Internationale Wochen gegen Rassismus vom Sofa aus

Alle öffentlichen Veranstaltungen sind abgesagt und damit auch die „Internationalen Wochen ohne Rassismus“. Darum verlegen wir sie auf das heimische Sofa und beschäftigen uns von zuhause aus mit den Themen, die uns wichtig sind. Damit nicht jede*r alleine suchen muss, sammeln wir Angebote im Netz, die ohne Abonnement und kostenfrei zur Verfügung stehen. Auf unserer Veranstaltungsseite gibt es zusätzlich Angebote für Online-Veranstaltungen. So können wir die Zeit jetzt nutzen, um uns auf kommende Tage vorzubereiten, wenn es wieder Zeit sein wird, auf die Straßen zu gehen. (Kein Anspruch auf Vollständigkeit. Wer Ergänzungen hat, kann uns das gerne mitteilen.)

Dauerhafte inhaltliche Angebote von A-Z

Apps

Bibliotheken und Bücher

  • Über die Onleihe kann man mit einem Ausweis der Stadtbibliothek Ebooks ausleihen.
  • Bei der New York Public Library kann man über die App „SimplyE“ zahlreiche Ebooks in unterschiedlichen Sprachen ausleihen.

Bildung

Blogs, Webdokumentationen und Angebote von Mediatheken

Filme

Tipps für Dokumentarfilme gibt es auch bei „Dokuliebe“ (auch mit Suchfunktion)

Kultur und Museen
Kultur und Museen virtuell besuchen für Perspektivwechsel und Förderung von Weltoffenheit. Kultur und Konzerte anschauen zum Genießen und Durchhalten.

Mitschnitte von Diskussionsrunden, Interviews etc.

Online-Aktivismus

Podcasts und Radiosendungen

Resilienz

ist die Fähigkeit, Herausforderungen und Krisen gut bewältigen zu können. Wenn wir das jetzt einüben, wird es uns auch später helfen. Was wir jetzt tun können: Schönes genießen (daher auch die Infos zu Kultur und Mussen), Struktur und Regelmäßigkeit in den Alltag bringen, Kontakt halten zu anderen Menschen, Nachrichtenzeiten begrenzen, neue Dinge lernen… Und: Es ist normal, dass wir Zeit und Kraft brauchen, um uns an die neue Situation anzupassen.

Weiteres

Wochen der Solidarität statt öffentliche Wochen gegen Rassismus

Eigentlich sollten am Montag die Internationalen Wochen gegen Rassismus beginnen. Zahlreiche Menschen und Gruppen haben Veranstaltungen geplant und vorbereitet. Wichtige Themen und Probleme sollten aufgezeigt und diskutiert werden.
Doch aufgrund der Corona-Pandemie müssen jetzt viele Veranstaltungen abgesagt werden. Die offene Gesellschaft zieht sich in die Häuser zurück, um Ansteckungen zu verhindern und Schwächere zu schützen. Aus Internationalen Wochen gegen Rassismus können so Wochen der Solidarität werden, in denen wir gut für uns und unsere Mitmenschen sorgen, auf Schwächere Rücksicht nehmen, uns über Medien und das Internet informieren, Solidarität üben und Kraft schöpfen für kommende Tage, wenn es wieder Zeit sein wird, auf die Straßen zu gehen.
Kommen Sie gut durch die Tage!

Aktuelle Informationen zur Lage
gibt es bei der Landeshauptstadt Magdeburg, dem Land Sachsen-Anhalt und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (auch in unterschiedlichen Sprachen). Das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Magdeburg ist über eine neue Hotline (Tel. 540-2000 montags bis freitags 9h00 bis 14h00) und per Mail (hotline.corona@ga.magdeburg.de) erreichbar.

(Das Bild wurde am Rande eines Mahnmals am Monte Sole in der italienischen Region Emilia-Romagna aufgenommen. In dem „Massaker von Marzabotto“ verübten Ende September / Anfang Oktober 1944 Einheiten der SS und der deutschen Wehrmacht Kriegsverbrechen an der Bevölkerung und töten 770 Zivilist*innen. Die dort ansässige „Scuola di Pace Monte Sole“, die sich in der historisch-politischen und Friedensbildungsarbeit engagiert, musste wie viele andere Einrichtungen ihre Arbeit vorübergehend einstellen.)

