Informationen zum 17. Januar


Wieder einmal will die extreme Rechte den Gedenktag an die Bombardierung Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg für einen Aufmarsch nutzen.
Wieder einmal sagen wir Nein zu diesem Versuch der Rehabilitierung des Nationalsozialismus.
Wieder einmal gehen wir deshalb auf die Straße: Wir wollen an die historischen Kontexte erinnern und für eine friedliche und solidarische Welt eintreten.

„Für eine friedliche und solidarische Welt – gegen Rassismus und Gewalt“

Das Bündnis gegen Rechts beteiligt sich daher an der Aktionswoche „Eine Stadt für alle“ und lädt zu einem Gang mit Kerzen und Musik durch die Magdeburger Innenstadt ein. Wir beginnen um 17.00 Uhr mit einer Kundgebung und Installation am Mahnmal für die zerstörte Synagoge in der Julius-Bremer-Straße und werden dann entlang verschiedener Erinnerungs- und Gedenkorte bis zum Willy-Brandt-Platz gehen. Unterstützt werden wir dabei durch den Förderverein Neue Synagoge Magdeburg e.V., die Magdeburger Dombläser, den Stadtjugendring, den Stura der Hochschule Magdeburg-Stendal, eine Trommelgruppe und eine Sambagruppe. Wir bitten darum, Kerzen selbst mitzubringen, z.B. von der Aktion „Magdeburg singt für eine weltoffenes Stadt“ am 16. Januar.

Weitere Veranstaltungen

Unsere Liste der Veranstaltungen nach dem 17. Januar finden Sie hier.

Wir rufen alle Menschen in Magdeburg auf: Beteiligen Sie sich an den zahlreichen Aktivitäten der verschiedenen Akteure am 17. Januar und in der gesamten Aktionswoche! Lassen Sie uns gemeinsam deutlich machen: Magdeburg ist weltoffen und sagt Nein zu Hass, Antisemitismus, Rassismus und Relativierung der NS-Verbrechen!

FAQs

Warum ist der 16. Januar so ein zentraler Gedenktag für Magdeburg?
Die Bombardierung Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg war ein einschneidendes Ereignis. Mehr als 2.000 Menschen kamen ums Leben, fast die gesamte Innenstadt wurde zerstört. Die Spuren der Zerstörung sind bis heute noch sichtbar. Auch nach 75 Jahren ist der 16. Januar der zentrale Gedenktag – im Sinne einer öffentlichen historischen Rückbesinnung. Er ist wichtiger Bezugspunkt sowohl für Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft als auch für die extreme Rechte. (vgl. hierzu auch das miteinanderaktuell vom 16.01.2020)

Warum mobilisiert die extreme Rechte zum Gedenken an den 16. Januar?
Seit 2001 nehmen Neonazis den Jahrestag der Bombardierung zum Anlass für Kundgebungen, „Trauermärsche“ und Wortbeiträge. Dabei nehmen rechtsextreme Akteure für sich in Anspruch, ein Gedenken an die Opfer der Bombardierung zu repräsentieren, welches „jenseits von Anpassung an den Zeitgeist ein Zeugnis der Leiden der Deutschen gibt.“ Der Aufmarsch ist Ausdruck einer geschichtspolitischen Fundamentalopposition. So werden historische Ereignisse unter den Händen rechtsextremer Kampagnen zur Imagination einer deutschen Geschichte, welche den Nationalsozialismus rehabilitiert. In rechtsextremer Deutung erscheint die NS-Zeit als ein im Kern tugendhafter und ehrenvoller Zeitabschnitt, welchen die Sieger des Zweiten Weltkrieges aus Gründen der Herrschaftssicherung und der mentalen Umerziehung der Deutschen zu diskreditieren suchten.

