Unsere Wahl: Demokratie

Sachsen-Anhalt lebt vom Engagement und der Teilhabe seiner Bewohner*innen. Sachsen-Anhalt lebt von Menschen, die sich täglich ehren- oder hauptamtlich für das Zusammenleben einsetzen. Sachsen-Anhalt lebt von einer starken Zivilgesellschaft.

Am 6. Juni haben wir die Wahl:

– für eine offene und bunte Gesellschaft,
– für ein respektvolles und solidarisches Miteinander,
– für eine demokratische Alltagskultur.

Setzen wir uns ein: für einen starken Zusammenhalt in einem freien, offenen und vielfältigen Sachsen-Anhalt.

29 Jahre nach dem Angriff auf die „Elbterrassen“

Am Sonntag, 9. Mai 2021 jährt sich der Angriff auf die Geburtstagsfeier in der Gaststätte „Elbterrassen“ zum 29. Mal. Bei diesem Angriff wurde Torsten Lamprecht so schwer verletzt, dass er zwei Tage später, am 11. Mai 1992 verstarb.

Aufgrund der Infektionslage lädt das Bündnis gegen Rechts zum individuellen Gedenken am Torsten-Lamprecht-Weg bei der Brücke am Wasserfall ein.

Zum Gedenken wird derzeit ein Podcast erstellt, den wir zum Wochenende online stellen werden.

Zum Hintergrund

Am Abend des 9. Mai 1992 feierten etwa 30 Jugendliche der Magdeburger Punk-Szene einen Geburtstag in der Gaststätte „Elbterrassen“ im Stadtteil Cracau.

Kurz vor Mitternacht rissen etwa 60 neonazistische Skinheads das Tor zum Gelände auf und begannen unvermittelt mit Baseballschlägern auf die Feiernden einzuschlagen. Die Polizei war vorgewarnt. Die Beamt*innen griffen jedoch erst ein, als Verstärkung vor Ort war.

Immer wieder wurden Anfang der 1990er Jahre Punks, Migrant*innen und linke Jugendliche von Rechtsextremen und Rassisten zusammengeschlagen. Neonazis überfielen Treffpunkte von Punks wie den „Knast“ in Magdeburg-Neustadt und linke Wohnprojekte in Stadtfeld. Der Überfall auf die „Elbterrassen“ stellte den traurigen Höhepunkt dieser Reihe von rechts motivierten Angriffen dar. Jahre später beschrieb ein Freund des ermordeten Torsten Lamprecht den Angriff als tiefen Einschnitt: „Aber seit dem 9. Mai 1992 ging es um Leben und Tod.“

Nähere Hintergründe hier.

Einsteigen und einmischen!

Vorstellung einer neuen Straßenbahn mit anschließender Sonderfahrt für Zivilcourage anlässlich des bundesweiten Tags der Zivilcourage
18. September ab 9.30 Uhr an der Wendeschleife in der Hartstraße

Mechthild von Magdeburg, deren Figur den Fürstenwall prägt, rief im 13. Jahrhundert die Menschen zur Aufmerksamkeit für sich selbst und andere. So ist sie prädestiniert dazu, zu den diesjährigen Aktionen zum Tag der Zivilcourage in Magdeburg aufzurufen.

Denn Aufmerksamkeit ist notwendig, wenn Menschen diskriminiert, bedroht oder angegriffen werden. Dann braucht es andere, die sich zivilcouragiert einmischen. Darauf macht zukünftig eine neue Straßenbahn aufmerksam, die anlässlich des bundesweiten Tags der Zivilcourage vorgestellt wird.

Anschließend gibt es eine Sonderfahrt mit Gesprächspartner*innen zum Thema Zivilcourage, dem Engagement gegen Diskriminierung und Rassismus sowie gegen Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen und privatisierten Sektor.

