1. März: Gedenken an die verfolgten und ermordeten Rom*nja und Sint*izze

Vor 78 Jahren, am 1. März 1943, löste die Stadt Magdeburg das sogenannte Zigeunerlager am Holzweg/Silberberg auf. Die Bewohner*innen wurden nach Auschwitz deportiert, wo 340 Sint*izze und Rom*nja ermordet wurden. Das Bündnis gegen Rechts lädt daher ein zum Gedenken am Montag, 1. März 2021, um 16 Uhr an der Namensstele im Florapark (Olvenstedter Graseweg, Fußgängerzugang zum Florapark). Zum Infektionsschutz bitten wir Teilnehmende um die Nutzung einer geeigneten Mund-Nasen-Bedeckung und die Wahrung des Mindestabstandes.

Zum Hintergrund

Am 4. März 1935 hatte die Stadtverwaltung Magdeburg die Errichtung eines „Zigeunerlagers“ beschlossen. Ab Mai 1935 mussten hier alle Sint*izze und Rom*nja der Stadt unter widrigen Lebensbedingungen wohnen. Am 1. März 1943 wurde das Lager in einer gemeinsamen Aktion von Gestapo und Polizei aufgelöst. Sämtliche Bewohner*innen wurden verhaftet und mit 10 bis 15 Lastwagen zum Magdeburger Polizeipräsidium gebracht. Weitere Sint*izze und Rom*nja, die nicht im Lager gelebt hatten, wurden von der Polizei gewaltsam aus ihren Wohnungen gezerrt und ebenfalls im Polizeipräsidium inhaftiert. Tags darauf wurden die Inhaftierten zusammen mit Sint*izze und Rom*nja aus der Region vom Güterbahnhof mit dem Zug nach Auschwitz deportiert. Von 470 Deportierten überlebten 340 die Liquidierung des dortigen „Zigeunerlagers“ nicht. Insgesamt fielen dem Porajmos – dem Völkermord an den Sint*izze und Rom*nja im Nationalsozialismus – mindestens 200.000 Menschen zum Opfer.

8. Februar: 24. Todestag von Frank Böttcher

Einladung zum Individuellen Gedenken

 

Am 8. Februar jährt sich der Angriff auf Frank Böttcher zum 24. Mal.

Aufgrund der Infektionslage laden wir in diesem Jahr zum individuellen Gedenken am Gedenkstein an der Haltestelle „Klinikum Olvenstedt“ ein. Die Gedenkrede werden wir am 8. Februar hier auf unserer Internetseite veröffentlichen.

Frank Böttcher wurde von einem neonazistischen Skinhead aus Hass auf Punks getötet. Nähere Informationen zu den Hintergründen der Tat gibt es hier.

16. Januar: Gedenken, Mahnung, Solidarität

Auch in diesem Jahr will die extreme Rechte an dem Gedenktag an die Bombardierung Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg am 16. Januar für eine Rehabilitierung des Nationalsozialismus auf die Straße gehen.

Wir vom Bündnis gegen Rechts Magdeburg setzen dagegen gemeinsam mit „Oldies for Future“ das Gedenken, die Mahnung und die Solidarität.

Wir setzen dagegen das Gedenken. Wir gedenken der Opfer von Ausgrenzung, Rassismus und Antisemitismus in der NS-Zeit. Wir gedenken der Opfer des Holocaust und des deutschen Vernichtungskriegs.

Wir setzen dagegen die Mahnung. Auch in unserer Zeit werden Menschen auf Grundlage von menschenverachtenden Ideologien angegriffen und getötet. Wir erinnern an das tagtägliche Leid und die Verunsicherung von Menschen durch Rechtsextremismus, Ausgrenzung und Diskriminierung. Gemeinsam mit Betroffenen und Angehörigen rechter und rassistischer Gewalt erwarten wir konsequente Aufklärung und entschiedenes politisches Handeln.

Wir setzen dagegen die Solidarität. Besonders in Zeiten der Pandemie handeln wir mit Achtsamkeit und Respekt gegenüber unseren Mitmenschen. Wir halten Mahnwache und sind dabei aufmerksam füreinander, um andere nicht zu gefährden.

Wir laden ein zu einer Gedenkzeit am 16. Januar um 15.00 Uhr am Mahnmal für die zerstörte Synagoge mit anschließender Mahnwache. Zum Infektionsschutz bitten wir Teilnehmende um die Nutzung einer geeigneten Mund-Nasen-Bedeckung und die Wahrung des Mindestabstandes.

Weitere Veranstaltungen am 16. Januar sowie im Rahmen der Aktionswoche „Eine Stadt für alle“ finden Sie hier.

Zum Hintergrund des 16. Januar empfehlen wir das miteinanderaktuell vom 16. Januar 2020, zur Geschichte des Naziaufmarsches und der Proteste unsere Broschüre „Magdeburg im Januar“ gemeinsam mit Miteinander e.V. von 2016.

9. Oktober: Gedenken und Solidarität zum Jahrestag des Anschlags in Halle/Saale

Am 9. Oktober 2019, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, ereignete sich ein rechter Terroranschlag in Halle/Saale. Bei dem Anschlag wurden Jana L. und Kevin S. ermordet, zwei Menschen wurden schwer verletzt, weitere 52 Menschen, die sich zum Gebet an Jom Kippur in einer Synagoge versammelt hatten, entkamen dem Täter nur knapp.

Am ersten Jahrestag nach dem Anschlag wollen wir auch in Magdeburg gedenken, unsere Solidarität ausdrücken und deutlich machen, dass wir Antisemitismus, Rassismus und anderen Formen von Menschenverachtung dauerhaft deutlich und entschieden entgegentreten müssen.

Für Freitag, 9. Oktober rufen wir daher dazu auf, sich an zwei verschiedenen Aktionen zu beteiligen: einer Kundgebung um 15.00 Uhr am Mahnmal der Alten Synagoge in der Julius-Bremer-Straße und der Reinigung der Stolpersteine, die als Zeichen der Solidarität und der Mahnung gereinigt werden sollen. Es soll noch organisierte Routen zum gemeinsamen Reinigen und Gedenken geben. Wer sich beteiligen möchte, kann auch einfach individuell aktiv werden. Einen Plan der Stolpersteine findet man hier und hier alphabetisch sortiert die Gedenkblätter. Zur Reinigung kann man handelsübliche Metallreiniger verwenden und bitte keine Hilfsmittel mit harter Oberfläche. (Nähere Informationen zur Reinigung z.B. hier)

Eine weitere Möglichkeit zur Beteiligung bietet sich bei den Mahnwachen an den Prozesstagen, die weiterhin jeweils morgens ca. eine Stunde vor Prozessbeginn und in der Mittagspause des Prozesses (meist zwischen 12.00 und 13.00 Uhr) stattfinden. Bei den Mahnwachen in der Mittagspause berichten z.T. Nebenkläger*innen oder Nebenklagevertreter*innen vom Geschehen im Prozess. Der nächste Termin ist der 13. Oktober ab 8.30 Uhr, die weiteren Prozesstermine finden sich hier.

Wer sich über den Fortgang und die Inhalte des Prozesses informieren möchte, findet hier eine gute Zusammenstellung von Blogs und Podcasts und hier eine ausführliche und mehrsprachige Dokumentation des Prozesses.