20. Januar: Demokratie braucht Erinnerung

Für eine aktive und kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus

Der 16. Januar ist ein umstrittener Tag. Seit Jahren nehmen extreme Rechte den Jahrestag der Bombardierung Magdeburgs zum Anlass, die Verbrechen der NS-Zeit zu relativieren und den Nationalsozialismus zu rehabilitieren. Auch wenn die neonazistischen Aufmärsche Geschichte sind – ihre Positionen finden nach wie vor Widerhall: in den Landtagen, auf Parteitagen und auf der Straße. Das wollen wir nicht hinnehmen.

Wir erinnern an die Ursachen und Folgen, die die nationalsozialistische Herrschaft in und für Magdeburg hatte. Kritisch beleuchten wir nicht nur die Sprache, in der sich Rechte zu dieser Vergangenheit äußern. Gemeinsam treten wir ein für eine demokratische Erinnerungskultur – gegen Geschichtsverfälschung, völkischen Nationalismus und Rassismus.

Wir rufen auf zu einer Kundgebung und einem anschließenden historischen Stadtspaziergang:

am Samstag, den 20. Januar 2018
um 11 Uhr
auf dem Domplatz Magdeburg

Advertisements

Tag der Zivilcourage am 19. September

Am 19. September findet bundesweit der Tag der Zivilcourage statt. 20 verschiedene Initiativen werben für zivilcouragiertes Eingreifen und wollen darauf aufmerksam machen, dass Zivilcourage ein wesentlicher Baustein für unsere Freiheit und Demokratie ist.
Das Magdeburger Zivilcourageprojekt „otto greift ein“ geht an dem Tag online: Unter dem Motto „#Zivilcourage funktioniert: 95 Gelegenheiten – 32 Tipps“ werden ab 19. September 00h00 bis in den Morgen des 20. September stündlich Tipps und Erfahrungen von gelungener Zivilcourage gepostet.
Sie wollen dabei sein? Dann folgen Sie „otto greift ein“ auf Facebook oder Twitter.

Naziaufmarsch in Halle? Läuft nicht!

Aufruf von Halle gegen rechts – Bündnis für Zivilcourage gegen den Naziaufmarsch am 1. Mai in Halle

„Während am Ersten Mai in vielen Ländern weltweit Gewerkschaften für gute Arbeitsbedingungen und soziale Gerechtigkeit auf die Straße gehen, will die neonazistische Partei „Die Rechte” unter dem Motto „Gemeinsam gegen Kapitalismus, Ausbeutung und Überfremdung” Halle (Saale) zu ihrem zentralen Aufmarschort machen. Neonazis und Rassist*innen aus der gesamten Bundesrepublik kündigen ihre Teilnahme an; unter ihnen militante rechte Gruppierungen, die bereits in den letzten Jahren am Ersten Mai in Plauen und Saalfeld für Ausschreitungen und Übergriffe verantwortlich waren.
Der rassistischen und rechtsextremen Eskalation widersprechen!
In der inhaltlichen Fortsetzung und Sprache des Nationalsozialismus wollen Rechte am Ersten Mai Macht demonstrieren und öffentliche Räume einnehmen. Sie sprechen zwar von Kapitalismus und Ausbeutung, meinen damit aber etwas anderes als die Gewerkschaften. Nazis führen Kapitalismus und Ausbeutung auf fremde Mächte zurück, die das Ziel haben das „Deutsche Volk“ zu kontrollieren. Dagegen setzen sie ihre völkisch-rassistischen Ideen von Arbeit, Staat und Gesellschaft.
In Sachsen-Anhalt, Deutschland und Europa ist die extreme Rechte auf dem Vormarsch und mit ihr faschistische Sprache sowie rassistische und antisemitische Vorurteile, die Sehnsucht nach totalitärer Führung und brutale Gewalt in Worten und Taten. Seit mehr als zwei Jahren reißen die massiven Attacken und Anschläge auf Unterkünfte Geflüchteter nicht ab. Täglich werden Menschen angegriffen, gesellschaftliche und politische Debatten verschieben sich nach rechts, rechte Parteien gewinnen Mandate und Einfluss, ihre Forderungen werden diskutiert und teils übernommen: Sie erfahren Rückhalt in der Mitte der Gesellschaft. Die rassistische und rechtsextreme Eskalation sowie zunehmende Gewalt und eine Gesellschaft, die das seit über zwei Jahren zulässt, machen auch uns oft ratlos. Doch wir werden nicht tatenlos zusehen, wie Rechtsextreme weiter an Einfluss gewinnen, sondern engagiert dagegen halten.
Naziaufmarsch in Halle? Läuft nicht!
Wir rufen dazu auf, sich den Rechten am Ersten Mai entschlossen und gewaltfrei entgegenzustellen! Naziaufmarsch in Halle? Läuft nicht! Bereits in den letzten Jahren gab es erfolgreiche Proteste und Blockaden gegen rechte Aufmärsche in Halle, auch dank überregionaler Unterstützung, der Vielfalt an Aktionsformen und der Solidarität derjenigen untereinander, die den Nazis nicht die Straßen überlassen wollen. An diese Erfahrungen wollen wir anschließen. Wir wollen entschlossen für eine plurale und solidarische Gesellschaft streiten, in der die Würde und die Menschenrechte jeder und jedes Einzelnen zählen und nicht von Herkunft, Religion, sexueller Identität, sozialem Status oder Staatsangehörigkeit abhängen. Mit klarer Haltung, vielfältigem Protest, kreativen Formaten und zivilem Ungehorsam wollen wir gemeinsam dem Rechtsextremismus entgegentreten. Zusammen können wir uns dem Wiedererstarken von Faschismus und völkischem Denken widersetzen.“
Aufruf mit allen Unterzeichner_innen hier.
Was am 1. Mai geplant ist, finden Sie hier.
Hashtags: #läuftnicht #hal0105

