsame Einschätzung zu dem Protestgeschehen vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie veröffentlicht.

Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erleben derzeit eine wachsende Protestmobilisierung im Zeichen der Corona-Krise und entwickeln sich zum Motor einer bundesweiten Radikalisierung der Pandemie-Leugner*innen-Szene. Die Demonstrationen stellen eine große Herausforderung für zivilgesellschaftliche Akteur*innen dar, die sich vor Ort für eine demokratische Kultur engagieren.

Stadtralley zu Zivilcourage in Magdeburg

Alles, was es braucht, sin ein Smartphone und darauf die kostenfreie App „Actionbound“. Dann kann man bei einem Rundgang durch Magdeburg selbständig und spielerisch Wissenswertes zu Zivilcourage in Geschichte und Gegenwart erkunden. Mit diesem sog. Bound auf einem Weg über ca. 4,5 km erfahren die Teilnehmenden, was Zivilcourage ist und welche Hürden man überwinden muss, um zivilcouragiert einzugreifen. Dazu gibt es Tipps und Hinweise.

Der Weg ist komplett im öffentlichen Raum, so dass er unabhängig von Öffnungszeiten ist. Er beginnt am Willy-Brandt-Platz und endet an der Haltestelle „Opernhaus“. Zum Starten wählt man in der App den Bound mit dem Titel „Zivilcourage in Magdeburg“ oder folgt diesem Link.

Gedenken an die Pogromnacht am 9. November

Das Gedenken an die Pogromnacht von 1938 beginnt am 9. November um 17.30 Uhr im Forum Gestaltung. Im Anschluss gibt es einen stillen Gedenkweg zum Synagogenmahnmal in der Julius-Bremer-Straße.

Am 11. und 24. November werden weitere Stolpersteine verlegt werden. Seit der ersten Verlegung 2007 erinnern damit über 600 Steine an Menschen, die aus Magdeburg vertrieben, deportiert und getötet wurden. Den Ablauf und die Orte der neuen Verlegungen findet man hier.

Noch bis zum 20. November finden die Tage der jüdischen Kultur und Geschichte statt.

Unsere Wahl: Demokratie

Sachsen-Anhalt lebt vom Engagement und der Teilhabe seiner Bewohner*innen. Sachsen-Anhalt lebt von Menschen, die sich täglich ehren- oder hauptamtlich für das Zusammenleben einsetzen. Sachsen-Anhalt lebt von einer starken Zivilgesellschaft.

Am 6. Juni haben wir die Wahl:

– für eine offene und bunte Gesellschaft,
– für ein respektvolles und solidarisches Miteinander,
– für eine demokratische Alltagskultur.

Setzen wir uns ein: für einen starken Zusammenhalt in einem freien, offenen und vielfältigen Sachsen-Anhalt.

29 Jahre nach dem Angriff auf die „Elbterrassen“

Am Sonntag, 9. Mai 2021 jährt sich der Angriff auf die Geburtstagsfeier in der Gaststätte „Elbterrassen“ zum 29. Mal. Bei diesem Angriff wurde Torsten Lamprecht so schwer verletzt, dass er zwei Tage später, am 11. Mai 1992 verstarb.

Aufgrund der Infektionslage lädt das Bündnis gegen Rechts zum individuellen Gedenken am Torsten-Lamprecht-Weg bei der Brücke am Wasserfall ein.

Zum Gedenken wird derzeit ein Podcast erstellt, den wir zum Wochenende online stellen werden.

Zum Hintergrund

Am Abend des 9. Mai 1992 feierten etwa 30 Jugendliche der Magdeburger Punk-Szene einen Geburtstag in der Gaststätte „Elbterrassen“ im Stadtteil Cracau.

Kurz vor Mitternacht rissen etwa 60 neonazistische Skinheads das Tor zum Gelände auf und begannen unvermittelt mit Baseballschlägern auf die Feiernden einzuschlagen. Die Polizei war vorgewarnt. Die Beamt*innen griffen jedoch erst ein, als Verstärkung vor Ort war.

Immer wieder wurden Anfang der 1990er Jahre Punks, Migrant*innen und linke Jugendliche von Rechtsextremen und Rassisten zusammengeschlagen. Neonazis überfielen Treffpunkte von Punks wie den „Knast“ in Magdeburg-Neustadt und linke Wohnprojekte in Stadtfeld. Der Überfall auf die „Elbterrassen“ stellte den traurigen Höhepunkt dieser Reihe von rechts motivierten Angriffen dar. Jahre später beschrieb ein Freund des ermordeten Torsten Lamprecht den Angriff als tiefen Einschnitt: „Aber seit dem 9. Mai 1992 ging es um Leben und Tod.“

Nähere Hintergründe hier.