Naziaufmarsch in Halle? Läuft nicht!

Aufruf von Halle gegen rechts – Bündnis für Zivilcourage gegen den Naziaufmarsch am 1. Mai in Halle

„Während am Ersten Mai in vielen Ländern weltweit Gewerkschaften für gute Arbeitsbedingungen und soziale Gerechtigkeit auf die Straße gehen, will die neonazistische Partei „Die Rechte” unter dem Motto „Gemeinsam gegen Kapitalismus, Ausbeutung und Überfremdung” Halle (Saale) zu ihrem zentralen Aufmarschort machen. Neonazis und Rassist*innen aus der gesamten Bundesrepublik kündigen ihre Teilnahme an; unter ihnen militante rechte Gruppierungen, die bereits in den letzten Jahren am Ersten Mai in Plauen und Saalfeld für Ausschreitungen und Übergriffe verantwortlich waren.
Der rassistischen und rechtsextremen Eskalation widersprechen!
In der inhaltlichen Fortsetzung und Sprache des Nationalsozialismus wollen Rechte am Ersten Mai Macht demonstrieren und öffentliche Räume einnehmen. Sie sprechen zwar von Kapitalismus und Ausbeutung, meinen damit aber etwas anderes als die Gewerkschaften. Nazis führen Kapitalismus und Ausbeutung auf fremde Mächte zurück, die das Ziel haben das „Deutsche Volk“ zu kontrollieren. Dagegen setzen sie ihre völkisch-rassistischen Ideen von Arbeit, Staat und Gesellschaft.
In Sachsen-Anhalt, Deutschland und Europa ist die extreme Rechte auf dem Vormarsch und mit ihr faschistische Sprache sowie rassistische und antisemitische Vorurteile, die Sehnsucht nach totalitärer Führung und brutale Gewalt in Worten und Taten. Seit mehr als zwei Jahren reißen die massiven Attacken und Anschläge auf Unterkünfte Geflüchteter nicht ab. Täglich werden Menschen angegriffen, gesellschaftliche und politische Debatten verschieben sich nach rechts, rechte Parteien gewinnen Mandate und Einfluss, ihre Forderungen werden diskutiert und teils übernommen: Sie erfahren Rückhalt in der Mitte der Gesellschaft. Die rassistische und rechtsextreme Eskalation sowie zunehmende Gewalt und eine Gesellschaft, die das seit über zwei Jahren zulässt, machen auch uns oft ratlos. Doch wir werden nicht tatenlos zusehen, wie Rechtsextreme weiter an Einfluss gewinnen, sondern engagiert dagegen halten.
Naziaufmarsch in Halle? Läuft nicht!
Wir rufen dazu auf, sich den Rechten am Ersten Mai entschlossen und gewaltfrei entgegenzustellen! Naziaufmarsch in Halle? Läuft nicht! Bereits in den letzten Jahren gab es erfolgreiche Proteste und Blockaden gegen rechte Aufmärsche in Halle, auch dank überregionaler Unterstützung, der Vielfalt an Aktionsformen und der Solidarität derjenigen untereinander, die den Nazis nicht die Straßen überlassen wollen. An diese Erfahrungen wollen wir anschließen. Wir wollen entschlossen für eine plurale und solidarische Gesellschaft streiten, in der die Würde und die Menschenrechte jeder und jedes Einzelnen zählen und nicht von Herkunft, Religion, sexueller Identität, sozialem Status oder Staatsangehörigkeit abhängen. Mit klarer Haltung, vielfältigem Protest, kreativen Formaten und zivilem Ungehorsam wollen wir gemeinsam dem Rechtsextremismus entgegentreten. Zusammen können wir uns dem Wiedererstarken von Faschismus und völkischem Denken widersetzen.“
Aufruf mit allen Unterzeichner_innen hier.
Was am 1. Mai geplant ist, finden Sie hier.
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13.-25. März: Internationale Wochen gegen Rassismus

1703-iwgr-md-logoZum zweiten Mal beteiligt sich Magdeburg in diesem Jahr an den Internationalen Wochen gegen Rassismus. Dem Mobilisierungsaufruf der Vereine Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (AGSA) und Miteinander e.V. in der Magdeburger Stadtgesellschaft sind zehn Organisationen mit dreizehn facettenreichen Beiträgen gefolgt. Sie umspannen Geschichte und Gegenwart wie auch Ländergrenzen und individuelle Lebenswelten.

