1. März: Gedenken an die verfolgten und ermordeten Sinti und Roma der Region Magdeburg

130301 Namensstele mit BlumenVor 74 Jahren, am 1. März 1943, löste die Stadt Magdeburg das sogenannte Zigeunerlager am Holzweg/Silberberg auf. Seine Bewohner*innen wurden nach Auschwitz deportiert. Dort wurden 340 Sint*ezze und Rom*nja ermordet. Ihrer gedenkt das Bündnis gegen Rechts am Mittwoch, 1. März, um 16 Uhr an der Namensstele im Flora-Park (Olvenstedter Graseweg, Fußgängerzugang zum Florapark).

Zum Hintergrund
Am 4. März 1935 hatte die Stadtverwaltung Magdeburg die Errichtung eines „Zigeunerlagers“ beschlossen. Ab Mai 1935 mussten hier alle Sint*ezze und Rom*nja der Stadt unter widrigen Lebensbedingungen wohnen. Am 1. März 1943 wurde das Lager in einer gemeinsamen Aktion von Gestapo und Polizei aufgelöst. Sämtliche Bewohner*innen wurden verhaftet und mit 10 bis 15 Lastwagen zum Magdeburger Polizeipräsidium gebracht. Weitere Sint*ezze und Rom*nja, die nicht im Lager gelebt hatten, wurden von der Polizei gewaltsam aus ihren Wohnungen gezerrt und ebenfalls im Polizeipräsidium inhaftiert. Tags darauf wurden die Inhaftierten zusammen mit Sint*ezze und Rom*nja aus der Region vom Güterbahnhof mit dem Zug nach Auschwitz deportiert. Von 470 Deportierten überlebten 340 die Liquidierung des dortigen „Zigeunerlagers“ nicht. Insgesamt fielen dem Porajmos – dem Völkermord an den Sint*ezze und Rom*nja im Nationalsozialismus – mindestens 200.000, wahrscheinlich aber deutlich mehr Menschen zum Opfer.

20. Todestag von Frank Böttcher: Einladung zum Gedenken

160208 Frank BöttcherAm 8. Februar jährt sich der Angriff auf den Punk Frank Böttcher zum zwanzigsten Mal.
Darum laden wir zu einer Gedenkveranstaltung am Mittwoch, 8. Februar um 16.00 Uhr am Gedenkstein an der Straßenbahnhaltestelle „Klinikum Olvenstedt“ ein.
Wir rufen die Umstände seines Todes in Erinnerung und fragen danach, was heute in einem gesellschaftlichen Umfeld, in dem Ausgrenzung, Gewalt und Hass gegenüber Minderheiten alltäglich geworden sind, zu tun ist.
Frank Böttcher wurde von einem neonazistischen Skinhead aus Hass auf Punks getötet.
Seit dem sind zwanzig Jahre vergangen. Zwanzig Jahre, in denen das Engagement gegen Rassismus und Gewalt wichtige Erfolge erzielte, aber auch einige Niederlagen erlitt.
Derzeit erleben Gewalt, Rassismus und Hass einen weitreichenden gesellschaftlichen Aufschwung. Die Demokratie, die Menschenwürde und die Liberalität der politischen Kultur sind in Frage gestellt.
Wir wollen das Gedenken an Frank Böttcher nutzen, um ein deutliches Zeichen zu setzen für eine offene und demokratische Gesellschaft.

16. Januar: „Kein Gedenkort für Neonazis“

md will keine nazis - schmalMahnwache des Bündnis gegen Rechts Magdeburg gegen die Verklärung des 16. Januars um 18.30 Uhr auf dem Alten Markt

Mit einem Gedenkmarsch an die Opfer des Luftangriffs vom 16. Januar 1945 wollen Neonazis am Montagabend den Nationalsozialismus rehabilitieren. Der Vernichtungscharakter der deutschen Kriegsführung wird verschwiegen und der Holocaust verharmlost. Zugleich dient der Aufmarsch den Nazis zur Inszenierung ihrer heutigen menschenverachtenden Auffassungen.
Das wollen wir nicht hinnehmen und ein deutliches Zeichen für eine demokratische Erinnerungskultur setzen. Für ein Gedenken, dass die verschiedenen Perspektiven auf den Bombenkrieg in den Blick nimmt. Ein Gedenken, das den 16. Januar 1945 in den Kontext des nationalsozialistischen Vernichtungskriegs stellt.
Darum laden wir ein zu einer Mahnwache am 16. Januar ab 18.30 Uhr auf dem Alten Markt.

Zudem werden wir in der Zeit zwischen der Gedenkfeier auf dem Westfriedhof und unserer Mahnwache beginnend mit dem Stolperstein für Herbert Goldschmidt die Stolpersteine um den Alten Markt reinigen und der Opfer des Nationalsozialismus gedenken. Wer sich daran beteiligen möchte, melde sich bitte.

Nähere Hintergrundinformationen zu den Gedenkmärschen der Neonazis und den Gegenprotesten in Magdeburg gibt es hier:

Freiwillige für Stolpersteinreinigung gesucht

160113 Stolperstein KaufmannIn der kommenden Woche werden wieder zahlreiche Schüler_innen und Lehrerer_innen Stolpersteine in der Stadt reinigen, die Biografien der Opfer verlesen und Blumen niederlegen. Sie werden damit über 200 Plaketten reinigen und in den Tagen des Gedenkens an die Bombardierung Magdeburgs an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern.
Wie im Januar 2016 wollen wir es auch in diesem Jahr wieder schaffen, im Vorfeld der „Meile und Meilensteine der Demokratie“ alle Stolpersteine in der Stadt zu reinigen. Dazu benötigen wir noch Freiwilige für rund 75 Verlegeorte. Schaffen wir das?
Wer sich beteiligen möchte, wende sich bitte unter der Tel. 620 7743 an die Netzwerkstelle Demokratisches Magdeburg bei Miteinander e.V., die die Aktion gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung koordiniert. (Email: bgrmagdeburg(at)miteinander-ev.de)
Gerne können Sie auch eine Dauerpatenschaft übernehmen und sich ganzjährig um die Pflege eines Verlegeortes kümmern. Wer daran Interesse hat, kann sich ebenfalls mit der Netzwerkstelle in Verbindung setzen.
Die Karten für die 155 Verlegeorte und die Gedenkblätter mit den Biographien der Opfer finden Sie hier. Tipps zum Reinigen der Stolpersteine gibt es z.B. beim Initiativkreis Stolpersteine Bremen.