Solidarisch durch die Pandemie

Wir stehen ein für einen solidarischen Umgang mit der Pandemie und gegen die Verharmlosung ihrer Risiken. Wir stehen für eine konstruktive Debatte über Schutzmaßnahmen, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, und gegen die Verbreitung von antisemitischen Verschwörungserzählungen. Wir widersetzen uns der zunehmenden Vereinnahmung des öffentlichen Raums durch die extreme Rechte.

Am 5. März will die AfD im Rahmen eines bundesweiten Aktionstags ihre menschenverachtende Propaganda als „Volksfest“ auch in das Zentrum Magdeburgs tragen. Das wollen wir nicht hinnehmen.

Kommt mit uns auf den Domplatz und protestiert gegen die rechtsextreme AfD. Wir laden gemeinsam mit dem Bündnis Solidarisches Magdeburg und #unteilbar Sachsen-Anhalt zu drei Kundgebungen ein:

  • ab 12.30 Uhr an der Nordseite des Domplatzes (Landtagsseite)
  • ab 12.30 Uhr vor dem Westportal des Domes
  • ab 12.30 Uhr Fahrraddemo (Treffpunkt: Hasselbachplatz)

Lasst uns ein sichtbares und lautstarkes Zeichen setzen für Solidarität und Vernunft in der Corona-Pandemie, gegen Irrationalität und Menschenverachtung. Bringt Transparente, Musikinstrumente, Trillerpfeifen und eure Stimmen mit, damit wir laut sein können. Seid solidarisch, testet Euch, tragt Masken und haltet Abstand.

Hintergrund:

Die AfD ruft für den 5. März zu einem bundesweiten Aktionstag in mindestens acht Städten auf, so auch in Magdeburg. Ab 13 Uhr soll eine Kundgebung mit Björn Höcke und anderen Akteuren der AfD stattfinden, die als sogenanntes Volksfest deklariert wird. Laut der öffentlichen Bewerbung mobilisieren auch die AfD-Landesverbände Brandenburg, Thüringen und Berlin nach Magdeburg. Mit der Parole „Für freie Impfentscheidung und gegen die Impfpflicht“ versucht die AfD, sich an die Spitze der „Querdenker“-Bewegung zu stellen. Jedoch geht es der AfD nicht um die Gesundheit der Menschen, wie eines ihrer Plakatmotive verdeutlicht. Mit dem Slogan „Kontrolliert die Grenzen – nicht unseren Impfstatus“ versucht die AfD, die Sorgen der Menschen für ihre rassistischen und menschenfeindlichen Ziele zu instrumentalisieren. Die AfD mobilisiert seit zwei Jahren gegen das Impfen und nicht für eine „freie Impfentscheidung“. In Gebieten, in denen die AfD stark ist, ist die Impfquote nachweislich niedrig und die Corona-Infektionszahlen hoch. Parteistrategen verbreiten gezielt Falschinformationen, die wissenschaftlich widerlegt sind, um Menschen zu verunsichern. Weiterhin haben Vertreter*innen der AfD offen die radikalisierten „Corona-Spaziergänge“ unterstützt und dazu beigetragen, den Rechtsstaat, das öffentliche Leben und eine Gesellschaft der Vielfalt zu destabilisieren.

25. Todestag von Frank Böttcher

Einladung zum Gedenken

Vor 25 Jahren, am 8. Februar 1997 wurde der 17jährige Frank Böttcher von einem gleichaltrigen Neonazi getötet. Er wurde angegriffen, weil der Täter sich provoziert fühlte – vom Haarschnitt und der Kleidung des jungen Punks. Frank Böttcher musste sterben, weil Neonazis Minderheiten und alternative Jugendkulturen zum Feind erklärt haben.

Daran und an die Kontinuität von Menschenhass und rechter Gewalt möchten wir mit zwei Veranstaltungen erinnern:

Gedenkkundgebung

Für Dienstag, den 8. Februar 2022, um 16 Uhr laden wir am Gedenkstein an der Haltestelle „Klinikum Olvenstedt“ zum Gedenken an Frank Böttcher ein. Die Kundgebung findet unter Beachtung der gültigen Hygienevorschriften statt. Die Teilnehmenden werden gebeten, sich vorab zu testen, auf ausreichend Abstand zu achten und einen Mundschutz zu tragen.

Online-Talk über rechte Gewalt in Magdeburg

In Kooperation mit dem Stadtteilladen Mitmischen und Miteinander e.V. beleuchten wir die Umstände des tödlichen Angriffs auf Frank Böttcher Tat und die Zeit in der dies geschah. Eine rechtsextreme Jugendkultur dominierte damals den Osten Deutschlands und übte in einer Weise Gewalt gegen Menschen aus, die nicht in ihr Weltbild passten, wie es sich viele heute nicht mehr vorstellen können. Was ist nach dem Tod von Frank Böttcher passiert? Was waren die unmittelbaren und die mittelbaren Folgen? All dies besprechen wir am 8. Februar um 19 Uhr in einem Online-Talk mit David Begrich und weiteren Zeitzeug*innen. Alle Informationen und die Zugänge zur Veranstaltung finden sich auf der Facebook-Veranstaltungsseite.

Wir danken dem Stadtteilladen für die Initiative und für die Organisation der Abendveranstaltung.

Zum Hintergrund

Der 17-jährige Punk Frank Böttcher wird am 8. Februar 1997 erstochen. Am Vortag wird er von seiner weißen Hausratte „Speedy“ gebissen und entschließt sich nach Mitternacht, mit der Straßenbahn ins Krankenhaus nach Neu-Olvenstedt zu fahren, um den Biss dort behandeln zu lassen. Schon auf dem Weg wird er von drei Naziskinheads angepöbelt und als „Zecke“ beschimpft. Nach der Behandlung verlässt Frank Böttcher das Krankenhaus und geht zur circa einhundert Meter entfernten Straßenbahnhaltestelle zurück. Dort findet ein Jugendlicher ihn gegen 4 Uhr morgens auf dem Bürgersteig: blutüberströmt, mit sieben Stichverletzungen und einem Schädel-Basisbruch. Frank Böttcher stirbt gegen 5:30 Uhr in der Intensivstation des Krankenhauses.

Seitdem sind 25 Jahre vergangen. 25 Jahre, in denen das Engagement gegen Rassismus und Rechtsextremismus wichtige Erfolge erzielte. Aber auch heute sind Hass und rechte Gewalt Teil des Alltags – auf der Straße und in den Sozialen Medien. Noch immer werden die Menschenwürde und die Liberalität der politischen Kultur in Frage gestellt. Das BgR Magdeburg möchte an Frank Böttcher erinnern und zugleich ein Zeichen setzen für eine offene und demokratische Gesellschaft, in der jede*r angstfrei leben kann.

Für eine demokratische und offene Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung!

Aktions- und Demoaufruf #unteilbar Sachsen-Anhalt

Lasst uns zusammenkommen, für eine demokratische und offene Gesellschaft der Vielen und der Vielfalt!

Angesichts der anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, sind wir alle gefragt, uns Rassismus und Menschenverachtung und der drohenden Regierungsbeeinflussung durch die extreme Rechte entgegenzustellen. Wir lassen nicht zu, dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden! Das Erstarken extrem rechter Gruppierungen, der Einzug der AfD in den Landtag und die Zunahme rechter Mobilisierungen haben rechte, rassistische und antisemitische, antimuslimische und antiromaistische Gewalt befeuert, den Antifeminismus verstärkt und den Boden für den rechten Terroranschlag in Halle bereitet. Wir lassen nicht zu, dass diese Entwicklung weiter voranschreitet!

Nicht mit uns – wir halten dagegen!

Eine Pandemie prägt seit einem Jahr unseren Alltag. Zehntausende Menschen sind allein in Deutschland am Corona-Virus gestorben. Die Pandemie trifft uns alle, aber bei Weitem nicht alle gleich: Während sich einige bereichern, fürchten Unzählige um ihre Existenz. In bezahlter und unbezahlter Sorgearbeit, in systemrelevanten Berufen und oft in prekärer Beschäftigung tragen vor allem Frauen mit und ohne Migrationsgeschichte die Hauptlast der Krise. Gleichzeitig hält die menschenunwürdige Situation von Geflüchteten an den EU-Außengrenzen an. Wie ein Brennglas verschärft die Krise Probleme, die schon vorher bestanden.

Gemeinsam für eine demokratische Gesellschaft der Vielen!

Als Bündnis #unteilbar Sachsen-Anhalt schließen wir uns zusammen und fordern solidarische Antworten auf die Corona-Krise und deren Folgen, auf die wachsende Ungleichheit, Klimakrise und Menschenverachtung! Nur gemeinsam können wir die politischen Kräfteverhältnisse verändern. Wir stehen ein für eine Gesellschaft, in der Menschenrechte unteilbar und vielfältige und selbstbestimmte Lebensentwürfe selbstverständlich sind – in Sachsen-Anhalt und überall.

Für ein gutes Leben für alle Menschen, ausnahmslos!

Für eine Welt der Menschenrechte, des Friedens und der sozialen Gerechtigkeit!

Für eine gerechte Daseinsvorsorge für Alle!

Für einen gesellschaftlichen Schulterschluss gegen Rassismus, Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit, Antiromaismus, Sexismus und Rechtsterrorismus!

Für einen gesellschaftlichen Antifaschismus – keine Zusammenarbeit mit der extremen Rechten!

Für eine geschlechtergerechte Gesellschaft!

Für das Recht auf Schutz und Asyl – gegen die Abschottung Europas!

Für Klimagerechtigkeit und eine lebenswerte Zukunft für Alle!

Wir sind ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis – wir vereinen unterschiedliche politische Ansichten. Diese Vielfalt ist unsere Stärke, Solidarität ist unsere Kraft! Wir sind der Solidarische Osten: Gemeinsam mit #unteilbar Mecklenburg-Vorpommern, dem Bündnis Solidarisches Thüringen und unseren Freund:innen aus Sachsen, Brandenburg und Berlin schließen wir uns zusammen und bringen die solidarische Gesellschaft in die Offensive.

Schließt euch uns an: Für eine demokratische und offene Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung!

Am 10. April 2021 wollen wir in Magdeburg zusammenkommen und gemeinsam für Vielfalt, Solidarität und Demokratie unsere Stimme erheben! Für uns ist klar: Die extreme Rechte darf in keiner Form auf die Regierungsbildung Einfluss nehmen, sie muss zurückgedrängt werden. Deswegen ziehen wir gemeinsam mit allen Demokratinnen am 22. April in Magdeburg die rote Linie! Gemeinsam werden wir am 29. Mai in Halle (Saale) für eine demokratische und offene Gesellschaft auf die Straße gehen. Schließt euch uns an: Für Solidarität statt Ausgrenzung – gemeinsam sind wir #unteilbar!

Alle geplanten Veranstaltungen werden rücksichtsvoll und unter Beachtung der aktuell gültigen Corona-Bestimmungen stattfinden. Achtet auf aktuelle Ankündigungen.

16. Januar: Gedenken, Mahnung, Solidarität

Auch in diesem Jahr will die extreme Rechte an dem Gedenktag an die Bombardierung Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg am 16. Januar für eine Rehabilitierung des Nationalsozialismus auf die Straße gehen.

Wir vom Bündnis gegen Rechts Magdeburg setzen dagegen gemeinsam mit „Oldies for Future“ das Gedenken, die Mahnung und die Solidarität.

Wir setzen dagegen das Gedenken. Wir gedenken der Opfer von Ausgrenzung, Rassismus und Antisemitismus in der NS-Zeit. Wir gedenken der Opfer des Holocaust und des deutschen Vernichtungskriegs.

Wir setzen dagegen die Mahnung. Auch in unserer Zeit werden Menschen auf Grundlage von menschenverachtenden Ideologien angegriffen und getötet. Wir erinnern an das tagtägliche Leid und die Verunsicherung von Menschen durch Rechtsextremismus, Ausgrenzung und Diskriminierung. Gemeinsam mit Betroffenen und Angehörigen rechter und rassistischer Gewalt erwarten wir konsequente Aufklärung und entschiedenes politisches Handeln.

Wir setzen dagegen die Solidarität. Besonders in Zeiten der Pandemie handeln wir mit Achtsamkeit und Respekt gegenüber unseren Mitmenschen. Wir halten Mahnwache und sind dabei aufmerksam füreinander, um andere nicht zu gefährden.

Wir laden ein zu einer Gedenkzeit am 16. Januar um 15.00 Uhr am Mahnmal für die zerstörte Synagoge mit anschließender Mahnwache. Zum Infektionsschutz bitten wir Teilnehmende um die Nutzung einer geeigneten Mund-Nasen-Bedeckung und die Wahrung des Mindestabstandes.

Weitere Veranstaltungen am 16. Januar sowie im Rahmen der Aktionswoche „Eine Stadt für alle“ finden Sie hier.

Zum Hintergrund des 16. Januar empfehlen wir das miteinanderaktuell vom 16. Januar 2020, zur Geschichte des Naziaufmarsches und der Proteste unsere Broschüre „Magdeburg im Januar“ gemeinsam mit Miteinander e.V. von 2016.

9. Oktober: Gedenken und Solidarität zum Jahrestag des Anschlags in Halle/Saale

Am 9. Oktober 2019, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, ereignete sich ein rechter Terroranschlag in Halle/Saale. Bei dem Anschlag wurden Jana L. und Kevin S. ermordet, zwei Menschen wurden schwer verletzt, weitere 52 Menschen, die sich zum Gebet an Jom Kippur in einer Synagoge versammelt hatten, entkamen dem Täter nur knapp.

Am ersten Jahrestag nach dem Anschlag wollen wir auch in Magdeburg gedenken, unsere Solidarität ausdrücken und deutlich machen, dass wir Antisemitismus, Rassismus und anderen Formen von Menschenverachtung dauerhaft deutlich und entschieden entgegentreten müssen.

Für Freitag, 9. Oktober rufen wir daher dazu auf, sich an zwei verschiedenen Aktionen zu beteiligen: einer Kundgebung um 15.00 Uhr am Mahnmal der Alten Synagoge in der Julius-Bremer-Straße und der Reinigung der Stolpersteine, die als Zeichen der Solidarität und der Mahnung gereinigt werden sollen. Es soll noch organisierte Routen zum gemeinsamen Reinigen und Gedenken geben. Wer sich beteiligen möchte, kann auch einfach individuell aktiv werden. Einen Plan der Stolpersteine findet man hier und hier alphabetisch sortiert die Gedenkblätter. Zur Reinigung kann man handelsübliche Metallreiniger verwenden und bitte keine Hilfsmittel mit harter Oberfläche. (Nähere Informationen zur Reinigung z.B. hier)

Eine weitere Möglichkeit zur Beteiligung bietet sich bei den Mahnwachen an den Prozesstagen, die weiterhin jeweils morgens ca. eine Stunde vor Prozessbeginn und in der Mittagspause des Prozesses (meist zwischen 12.00 und 13.00 Uhr) stattfinden. Bei den Mahnwachen in der Mittagspause berichten z.T. Nebenkläger*innen oder Nebenklagevertreter*innen vom Geschehen im Prozess. Der nächste Termin ist der 13. Oktober ab 8.30 Uhr, die weiteren Prozesstermine finden sich hier.

Wer sich über den Fortgang und die Inhalte des Prozesses informieren möchte, findet hier eine gute Zusammenstellung von Blogs und Podcasts und hier eine ausführliche und mehrsprachige Dokumentation des Prozesses.