16. Januar: „Kein Gedenkort für Neonazis“

md will keine nazis - schmalMahnwache des Bündnis gegen Rechts Magdeburg gegen die Verklärung des 16. Januars um 18.30 Uhr auf dem Alten Markt

Mit einem Gedenkmarsch an die Opfer des Luftangriffs vom 16. Januar 1945 wollen Neonazis am Montagabend den Nationalsozialismus rehabilitieren. Der Vernichtungscharakter der deutschen Kriegsführung wird verschwiegen und der Holocaust verharmlost. Zugleich dient der Aufmarsch den Nazis zur Inszenierung ihrer heutigen menschenverachtenden Auffassungen.
Das wollen wir nicht hinnehmen und ein deutliches Zeichen für eine demokratische Erinnerungskultur setzen. Für ein Gedenken, dass die verschiedenen Perspektiven auf den Bombenkrieg in den Blick nimmt. Ein Gedenken, das den 16. Januar 1945 in den Kontext des nationalsozialistischen Vernichtungskriegs stellt.
Darum laden wir ein zu einer Mahnwache am 16. Januar ab 18.30 Uhr auf dem Alten Markt.

Zudem werden wir in der Zeit zwischen der Gedenkfeier auf dem Westfriedhof und unserer Mahnwache beginnend mit dem Stolperstein für Herbert Goldschmidt die Stolpersteine um den Alten Markt reinigen und der Opfer des Nationalsozialismus gedenken. Wer sich daran beteiligen möchte, melde sich bitte.

Nähere Hintergrundinformationen zu den Gedenkmärschen der Neonazis und den Gegenprotesten in Magdeburg gibt es hier:

Freiwillige für Stolpersteinreinigung gesucht

160113 Stolperstein KaufmannIn der kommenden Woche werden wieder zahlreiche Schüler_innen und Lehrerer_innen Stolpersteine in der Stadt reinigen, die Biografien der Opfer verlesen und Blumen niederlegen. Sie werden damit über 200 Plaketten reinigen und in den Tagen des Gedenkens an die Bombardierung Magdeburgs an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern.
Wie im Januar 2016 wollen wir es auch in diesem Jahr wieder schaffen, im Vorfeld der „Meile und Meilensteine der Demokratie“ alle Stolpersteine in der Stadt zu reinigen. Dazu benötigen wir noch Freiwilige für rund 75 Verlegeorte. Schaffen wir das?
Wer sich beteiligen möchte, wende sich bitte unter der Tel. 620 7743 an die Netzwerkstelle Demokratisches Magdeburg bei Miteinander e.V., die die Aktion gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung koordiniert. (Email: bgrmagdeburg(at)miteinander-ev.de)
Gerne können Sie auch eine Dauerpatenschaft übernehmen und sich ganzjährig um die Pflege eines Verlegeortes kümmern. Wer daran Interesse hat, kann sich ebenfalls mit der Netzwerkstelle in Verbindung setzen.
Die Karten für die 155 Verlegeorte und die Gedenkblätter mit den Biographien der Opfer finden Sie hier. Tipps zum Reinigen der Stolpersteine gibt es z.B. beim Initiativkreis Stolpersteine Bremen.

21. Januar: Magdeburg: Eine Stadt für alle!

130111 Rathaus MD ist bunt9. „Meile und Meilensteine der Demokratie“ für Vielfalt und Menschenwürde
Aufruf zum Aktionstag am 21. Januar 2017

Die Erinnerung an den 16. Januar 1945 zeigt uns, wohin Ausgrenzung und Nationalismus führen. Sie mahnt uns zu Frieden, Verständigung, Respekt und Wertschätzung gegenüber allen Menschen in unserer Stadt.
Gerade in der heutigen Zeit, wo populistische Vereinfachungen, rassistische Hetze, Ausgrenzungen und Bedrohungen wieder vermehrt auftreten und scheinbar gesellschaftsfähig werden, müssen wir ganz deutlich machen, dass dies keinen Platz in unserer Stadt hat.
Darum wollen wir am 21. Januar 2017 mit der 9. Meile der Demokratie auf dem Breiten Weg, mit Meilensteinen im Stadtgebiet und anderen vielfältigen und friedlichen Aktionen gemeinsam deutlich machen: Magdeburg ist eine Stadt für alle! Rassismus, Hass und Gewalt haben bei uns keinen Platz.
Magdeburg ist ein Ort, an dem Menschen unabhängig von Herkunft, Aufenthaltsstatus oder anderer Merkmale verschieden sein und friedlich zusammenleben können. Wir alle stehen gemeinsam für ein weltoffenes, menschenfreundliches und demokratisches Magdeburg.
Gemeinsam rufen das Bündnis gegen Rechts und die Landeshauptstadt Magdeburg zur Teilnahme an den vielfältigen Aktionen auf:
Magdeburg gehört an jedem Tag den engagierten und menschenfreundlichen Demokratinnen und Demokraten. Lassen Sie uns Nazis, Rechtspopulismus und Rassismus mit Zivilcourage und Entschlossenheit entgegentreten!

