Gegen den Hass – Kirchen in der Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus

Forum der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern am 29. und 30. September in Magdeburg

 

In Deutschland hat sich eine neue rechte Bewegung etabliert. Sie verbindet Rassismus mit antidemokratischen Ressentiments und ist anschlussfähig in die Mitte der Gesellschaft. Ein Blick in unsere Nachbarländer zeigt, dass rechtspopulistische Akteure manchmal sogar mehrheitsfähig sind. Überall stehen Parteien der demokratischen Mitte in der Gefahr, einfachen und populistischen Mustern und Politikangeboten zu verfallen und damit rechtspopulistische Positionen zu verstärken. Für die Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände stellt diese gesellschaftliche Situation eine große Herausforderung dar: Die Ziele der Neuen Rechten stehen in direktem Widerspruch zu kirchlichem und zivilgesellschaftlichem Engagement für geflüchtete Menschen und für eine offene Gesellschaft. Gleichzeitig finden vermehrt Angriffe auf Geflüchtete und ihre Unterkünfte statt. Zunehmend sind dabei auch Unterstützer*innen der Geflüchteten einer von Hass geprägten gesellschaftlichen Stimmung ausgesetzt.
Das Forum soll kurz nach der Bundestagswahl 2017 einen überregional vernehmbaren Kontrapunkt zu rechtspopulistischen Positionen setzen. Die Veranstaltenden laden herzlich dazu ein, sich auszutauschen, zu informieren, sich gegenseitig zu ermutigen und gemeinsam gute Praxis gegen den Hass zu entwickeln.

Programm: 170929 BAGKR Forum Gegen den Hass_Flyer
Zur Anmeldung geht es hier.

25 Jahre nach dem Angriff auf die „Elbterrassen“

Gedenken und Gespräch
25 Jahre nach dem Angriff auf die „Elbterrassen“ und zum 25. Todestag von Torsten Lamprecht

 

Das Bündnis gegen Rechts Magdeburg erinnert am Dienstag, dem 9. Mai 2017 um 16.00 Uhr mit einer Mahnwache an den Angriff auf die „Elbterrassen“ und den dabei von neonazistischen Skinheads ermordeten Torsten Lamprecht.
Wir laden Sie herzlich zur Gedenkveranstaltung am Torsten-Lamprecht Weg / Ecke Brücke am Wasserfall ein. Der Veranstaltungsort befindet sich in unmittelbarer Nähe der ehemaligen „Elbterrassen“.

„Torsten Lamprecht ist tot!“ Die Stadtgesellschaft und die Erinnerungskultur an die rechte Gewalt der Neunziger Jahre
Unter diesem Titel lädt das Bündnis gegen Rechts Magdeburg zu einer Diskussionsrunde am Mittwoch, dem 17. Mai 2017 um 19.30 Uhr in die Feuerwache (Halberstädter Strasse 140) ein.
1992: Angriff auf die „Elbterrassen“ und Tod von Torsten Lamprecht, 1994: „Himmelfahrtskrawalle“, 1997: tödlicher Angriff auf Frank Böttcher: Die Neunziger Jahre waren ein Jahrzehnt massiver rechter Gewalt. Wir wollen in der Veranstaltung zurückschauen auf diese Zeit zurück- und davon ausgehend auf heute schauen: Was hat sich in der Magdeburger Stadtgesellschaft im Umgang mit rechter Gewalt seitdem verändert? Was müsste noch getan werden?
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu der Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Zum Hintergrund
Am Abend des 9. Mai 1992 feierten etwa 30 Jugendliche der Magdeburger Punk-Szene den Geburtstag eines Freundes in der Gaststätte „Elbterrassen“ im Stadtteil Cracau.
Kurz vor Mitternacht rissen etwa 60 neonazistische Skinheads das Tor zum Gelände auf und begannen unvermittelt mit Baseballschlägern auf die Feiernden einzuschlagen. Einer der Angreifer schoss mit Leuchtkugeln auf die panisch fliehenden Gäste. Während des 30-minütigen Angriffs riefen die Neonazis immer wieder Parolen wie „Heil Hitler!“ und „Sieg Heil!“. Der Betreiber der „Elbterrassen“ schilderte später seine Eindrücke des Überfalls gegenüber der Magdeburger Volksstimme: „Keiner von uns wusste, was hier eigentlich passierte. Es war, als ob ein Krieg ausbrach.“ Da das Telefon nicht funktionierte, kletterte er über eine Mauer, um Hilfe zu holen. In einer Nebenstraße traf er auf mehrere Streifenpolizisten. Diese verweigerten jedoch jegliche Unterstützung mit den Worten „Wir sind zu wenig Leute.“ Erst als die Angreifer bereits weg waren, traf die Verstärkung der Polizei am Ort des Geschehens ein. Dort versorgten bereits mehrere Notärzte die zum Teil schwerverletzten Partygäste. Acht von ihnen mussten in ein Krankenhaus eingeliefert werden – darunter Torsten Lamprecht. Er erlag am 11. Mai 1992 seiner schweren Schädelfraktur.
Immer wieder wurden Anfang der 1990er Jahre Punks, Migrant_innen und linke Jugendliche von Rechtsextremen und Rassisten zusammengeschlagen. Neonazis überfielen Treffpunkte von Punks wie den „Knast“ in Magdeburg-Neustadt und linke Wohnprojekte in Stadtfeld. Der Überfall auf die „Elbterrassen“ stellte den traurigen Höhepunkt dieser Reihe von rechts motivierten Angriffen dar. Jahre später beschrieb ein Freund des ermordeten Torsten Lamprecht den Angriff als tiefen Einschnitt: „Aber seit dem 9. Mai 1992 ging es um Leben und Tod.“