Das Programm umfasst Workshops, Seminare, Filme, Vorträge, Diskussionen u.v.m. und richtet sich an verschiedene Zielgruppen: jüngeres und älteres Publikum, mehrsprachige Besucher_innen und Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte. Auch für Fachpublikum aus dem schulischen und außerschulischen Bereich, der Interkulturellen Bildung oder Antirassismusarbeit sind interessante Angebote enthalten.
Die Beiträge setzen sich kritisch mit Menschenrechtsfragen im Iran, in Saudi-Arabien, Afghanistan und der ehemalige Sowjetunion auseinander und „kehren genauso vor der eigenen Tür“.
Auch die Polarisierung in unserer Gesellschaft wirft weiter- und tiefergehende Fragen auf. Etwa, wie ein zukunftsorientiertes Gesellschaftsmodell von Solidarität, Menschenwürde und gleichberechtigter Teilhabe für alle gestaltet werden kann. Wie wir mit Einstellungen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sowie Ideologien der Ungleichwertigkeit in der Mitte der Gesellschaft bis hinein ins Landesparlament umgehen.

Das Programm zeigt: Magdeburg ist bunt und vielfältig. Den engagierten Gestalterinnen und Gestaltern des Magdeburger Stadtlebens vom Kulturzentrum bis zur Migrantenorganisation, von der Gewerkschaft bis zur Geflüchtetenunterkunft, gehören die Scheinwerfer der Aufmerksamkeit, nicht den Hetzenden und kalkuliert Tabubrechenden.

Programmflyer zum Download: 1703 Internat Wochen gegen Rassismus
Programm als Textversion: 1703 Internat Wochen gegen Rassismus – Textversion

Nach der Meile ist vor dem nächsten Schritt

170121-mdd-schild-wuerde-diskriminierungGeschätzt 8.000 Menschen waren am Samstag bei „Meile und Meilensteinen für Demokratie“ mit uns gemeinsam auf der Straße, um sich für Vielfalt und Menschenwürde zu engagieren. Vielen Dank allen Besucher_innen und insbesondere den Aktiven und allen, die uns in unterschiedlicher Form unterstützt haben!

Wir waren am Samstag nicht allein. Zur gleichen Zeit sind in Koblenz, in Washington, in Berlin und an vielen anderen Orten der Welt Menschen gemeinsam auf die Straßen gegangen, um Menschenrechte und erreichte Freiheiten zu verteidigen. Und auch wir haben wahrscheinlich nicht zum letzten Mal in diesem Jahr dazu aufgerufen, Vielfalt und Menschenwürde zu verteidigen. Denn eine Stadt für alle ohne Rassismus, Hass und Gewalt werden wir nur erreichen, wenn wir gemeinsam aktiv bleiben. Darum verbinden wir unseren Dank für die Aktivitäten am Samstag mit einem Verweis auf unseren Aufruf:

„Magdeburg gehört an jedem Tag den engagierten und menschenfreundlichen Demokratinnen und Demokraten. Lassen Sie uns Nazis, Rechtspopulismus und Rassismus mit Zivilcourage und Entschlossenheit entgegentreten!“

Schöne Fotogalerien mit Eindrücken vom Samstag gibt es hier und hier.

21. Januar: 9. „Meile und Meilensteine der Demokratie“ für Vielfalt und Menschenwürde

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„Gerade in der heutigen Zeit, wo populistische Vereinfachungen, rassistische Hetze, Ausgrenzungen und Bedrohungen wieder vermehrt auftreten und scheinbar gesellschaftsfähig werden, müssen wir ganz deutlich machen, dass dies keinen Platz in unserer Stadt hat.“ (aus unserem Aufruf)

Darum gehen wir nach unserer Stolpersteinreinigung und Mahnwache am Montag auch am kommenden Samstag wieder raus auf die Straßen dieser Stadt und rufen dazu auf, dies gemeinsam mit uns zu tun. Wir alle, die wir da bereits zum 9. Mal „Meile und Meilensteine der Demokratie“ organisieren, stehen gemeinsam für ein weltoffenes, menschenfreundliches und demokratisches Magdeburg und wollen dies gemeinsam mit Ihnen und Euch deutlich und sichtbar machen.