Zum Ablauf

  • Ab 9.30 Uhr Vorstellung der neuen Straßenbahn an der Wendeschleife in der Hartstraße
  • 10.15 – ca. 11.00 Uhr Sonderfahrt mit der Straßenbahn mit Gesprächspartner*innen

Dazu sind alle Interessierte herzlich eingeladen. Zum Infektionsschutz bitten wir Teilnehmende um die Nutzung einer geeigneten Mund-Nasen-Bedeckung und die Wahrung des Mindestabstandes. Für die Sonderfahrt gilt wie bei allen Fahrten im Öffentlichen Nahverkehr die Pflicht zum Tragen einer geeigneten Mund-Nasen-Bedeckung.

Auf der von der Initiative „hingucken… denken… einmischen“ gestalteten Straßenbahn wird Mechthild von Magdeburg gemeinsam mit anderen Menschen und Orten aus Magdeburg für Vielfalt, Weltoffenheit und Demokratie werben. Im Regelverkehr der MVB wird sie beständig daran erinnern, wie notwendig unsere Aufmerksamkeit für unsere Mitmenschen ist und wie sehr Magdeburg von Einflüssen von außen geprägt ist, davon profitiert hat und weiterhin profitiert.

Beteiligte Akteur*innen

Der bundesweite Tag der Zivilcourage des Bundesnetzwerks Zivilcourage wird koordiniert durch das Courage! Office von Fabian Salars Erbe e.V.

Die Aktivitäten in Magdeburg werden gefördert durch die Partnerschaft für Demokratie in der Landeshauptstadt Magdeburg im Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Wir trauern um Andreas Herbst

Das Bündnis gegen Rechts Magdeburg trauert um Pfarrer Andreas Michael Herbst. Er war uns ein Freund, engagierter Mitstreiter und langjähriger Wegbegleiter im Engagement gegen Rechtsextremismus.
Andreas Herbst erhob schon seine Stimme gegen Rassismus und rechte Gewalt, als es noch wenige taten. Mit ihm wurde die Hoffnungsgemeinde zu einem Ort der Begegnung von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Weltanschauung; zu einem Ort der Hoffnung auf ein respektvolles Zusammenleben im Stadtteil, in Magdeburg und in der Welt.
Bis zuletzt lebte er diese Hoffnung. So wünschte er anstelle von Blumen und Kränzen eine Spende an das Tansania-Bildungsprojekt „Education ist the key of life“ für den Bau eines Kinderspielplatzes. Dort soll ein Baum mit seinem Namen an ihn erinnern. Wer spenden möchte, kann dies auf folgendes Konto tun: Kontoinhaber: Ev. Kirchenkreis Magdeburg / IBAN: DE69 3506 0190 1562 3080 20 / Verwendungszweck: RT4206 Tansania, Baum Herbst
(Das Foto zeigt Andreas Herbst bei einer Aktion des Bündnis gegen Rechts Magdeburg am 6. August 2005 in Magdeburg-Rothensee. Die NPD wollte mit einer Demonstration vor die dortige Unterkunft für Geflüchtete ziehen. Wir verhinderten dies u.a. mit einer Demonstration und einer Menschenkette.)

10 Punkte gegen Rassismus

Demokratiekonferenz stellt sich dem 10-Punkte-Aktionsplan der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus

 

Magdeburg ist Mitglied der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR). Grund genug, den von der Städtekoalition entwickelten Aktionsplan anzuschauen und sich zu fragen: Wo steht Magdeburg? Wo besteht Handlungsbedarf? Was sollte in den nächsten Jahren erreicht werden? Diese Fragen sollen auf der nächsten Demokratiekonferenz diskutiert werden, die die Partnerschaft für Demokratie in Magdeburg organisiert.
Dieses Mal wird sie online als Videokonferenz stattfinden und zwar am Mittwoch, 10. Juni von 14.00 bis 16.30 Uhr. Eine vorherige Anmeldung per Email ist notwendig. Alle weiteren Informationen finden Sie hier: 200610 Einladung_Demokratiekonferenz 2020

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu den Veranstaltungen zu verwehren oder von diesen auszuschließen.