Literatur und weitere Links: Text zu Torsten Lamprecht auf der Internetseite „Wir erinnern an Opfer rechter Gewalt in Sachsen-Anhalt“

13.-25. März: Internationale Wochen gegen Rassismus

1703-iwgr-md-logoZum zweiten Mal beteiligt sich Magdeburg in diesem Jahr an den Internationalen Wochen gegen Rassismus. Dem Mobilisierungsaufruf der Vereine Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (AGSA) und Miteinander e.V. in der Magdeburger Stadtgesellschaft sind zehn Organisationen mit dreizehn facettenreichen Beiträgen gefolgt. Sie umspannen Geschichte und Gegenwart wie auch Ländergrenzen und individuelle Lebenswelten.

Das Programm umfasst Workshops, Seminare, Filme, Vorträge, Diskussionen u.v.m. und richtet sich an verschiedene Zielgruppen: jüngeres und älteres Publikum, mehrsprachige Besucher_innen und Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte. Auch für Fachpublikum aus dem schulischen und außerschulischen Bereich, der Interkulturellen Bildung oder Antirassismusarbeit sind interessante Angebote enthalten.
Die Beiträge setzen sich kritisch mit Menschenrechtsfragen im Iran, in Saudi-Arabien, Afghanistan und der ehemalige Sowjetunion auseinander und „kehren genauso vor der eigenen Tür“.
Auch die Polarisierung in unserer Gesellschaft wirft weiter- und tiefergehende Fragen auf. Etwa, wie ein zukunftsorientiertes Gesellschaftsmodell von Solidarität, Menschenwürde und gleichberechtigter Teilhabe für alle gestaltet werden kann. Wie wir mit Einstellungen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sowie Ideologien der Ungleichwertigkeit in der Mitte der Gesellschaft bis hinein ins Landesparlament umgehen.

Das Programm zeigt: Magdeburg ist bunt und vielfältig. Den engagierten Gestalterinnen und Gestaltern des Magdeburger Stadtlebens vom Kulturzentrum bis zur Migrantenorganisation, von der Gewerkschaft bis zur Geflüchtetenunterkunft, gehören die Scheinwerfer der Aufmerksamkeit, nicht den Hetzenden und kalkuliert Tabubrechenden.

Programmflyer zum Download: 1703 Internat Wochen gegen Rassismus
Programm als Textversion: 1703 Internat Wochen gegen Rassismus – Textversion

21. Januar: 9. „Meile und Meilensteine der Demokratie“ für Vielfalt und Menschenwürde

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„Gerade in der heutigen Zeit, wo populistische Vereinfachungen, rassistische Hetze, Ausgrenzungen und Bedrohungen wieder vermehrt auftreten und scheinbar gesellschaftsfähig werden, müssen wir ganz deutlich machen, dass dies keinen Platz in unserer Stadt hat.“ (aus unserem Aufruf)

Darum gehen wir nach unserer Stolpersteinreinigung und Mahnwache am Montag auch am kommenden Samstag wieder raus auf die Straßen dieser Stadt und rufen dazu auf, dies gemeinsam mit uns zu tun. Wir alle, die wir da bereits zum 9. Mal „Meile und Meilensteine der Demokratie“ organisieren, stehen gemeinsam für ein weltoffenes, menschenfreundliches und demokratisches Magdeburg und wollen dies gemeinsam mit Ihnen und Euch deutlich und sichtbar machen.