Dazu haben wir mit vielen Kooperationspartnern und Unterstützern (auch von außerhalb Magdeburgs) ein buntes und vielfältiges Programm zusammengestellt, das einlädt zum Mitmachen, Mitdiskutieren, Einmischen, Demokratieleben, Haltungzeigen:

12.00 Uhr Auftaktkundgebung auf der Bühne am Alten Markt

  • 11.00-16.00 Uhr „Kriege werden aufgegessen“ auf dem Ambrosiusplatz

Ab 12.00 Uhr

 

  • 12.30-16.30 Uhr Lesung „Hass wegpacken, Anstand bewahren!“ im Bus der Fahrbibliothek auf dem Breiten Weg
  • 13.00 Uhr Luftballonaktion „Frieden für Aleppo“ und Flashmob von Schüler_innen an der Bühne am Alten Markt
  • 13.00-16.00 Uhr „Tanz und Tee“ Meilenstein auf dem Nicolaiplatz
  • 14.00 Uhr Gedenkzeit für die Opfer rechter Gewalt in St. Sebastian, anschl. „Tanzend aufmerksame Schritte wagen“
  • 14.00-18.00 Ausstellung „Mit Phantasie und Mut durch den Heidesand – Bilder aus der Colbitz Letzlinger Heide“ im Café Verde, Herrenkrug 2
  • 14.45 Uhr Scheckübergabe an den Förderverein Neue Synagoge Magdeburg e.V. auf der Kirchenbühne am Hundertwasserhaus
  • 15.00-19.00 Uhr „Alternative Formen des Umgangs mit Gewalt“ beim Fermersleber Sportverein e.V., Alt Fermersleben 1
  • 16.50 Uhr Lichtaktion vor der Bühne am Alten Markt

Abends

 

Weitere Informationen zu Programm und Aktivitäten:

  • „politikorange“ wird den Tag wieder begleiten und dokumentieren.
  • Der „Offene Kanal“ wird den Tag über live streamen.
  • Bei der Straßenbahnsonderfahrt sind erstmalig die neuen Scheibenaufkleber der „Vielfalt-Bahn“ zu sehen.
  • Bei der Aktion „Hass wegpacken, Anstand bewahren!“ werden u.a. Taschen gegen Spende abgegeben, die aus Planen genäht wurden, die vorher am Blauen Bock hingen.
  • Mit den Erlösen der Aktion „Hass wegpacken, Anstand bewahren!“ sowie der Schulmeile wird die Arbeit zur Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen von TOLL e.V. unterstützt.
  • Den Auftakt bei den Lesungen im Bus der Fahrbibliothek gestaltet der Astronaut „Peter Ghost“.
  • Wir werden wieder über unsere Accounts bei Facebook und Twitter informieren.

Änderungen vorbehalten! Diese Veranstaltungsseite wird bis zum 21. Januar laufend aktualisiert.

Zu den Aktivitäten auf dem Breiten Weg gibt es noch mehr Informationen auf der eigenen Internetseite der „Meile der Demokratie“.

„Gemeinsam rufen das Bündnis gegen Rechts und die Landeshauptstadt Magdeburg zur Teilnahme an den vielfältigen Aktionen auf:

Magdeburg gehört an jedem Tag den engagierten und menschenfreundlichen Demokratinnen und Demokraten. Lassen Sie uns Nazis, Rechtspopulismus und Rassismus mit Zivilcourage und Entschlossenheit entgegentreten!“

Aufruf zum Download: 170121-bgr-aufruf-januar-2017
Aufruf in verschiedenen Sprachen zum Download: 170121_aufruf_mehrsprachig

 

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu den Veranstaltungen zu verwehren oder von diesen auszuschließen.

16. Januar: „Kein Gedenkort für Neonazis“

md will keine nazis - schmalMahnwache des Bündnis gegen Rechts Magdeburg gegen die Verklärung des 16. Januars um 18.30 Uhr auf dem Alten Markt

Mit einem Gedenkmarsch an die Opfer des Luftangriffs vom 16. Januar 1945 wollen Neonazis am Montagabend den Nationalsozialismus rehabilitieren. Der Vernichtungscharakter der deutschen Kriegsführung wird verschwiegen und der Holocaust verharmlost. Zugleich dient der Aufmarsch den Nazis zur Inszenierung ihrer heutigen menschenverachtenden Auffassungen.
Das wollen wir nicht hinnehmen und ein deutliches Zeichen für eine demokratische Erinnerungskultur setzen. Für ein Gedenken, dass die verschiedenen Perspektiven auf den Bombenkrieg in den Blick nimmt. Ein Gedenken, das den 16. Januar 1945 in den Kontext des nationalsozialistischen Vernichtungskriegs stellt.
Darum laden wir ein zu einer Mahnwache am 16. Januar ab 18.30 Uhr auf dem Alten Markt.

Zudem werden wir in der Zeit zwischen der Gedenkfeier auf dem Westfriedhof und unserer Mahnwache beginnend mit dem Stolperstein für Herbert Goldschmidt die Stolpersteine um den Alten Markt reinigen und der Opfer des Nationalsozialismus gedenken. Wer sich daran beteiligen möchte, melde sich bitte.

Nähere Hintergrundinformationen zu den Gedenkmärschen der Neonazis und den Gegenprotesten in Magdeburg gibt es hier: