Internationale Wochen gegen Rassismus vom Sofa aus

Alle öffentlichen Veranstaltungen sind abgesagt und damit auch die „Internationalen Wochen ohne Rassismus“. Darum verlegen wir sie auf das heimische Sofa und beschäftigen uns von zuhause aus mit den Themen, die uns wichtig sind. Damit nicht jede*r alleine suchen muss, sammeln wir Angebote im Netz, die ohne Abonnement und kostenfrei zur Verfügung stehen. Auf unserer Veranstaltungsseite gibt es zusätzlich Angebote für Online-Veranstaltungen. So können wir die Zeit jetzt nutzen, um uns auf kommende Tage vorzubereiten, wenn es wieder Zeit sein wird, auf die Straßen zu gehen. (Kein Anspruch auf Vollständigkeit. Wer Ergänzungen hat, kann uns das gerne mitteilen.)

Dauerhafte inhaltliche Angebote von A-Z

Apps

Bibliotheken und Bücher

  • Über die Onleihe kann man mit einem Ausweis der Stadtbibliothek Ebooks ausleihen.
  • Bei der New York Public Library kann man über die App „SimplyE“ zahlreiche Ebooks in unterschiedlichen Sprachen ausleihen.

Bildung

Blogs, Webdokumentationen und Angebote von Mediatheken

Filme

Tipps für Dokumentarfilme gibt es auch bei „Dokuliebe“ (auch mit Suchfunktion)

Kultur und Museen
Kultur und Museen virtuell besuchen für Perspektivwechsel und Förderung von Weltoffenheit. Kultur und Konzerte anschauen zum Genießen und Durchhalten.

Mitschnitte von Diskussionsrunden, Interviews etc.

Online-Aktivismus

Podcasts und Radiosendungen

Resilienz

ist die Fähigkeit, Herausforderungen und Krisen gut bewältigen zu können. Wenn wir das jetzt einüben, wird es uns auch später helfen. Was wir jetzt tun können: Schönes genießen (daher auch die Infos zu Kultur und Mussen), Struktur und Regelmäßigkeit in den Alltag bringen, Kontakt halten zu anderen Menschen, Nachrichtenzeiten begrenzen, neue Dinge lernen… Und: Es ist normal, dass wir Zeit und Kraft brauchen, um uns an die neue Situation anzupassen.

Weiteres

Internationale Wochen gegen Rassismus 2020

Antisemitismus und Rassismus dringen seit den NSU-Morden, der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten und den terroristischen Anschlägen in Halle und Hanau in die Wahrnehmung der Breite der Gesellschaft vor. Hass und Nationalismus sind zentrale Themen geworden, insbesondere im Netz und bei Wahlkämpfen. Mandatsträger*innen und andere Personen, die Verantwortung für ein friedliches und demokratisches Zusammenleben in unserer Gesellschaft übernehmen, werden zur Zielscheibe von Anfeindungen und Übergriffen jeglicher Art.
Während sich die Grenze des Sagbaren immer weiter zu verschieben scheint, wird paradoxerweise gleichzeitig die Klage über eine vermeintliche Sprachdiktatur und Einschränkung der Meinungsfreiheit lauter.Die Fähigkeit der Differenzierung scheint rückläufig, Schwarz-Weiß-Argumentationsmuster scheinen immer beliebter.
Wir sagen Stopp! Auch und gerade der subtile und schleichende Rassismus im Alltag vergiftet und spaltet die Gesellschaft.
Darum gibt es die Internationalen Wochen gegen Rassismus. Machen Sie mit, kommen Sie zu den Veranstaltungen, lassen Sie sich inspirieren, anregen, diskutieren Sie mit und gestalten Sie mit uns eine offene Gesellschaft.
Das gesamte Programm der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2020 in Magdeburg steht hier zum Download, viele Veranstaltungen (und manch andere) finden Sie auch in unserem Veranstaltungskalender.
Danke an die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. für die Organisation und Koordination!

1. März: Gedenken an die verfolgten und ermordeten Rom*nja und Sint*ezza der Region Magdeburg

Vor 77 Jahren, am 1. März 1943, löste die Stadt Magdeburg das sogenannte Zigeunerlager am Holzweg/Silberberg auf. Die Bewohner*innen wurden nach Auschwitz deportiert, wo 340 Sint*ezza und Rom*nja ermordet wurden. Das Bündnis gegen Rechts lädt daher ein zum Gedenken am Sonntag, 1. März 2020, um 16 Uhr an der Namensstele im Florapark (Olvenstedter Graseweg, Fußgängerzugang zum Florapark).

Zum Hintergrund
Am 4. März 1935 hatte die Stadtverwaltung Magdeburg die Errichtung eines „Zigeunerlagers“ beschlossen. Ab Mai 1935 mussten hier alle Sint*ezza und Rom*nja der Stadt unter widrigen Lebensbedingungen wohnen. Am 1. März 1943 wurde das Lager in einer gemeinsamen Aktion von Gestapo und Polizei aufgelöst. Sämtliche Bewohner*innen wurden verhaftet und mit 10 bis 15 Lastwagen zum Magdeburger Polizeipräsidium gebracht. Weitere Sint*ezza und Rom*nja, die nicht im Lager gelebt hatten, wurden von der Polizei gewaltsam aus ihren Wohnungen gezerrt und ebenfalls im Polizeipräsidium inhaftiert. Tags darauf wurden die Inhaftierten zusammen mit Sint*ezza und Rom*nja aus der Region vom Güterbahnhof mit dem Zug nach Auschwitz deportiert. Von 470 Deportierten überlebten 340 die Liquidierung des dortigen „Zigeunerlagers“ nicht. Insgesamt fielen dem Porajmos – dem Völkermord an den Sint*ezza und Rom*nja im Nationalsozialismus – mindestens 200.000 Menschen zum Opfer.

„Rassismus tötet. Rechten Terror stoppen“

Demonstration in Gedenken an die Ermordeten von Hanau, in Solidarität mit denen, die ihre Liebsten verloren haben, und allen, die Angst haben

 

Unter diesem Motto ruft das Bündnis Solidarisches Magdeburg für heute Abend zu einer Demonstration auf. Beginn ist um 19.00 Uhr am Willy-Brandt-Platz.
Wir schließen uns diesem Aufruf an und hoffen auf zahlreiche Teilnahme.

23. Todestag von Frank Böttcher: Einladung zum Gedenken

Am 8. Februar jährt sich der Angriff auf Frank Böttcher zum 23. Mal.
Darum laden wir zu einer Gedenkveranstaltung am Samstag, 8. Februar um 16.00 Uhr am Gedenkstein an der Haltestelle „Klinikum Olvenstedt“ ein.
Frank Böttcher wurde von einem neonazistischen Skinhead aus Hass auf Punks getötet. Wir rufen die Umstände seines Todes in Erinnerung und fragen danach, was heute zu tun ist. Denn auch 23 Jahre nach dem Tod von Frank Böttcher ist es nicht vorbei mit rechter Gewalt und Rassismus. In Magdeburg nicht und andernorts auch nicht.
Wir gedenken des Todes von Frank Böttcher und setzen damit ein Zeichen für eine offene und demokratische Gesellschaft.
Nähere Informationen zum Hintergrund der Tat finden Sie hier.