13.-25. März: Internationale Wochen gegen Rassismus

1703-iwgr-md-logoZum zweiten Mal beteiligt sich Magdeburg in diesem Jahr an den Internationalen Wochen gegen Rassismus. Dem Mobilisierungsaufruf der Vereine Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (AGSA) und Miteinander e.V. in der Magdeburger Stadtgesellschaft sind zehn Organisationen mit dreizehn facettenreichen Beiträgen gefolgt. Sie umspannen Geschichte und Gegenwart wie auch Ländergrenzen und individuelle Lebenswelten.

Das Programm umfasst Workshops, Seminare, Filme, Vorträge, Diskussionen u.v.m. und richtet sich an verschiedene Zielgruppen: jüngeres und älteres Publikum, mehrsprachige Besucher_innen und Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte. Auch für Fachpublikum aus dem schulischen und außerschulischen Bereich, der Interkulturellen Bildung oder Antirassismusarbeit sind interessante Angebote enthalten.
Die Beiträge setzen sich kritisch mit Menschenrechtsfragen im Iran, in Saudi-Arabien, Afghanistan und der ehemalige Sowjetunion auseinander und „kehren genauso vor der eigenen Tür“.
Auch die Polarisierung in unserer Gesellschaft wirft weiter- und tiefergehende Fragen auf. Etwa, wie ein zukunftsorientiertes Gesellschaftsmodell von Solidarität, Menschenwürde und gleichberechtigter Teilhabe für alle gestaltet werden kann. Wie wir mit Einstellungen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sowie Ideologien der Ungleichwertigkeit in der Mitte der Gesellschaft bis hinein ins Landesparlament umgehen.

Das Programm zeigt: Magdeburg ist bunt und vielfältig. Den engagierten Gestalterinnen und Gestaltern des Magdeburger Stadtlebens vom Kulturzentrum bis zur Migrantenorganisation, von der Gewerkschaft bis zur Geflüchtetenunterkunft, gehören die Scheinwerfer der Aufmerksamkeit, nicht den Hetzenden und kalkuliert Tabubrechenden.

Programmflyer zum Download: 1703 Internat Wochen gegen Rassismus
Programm als Textversion: 1703 Internat Wochen gegen Rassismus – Textversion

Nach der Meile ist vor dem nächsten Schritt

170121-mdd-schild-wuerde-diskriminierungGeschätzt 8.000 Menschen waren am Samstag bei „Meile und Meilensteinen für Demokratie“ mit uns gemeinsam auf der Straße, um sich für Vielfalt und Menschenwürde zu engagieren. Vielen Dank allen Besucher_innen und insbesondere den Aktiven und allen, die uns in unterschiedlicher Form unterstützt haben!

Wir waren am Samstag nicht allein. Zur gleichen Zeit sind in Koblenz, in Washington, in Berlin und an vielen anderen Orten der Welt Menschen gemeinsam auf die Straßen gegangen, um Menschenrechte und erreichte Freiheiten zu verteidigen. Und auch wir haben wahrscheinlich nicht zum letzten Mal in diesem Jahr dazu aufgerufen, Vielfalt und Menschenwürde zu verteidigen. Denn eine Stadt für alle ohne Rassismus, Hass und Gewalt werden wir nur erreichen, wenn wir gemeinsam aktiv bleiben. Darum verbinden wir unseren Dank für die Aktivitäten am Samstag mit einem Verweis auf unseren Aufruf:

„Magdeburg gehört an jedem Tag den engagierten und menschenfreundlichen Demokratinnen und Demokraten. Lassen Sie uns Nazis, Rechtspopulismus und Rassismus mit Zivilcourage und Entschlossenheit entgegentreten!“

Schöne Fotogalerien mit Eindrücken vom Samstag gibt es hier und hier.