Dazu haben wir mit vielen Kooperationspartnern und Unterstützern (auch von außerhalb Magdeburgs) ein buntes und vielfältiges Programm zusammengestellt, das einlädt zum Mitmachen, Mitdiskutieren, Einmischen, Demokratieleben, Haltungzeigen:

12.00 Uhr Auftaktkundgebung auf der Bühne am Alten Markt

  • 11.00-16.00 Uhr „Kriege werden aufgegessen“ auf dem Ambrosiusplatz

Ab 12.00 Uhr

 

  • 12.30-16.30 Uhr Lesung „Hass wegpacken, Anstand bewahren!“ im Bus der Fahrbibliothek auf dem Breiten Weg
  • 13.00 Uhr Luftballonaktion „Frieden für Aleppo“ und Flashmob von Schüler_innen an der Bühne am Alten Markt
  • 13.00-16.00 Uhr „Tanz und Tee“ Meilenstein auf dem Nicolaiplatz
  • 14.00 Uhr Gedenkzeit für die Opfer rechter Gewalt in St. Sebastian, anschl. „Tanzend aufmerksame Schritte wagen“
  • 14.00-18.00 Ausstellung „Mit Phantasie und Mut durch den Heidesand – Bilder aus der Colbitz Letzlinger Heide“ im Café Verde, Herrenkrug 2
  • 14.45 Uhr Scheckübergabe an den Förderverein Neue Synagoge Magdeburg e.V. auf der Kirchenbühne am Hundertwasserhaus
  • 15.00-19.00 Uhr „Alternative Formen des Umgangs mit Gewalt“ beim Fermersleber Sportverein e.V., Alt Fermersleben 1
  • 16.50 Uhr Lichtaktion vor der Bühne am Alten Markt

Abends

 

Weitere Informationen zu Programm und Aktivitäten:

  • „politikorange“ wird den Tag wieder begleiten und dokumentieren.
  • Der „Offene Kanal“ wird den Tag über live streamen.
  • Bei der Straßenbahnsonderfahrt sind erstmalig die neuen Scheibenaufkleber der „Vielfalt-Bahn“ zu sehen.
  • Bei der Aktion „Hass wegpacken, Anstand bewahren!“ werden u.a. Taschen gegen Spende abgegeben, die aus Planen genäht wurden, die vorher am Blauen Bock hingen.
  • Mit den Erlösen der Aktion „Hass wegpacken, Anstand bewahren!“ sowie der Schulmeile wird die Arbeit zur Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen von TOLL e.V. unterstützt.
  • Den Auftakt bei den Lesungen im Bus der Fahrbibliothek gestaltet der Astronaut „Peter Ghost“.
  • Wir werden wieder über unsere Accounts bei Facebook und Twitter informieren.

Änderungen vorbehalten! Diese Veranstaltungsseite wird bis zum 21. Januar laufend aktualisiert.

Zu den Aktivitäten auf dem Breiten Weg gibt es noch mehr Informationen auf der eigenen Internetseite der „Meile der Demokratie“.

„Gemeinsam rufen das Bündnis gegen Rechts und die Landeshauptstadt Magdeburg zur Teilnahme an den vielfältigen Aktionen auf:

Magdeburg gehört an jedem Tag den engagierten und menschenfreundlichen Demokratinnen und Demokraten. Lassen Sie uns Nazis, Rechtspopulismus und Rassismus mit Zivilcourage und Entschlossenheit entgegentreten!“

Aufruf zum Download: 170121-bgr-aufruf-januar-2017
Aufruf in verschiedenen Sprachen zum Download: 170121_aufruf_mehrsprachig

 

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu den Veranstaltungen zu verwehren oder von diesen auszuschließen.

No Pasaran!

1610-no-pasaran-grafikIm Sommer 2016 jährt sich zum 80. Mal der Beginn des Bürgerkrieges in Spanien, der für viele die Internationalisierung des Faschismus und die drohende Gefahr der Unterdrückung demokratischer Kultur in vielen Ländern Europas signalisierte.
Am Kampf gegen Franco beteiligten sich viele Widerstandskämpfer_innen aus den verschiedensten Regionen der Welt, sei es als aktive Widerstandskämpfer_innen in den Internationalen oder den Jüdischen Brigaden, oder als Berichterstatter für die verschiedensten Medien. Ein Projekt nimmt den Jahrestag zum Anlass, auf die Magdeburger und sachsen-anhaltische Beteiligung am Spanischen Bürgerkrieg hinzuweisen: allen voran auf Erich Weinert, aber auch auf andere Spanienkämpfer wie Lore Krüger, Walter Krenzke oder Gerhard Steinig. Auch die andere Seite im Bürgerkrieg soll zu Worte kommen. Eine Ausstellung mit Porträts von Spanienkämpfer_innen ergänzt das Projekt.

Programm mit allen Veranstaltungen: 1610-no-pasaran

Ein Projekt des Literaturhauses Magdeburg e.V. gemeinsam mit zahlreichen Partnern in der Stadt im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie in der Landeshauptstadt Magdeburg, gefördert durch die Landeshauptstadt Magdeburg und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“