Aufruf zum Download: 170121-bgr-aufruf-januar-2017
Aufruf mehrsprachig zum Download: 170121_aufruf_mehrsprachig
Anmeldeformular: anmeldeformular-mdd-2017
Kreativaktion „Hass wegpacken, Anstand bewahren“: 170121_hass-wegpacken_plakat
Alle wichtigen Infos zur Beteiligung und zum Programm gibt es hier.

 

Gedenken und Protest

Der 9. November steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des Gedenkens und des Protests. Im Vordergrund stehen das Gedenken an die Opfer der antisemitischen Pogrome des 9. Novembers 1938 sowie die Erinnerung an den Spanischen Bürgerkrieg. Zugleich geht es um den Widerstand gegen eine Kundgebung der rechtspopulistischen AfD, die mit ihren Ressentiments gegenüber demokratischen Parteien und dem parlamentarischen System an nationalkonservative und völkische Bewegungen der 1920er und 1930er Jahre anknüpft.

alexander-dettmarGedenken an die Novemberpogrome von 1938

Im Rahmen der reichsweiten Pogrome wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Magdeburg mindestens 30 Geschäfte sowie mehrere Arztpraxen und Wohnungen von Juden verwüstet. Der Innenraum der Synagoge wurde von der SA mit Sprengstoff zerstört. Unterlagen der jüdischen Gemeinde und religiöse Kultgegenstände wurden auf dem Hof der Synagoge verbrannt. Gestapo, SS und SA drangsalierten und misshandelten jüdische Bürger. 120 Männer wurden verhaftet und in das KZ Buchenwald verschleppt. Das Pogrom bildete den brutalen Schlusspunkt für das öffentliche jüdische Leben in Magdeburg sowie den Auftakt zur Ghettoisierung bis hin zu Deportation und systematischer Ermordung.

Um 16 Uhr laden die Landeshauptstadt Magdeburg und der Evangelische Kirchenkreis zu Kundgebung und Kranzniederlegung am Mahnmal für die zerstörte Synagoge in der Julius-Bremer-Straße ein. Im Anschluss findet ein stiller Gedenkweg zum Landtag statt. Dort wird um 17 Uhr eine Ausstellung mit Bildern zerstörter Synagogen des Künstlers Alexander Dettmar eröffnet wird. Zu sehen sind unter anderem Bilder der Synagogen von Halle, Dessau und Halberstadt.

Die Katholische Kirche im Spanischen Bürgerkrieg

Ebenfalls um 17 Uhr berichtet der Kirchenhistoriker Gianmaria Zamagni in der Stadtbibliothek unter dem Titel „Die Hierarchie und das Ärgernis“ über die Rolle der Katholischen Kirche im Spanischen Bürgerkrieg. Zu den Opfern des Bürgerkrieges vor 80 Jahren gehörten auch tausende katholische Priester und Ordensleute. Bis heute wirken die Traumata nach. Die katholische Kirche stand während der Auseinandersetzung mehrheitlich aufseiten der Putschisten gegen die Republik. Gianmaria Zamagni erörtert in seinem Vortrag das Verhältnis von Politik und Religion in diesem Konflikt. Der Vortrag wird im Rahmen der aktuellen Veranstaltungsreihe „`No pasaran!` Magdeburg und der Spanische Bürgerkrieg“ in Kooperation mit dem Literaturhaus Magdeburg angeboten.

Protest gegen die AfD

Die „Students Against Racism Magdeburg“ und der Studierendenrat der Universität Magdburg rufen unter dem Motto „NIE WIEDER – Kundgebung gegen Rassismus und Hass“ zum Protest gegen die AfD auf. Gegen den ressentimentgeladenen und rassistischen Aufmarsch der rechtspopulistischen Partei soll Gesicht gezeigt sowie für eine offene und tolerante Gesellschaft geworben werden. Dem Aufruf schließen wir uns als Bündnis gegen Rechts gern an. Die Kundgebung beginnt um 18.30 Uhr auf dem Domplatz.

Weitere Informationen finden sich hier.

No Pasaran!

1610-no-pasaran-grafikIm Sommer 2016 jährt sich zum 80. Mal der Beginn des Bürgerkrieges in Spanien, der für viele die Internationalisierung des Faschismus und die drohende Gefahr der Unterdrückung demokratischer Kultur in vielen Ländern Europas signalisierte.
Am Kampf gegen Franco beteiligten sich viele Widerstandskämpfer_innen aus den verschiedensten Regionen der Welt, sei es als aktive Widerstandskämpfer_innen in den Internationalen oder den Jüdischen Brigaden, oder als Berichterstatter für die verschiedensten Medien. Ein Projekt nimmt den Jahrestag zum Anlass, auf die Magdeburger und sachsen-anhaltische Beteiligung am Spanischen Bürgerkrieg hinzuweisen: allen voran auf Erich Weinert, aber auch auf andere Spanienkämpfer wie Lore Krüger, Walter Krenzke oder Gerhard Steinig. Auch die andere Seite im Bürgerkrieg soll zu Worte kommen. Eine Ausstellung mit Porträts von Spanienkämpfer_innen ergänzt das Projekt.

Programm mit allen Veranstaltungen: 1610-no-pasaran

Ein Projekt des Literaturhauses Magdeburg e.V. gemeinsam mit zahlreichen Partnern in der Stadt im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie in der Landeshauptstadt Magdeburg, gefördert durch die Landeshauptstadt Magdeburg und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“