Wer mobilisiert für den rechtsextremen „Trauermarsch“?
Neben der Teilnahme rechtsextremer Akteure am lokalpolitischen Erinnerungsdiskurs und den öffentlichen Gedenkaktivitäten hat eine Initiative „Ehrenhaftes Gedenken Magdeburg“ zu einem Trauermarsch am Abend des 17. Januar aufgerufen. Die Mobilisierung erfolgt vor allem im Umfeld von NPD, der ehemaligen MAGIDA-Bewegung und neonazistischen Strukturen im nördlichen Sachsen-Anhalt.

Mit wie vielen Teilnehmenden ist zu rechnen?
Geschichtspolitische Aufmärsche hatten seit 2014 deutlich an Attraktivität für die rechte Szene verloren. Dies lag nicht zuletzt an der zivilgesellschaftlichen Gegenwehr. Geschichtspolitik ist allerdings eines der Kernthemen der extremen Rechten geblieben. Im Schatten rechtspopulistischer Mobilisierungserfolge der letzten Jahre hatte es allerdings bereits im Januar 2018 erneut einen Aufmarsch mit 150 Neonazis gegeben. Bleibt es bei diesem Kreis an Teilnehmenden aus der Region, werden sich wohl weniger als 200 Personen versammeln. Gelingt es den Organisator*innen, Akteure auch überregional zu mobilisieren, könnten es auch mehrere Hundert Teilnehmende werden.

Wo werden die extremen Rechten laufen?
Eine genaue Route ist bisher nicht bekannt. In den Sozialen Medien wird zu 19h00 zum Hauptbahnhof mobilisiert. Denkbar wären eine innerstädtische Demonstrationsroute oder der Gang zum Westfriedhof. Die Erfahrung mit den Trauermärschen der Vorjahre lehrt jedoch, dass der Aufmarsch je nach Entscheidung der Versammlungsbehörde überall im Stadtgebiet stattfinden könnte.

Wo kann man sich am 17. Januar informieren?
Auf den Veranstaltungen wird es jeweils aktuelle Informationen geben. Das Bündnis gegen Rechts wird am Abend über den eigenen Twitterkanal (@BgRMagdeburg) informieren. Zudem wird wahrscheinlich der Presseservice Rathenow vor Ort sein und twittern. Auch das Bündnis Solidarisches Magdeburg hat angekündigt, über seinen Twitterkanal zu informieren. Außerdem gibt es einen Liveticker der Volksstimme.

17. Januar: Für eine friedliche und solidarische Welt – gegen Rassismus und Gewalt

Gang mit Kerzen und Musik durch die Innenstadt am 17. Januar 2020 ab 17.00 Uhr

 

Wieder einmal will die extreme Rechte den Gedenktag an die Bombardierung Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg für einen Aufmarsch nutzen. Wieder einmal sagen wir Nein zu diesem Versuch der Rehabilitierung des Nationalsozialismus. Wieder einmal gehen wir deshalb auf die Straße: Wir wollen an die historischen Kontexte erinnern und für eine friedliche und solidarische Welt eintreten.

Das Bündnis gegen Rechts beteiligt sich daher an der Aktionswoche „Eine Stadt für alle“ und lädt zu einem Gang mit Kerzen und Musik durch die Magdeburger Innenstadt ein. Wir beginnen um 17.00 Uhr mit einer Kundgebung am Mahnmal für die zerstörte Synagoge in der Julius-Bremer-Straße und werden dann entlang verschiedener Erinnerungs- und Gedenkorte bis zum Willy-Brandt-Platz gehen.Unterstützt wird der Gang durch die Magdeburger Dombläser, eine Trommelgruppe und eine Sambagruppe. Wir bitten darum, Kerzen selbst mitzubringen, z.B. von der Aktion „Magdeburg singt für eine weltoffenes Stadt“ am Vortag.

Wir rufen alle Menschen in Magdeburg auf: Beteiligen Sie sich an den zahlreichen Aktivitäten der verschiedenen Akteure am 17. Januar und in der gesamten Aktionswoche! Lassen Sie uns gemeinsam deutlich machen: Magdeburg ist weltoffen und sagt Nein zu Hass, Antisemitismus, Rassismus und Relativierung der NS-Verbrechen!