Internationale Wochen gegen Rassismus 2020

Antisemitismus und Rassismus dringen seit den NSU-Morden, der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten und den terroristischen Anschlägen in Halle und Hanau in die Wahrnehmung der Breite der Gesellschaft vor. Hass und Nationalismus sind zentrale Themen geworden, insbesondere im Netz und bei Wahlkämpfen. Mandatsträger*innen und andere Personen, die Verantwortung für ein friedliches und demokratisches Zusammenleben in unserer Gesellschaft übernehmen, werden zur Zielscheibe von Anfeindungen und Übergriffen jeglicher Art.
Während sich die Grenze des Sagbaren immer weiter zu verschieben scheint, wird paradoxerweise gleichzeitig die Klage über eine vermeintliche Sprachdiktatur und Einschränkung der Meinungsfreiheit lauter.Die Fähigkeit der Differenzierung scheint rückläufig, Schwarz-Weiß-Argumentationsmuster scheinen immer beliebter.
Wir sagen Stopp! Auch und gerade der subtile und schleichende Rassismus im Alltag vergiftet und spaltet die Gesellschaft.
Darum gibt es die Internationalen Wochen gegen Rassismus. Machen Sie mit, kommen Sie zu den Veranstaltungen, lassen Sie sich inspirieren, anregen, diskutieren Sie mit und gestalten Sie mit uns eine offene Gesellschaft.
Das gesamte Programm der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2020 in Magdeburg steht hier zum Download, viele Veranstaltungen (und manch andere) finden Sie auch in unserem Veranstaltungskalender.
Danke an die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. für die Organisation und Koordination!

1. März: Gedenken an die verfolgten und ermordeten Rom*nja und Sint*ezza der Region Magdeburg

Vor 77 Jahren, am 1. März 1943, löste die Stadt Magdeburg das sogenannte Zigeunerlager am Holzweg/Silberberg auf. Die Bewohner*innen wurden nach Auschwitz deportiert, wo 340 Sint*ezza und Rom*nja ermordet wurden. Das Bündnis gegen Rechts lädt daher ein zum Gedenken am Sonntag, 1. März 2020, um 16 Uhr an der Namensstele im Florapark (Olvenstedter Graseweg, Fußgängerzugang zum Florapark).

Zum Hintergrund
Am 4. März 1935 hatte die Stadtverwaltung Magdeburg die Errichtung eines „Zigeunerlagers“ beschlossen. Ab Mai 1935 mussten hier alle Sint*ezza und Rom*nja der Stadt unter widrigen Lebensbedingungen wohnen. Am 1. März 1943 wurde das Lager in einer gemeinsamen Aktion von Gestapo und Polizei aufgelöst. Sämtliche Bewohner*innen wurden verhaftet und mit 10 bis 15 Lastwagen zum Magdeburger Polizeipräsidium gebracht. Weitere Sint*ezza und Rom*nja, die nicht im Lager gelebt hatten, wurden von der Polizei gewaltsam aus ihren Wohnungen gezerrt und ebenfalls im Polizeipräsidium inhaftiert. Tags darauf wurden die Inhaftierten zusammen mit Sint*ezza und Rom*nja aus der Region vom Güterbahnhof mit dem Zug nach Auschwitz deportiert. Von 470 Deportierten überlebten 340 die Liquidierung des dortigen „Zigeunerlagers“ nicht. Insgesamt fielen dem Porajmos – dem Völkermord an den Sint*ezza und Rom*nja im Nationalsozialismus – mindestens 200.000 Menschen zum Opfer.

„Rassismus tötet. Rechten Terror stoppen“

Demonstration in Gedenken an die Ermordeten von Hanau, in Solidarität mit denen, die ihre Liebsten verloren haben, und allen, die Angst haben

 

Unter diesem Motto ruft das Bündnis Solidarisches Magdeburg für heute Abend zu einer Demonstration auf. Beginn ist um 19.00 Uhr am Willy-Brandt-Platz.
Wir schließen uns diesem Aufruf an und hoffen auf zahlreiche Teilnahme.