Unsere Informationsseite mit weiteren Veranstaltungen finden Sie hier.

Mahnwache für die Opfer des Anschlags in Halle

Im stillen Gedenken. Mahnwache für die Opfer des Anschlags in Halle

Das Bündnis gegen Rechts Magdeburg ruft für morgen, Freitag, den 11. Oktober 2019, um 17.30 Uhr zu einer Mahnwache vor dem Gemeindehaus der Synagogengemeinde zu Magdeburg (Gröperstraße 1a, gegenüber dem Neustädter Bahnhof) auf. Wir wollen der Gemeinde nahe sein, wenn sie ihren Gottesdienst begeht, und ihr zeigen, dass sie Freund*innen und Nachbarn habt, denen sie wichtig ist. Hat sich doch der schreckliche antisemitische Anschlag in Halle ausgerechnet zum Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, ereignet in einer Zeit, in die wichtige und gut besuchte Gottesdienste fallen.

Wir sind entsetzt und denken voll Mitgefühl an die Jüdische Gemeinde in Halle, die während ihres Gottesdienstes eine solche schreckliche
Bedrohung erleben musste. Den Opfern des Anschlags und ihren Angehörigen gilt unsere besondere Anteilnahme. Mit unserer Mahnwache wollen wir ein Zeichen der Solidarität und Verbundenheit setzen. Zugleich rufen wir dazu auf, sich gemeinsam Antisemitismus und Rassismus entgegenzustellen.
Wir laden alle Magdeburgerinnen und Magdeburger zur Teilnahme ein.

„Elf Jahre Leben, die fehlen“

„Es ist nun elf Jahre her, dass Rick Langenstein hier an dieser Stelle zu Tode kam.
Elf Jahre sind vergangenen, in denen die anderen Schüler*innen seines Jahrgangs ihr Leben gelebt, ihren Weg ins Leben gegangen sind.
Elf Jahre Leben, die Rick Langenstein fehlen, weil er von einem Neonazi zu Tode geprügelt, sein junges Leben zerschmettert wurde.“
(aus der Gedenkrede zum 11. Todestag von Rick Langenstein)

16. August: Gedenken zum 11. Todestag von Rick Langenstein

Für Freitag, den 16. August 2019, lädt das Bündnis gegen Rechts Magdeburg zum Gedenken für den vor elf Jahren von einem Neonazi getöteten Rick Langenstein ein. Das Gedenken beginnt um 16.00 Uhr am Gedenkstein im Hektorweg, Ecke Pallasweg im Stadtteil Reform.

Zum Hintergund
In der Nacht zum 16. August 2008 wurde der 20jährige Rick Langenstein in der Nähe der Diskothek „Funpark“ (Magdeburg-Reform) so schwer durch Schläge und Tritte verletzt, dass er an seinem eigenen Blut erstickte. Zwei Tage nach der Tat nahm die Polizei einen wegen gefährlicher Körperverletzung, Volksverhetzung und räuberischer Erpressung vorbestraften Rechtsextremen fest. Das Landgericht Magdeburg verurteilte den bekennenden Neonazi zu acht Jahren Jugendstrafe wegen Totschlags und Diebstahls. Das Gericht sah als erwiesen an, dass der 19jährige den angehenden Kunststudenten Rick Langenstein in der Nähe der Diskothek so brutal misshandelte, dass er noch am Tatort starb.
Familienangehörige und Freund*innen von Rick Langenstein fassten bereits nach der Beerdigung den Entschluss, am Tatort einen Stein zur Erinnerung und Mahnung aufzustellen. Unterstützung erhielten sie von verschiedenen Institutionen der Zivilgesellschaft sowie der Landeshauptstadt Magdeburg. An einer Unterschriftenaktion beteiligten sich mehr als 1.000 Menschen. Der Gedenkstein wurde 2009 wenige Meter vom Tatort entfernt auf öffentlichem Grund aufgestellt.