Aktionswoche Weltoffenes Magdeburg im Januar

Es geschieht Neues in Magdeburg: Im Januar 2019 wird es vom 16. bis 22. Januar eine Aktionswoche „Weltoffenes Magdeburg“ geben, die von der neu gegründeten „Initiative Weltoffenes Magdeburg“ organisiert wird.
Beteiligung ist ausdrücklich erwünscht. Wer das Grundverständnis der Initiative teilt, ist aufgerufen, die Aktionswoche mit eigenen Beiträgen, Aktionen, Veranstaltungen etc. mitzugestalten. (Nach unserer Einschätzung wird v.a. der 19. Januar vielfältige öffentliche Aktivitäten in der Stadt gebrauchen können.) Was geplant wird, findet sich auch in unserem Veranstaltungskalender, der laufend ergänzt wird.
Wer sich an der Aktionswoche beteiligen will, kann hier seine Veranstaltung anmelden. Nähere Informationen zur „Initiative Weltoffenes Magdeburg“ gibt es hier.

Advertisements

10. und 11. November: Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus

Für den 10. November rufen die Evangelische Jugend der EKM und der DGB Sachsen- Anhalt dazu auf, ein sichtbares Zeichen zum Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus und Erinnerung der Novemberpogrome 1938 zu setzen. „1938 waren Menschen mit Fackeln unterwegs. Sie steckten Synagogen an. Sie warfen Steine in jüdische Geschäfte. Sie grölten, sie schlugen, sie töteten. … Es ist heute, im Jahr 2018 unerträglich mit anzusehen, dass wieder Fackelmärsche im November in Magdeburg veranstaltet werden. In Solidarität mit den Opfern und im Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus, beziehen wir Position im Heute für eine demokratische und weltoffene Gesellschaft und Mahnen der Vergangenheit.“
Beginn der Mahnwache am 10. November ist um 18.00 Uhr am Mahnmal der zerstörten Synagoge.

Ebenfalls am 10. November wird im Dom zu einem Meditationsweg zu Christen und Juden in der Geschichte Magdeburgs stattfinden. Beginn ist um 17.30 Uhr in der Ernstkapelle im Dom.

Das Gedenken an die Novemberpogrome findet wegen des Schabbat am 11. November statt. Beginn ist um 14.30 Uhr im Forum Gestaltung. Anschließend gibt es einen Gedenkweg zum Synagogenmahnmal, um Kerzen und Blumen niederzulegen. Danach geht es zum zukünftigen Standort der neuen Synagoge.

Tag der Zivilcourage am 19. September sucht Mitstreiter*innen

Das Bundesnetzwerk Zivilcourage veranstaltet am 19. September wieder bundesweit einen Aktionstag für Zivilcourage. Auch in Magdeburg soll das Thema Zivilcourage an diesem Tag in die Öffentlichkeit gebracht werden. Egal, ob als Verein, Gemeinde, Schule, Uni, Kindergarten… Jede und jeder von uns kann Zivilcourage lernen, weitergeben, darüber sprechen, mit einer Aktion im eigenen Umfeld oder auf der Straße darauf aufmerksam machen…
Damit das möglich wird, sucht das Zivilcourageprojekt „otto greift ein“ Mitstreiter*innen und Kooperationspartner und unterstützt Aktionen gerne bei der Logistik und Öffentlichkeitsarbeit. Wer also Lust und Zeit hat, am 19. September etwas für Zivilcourage in Magdeburg zu tun, melde sich bitte bei „otto greift ein“.

26 Jahre nach dem Angriff auf die „Elbterrassen“

Gedenken
26 Jahre nach dem Angriff auf die „Elbterrassen“
und zum 26. Todestag von Torsten Lamprecht

 

Das Bündnis gegen Rechts Magdeburg erinnert am Mittwoch, dem 9. Mai 2018 um 16.00 Uhr mit einer Mahnwache an den Angriff auf die „Elbterrassen“ und den dabei von neonazistischen Skinheads ermordeten Torsten Lamprecht.
Wir laden Sie herzlich zur Gedenkveranstaltung am Torsten-Lamprecht Weg / Ecke Brücke am Wasserfall ein. Der Veranstaltungsort befindet sich in unmittelbarer Nähe der ehemaligen „Elbterrassen“.

Zum Hintergrund
Am Abend des 9. Mai 1992 feierten etwa 30 Jugendliche der Magdeburger Punk-Szene den Geburtstag eines Freundes in der Gaststätte „Elbterrassen“ im Stadtteil Cracau.
Kurz vor Mitternacht rissen etwa 60 neonazistische Skinheads das Tor zum Gelände auf und begannen unvermittelt mit Baseballschlägern auf die Feiernden einzuschlagen. Einer der Angreifer schoss mit Leuchtkugeln auf die panisch fliehenden Gäste. Während des 30-minütigen Angriffs riefen die Neonazis immer wieder Parolen wie „Heil Hitler!“ und „Sieg Heil!“. Der Betreiber der „Elbterrassen“ schilderte später seine Eindrücke des Überfalls gegenüber der Magdeburger Volksstimme: „Keiner von uns wusste, was hier eigentlich passierte. Es war, als ob ein Krieg ausbrach.“ Da das Telefon nicht funktionierte, kletterte er über eine Mauer um Hilfe zu holen. In einer Nebenstraße traf er auf mehrere Streifenpolizisten. Diese verweigerten jedoch jegliche Unterstützung mit den Worten „Wir sind zu wenig Leute.“ Erst als die Angreifer bereits weg waren, traf die Verstärkung der Polizei am Ort des Geschehens ein. Dort versorgten bereits mehrere Notärzte die zum Teil schwerverletzten Partygäste. Acht von ihnen mussten in ein Krankenhaus eingeliefert werden – darunter Torsten Lamprecht. Er erlag am 11. Mai 1992 seiner schweren Schä-delfraktur.
Immer wieder wurden Anfang der 1990er Jahre Punks, Migrant*innen und linke Jugendliche von Rechtsextremen und Rassisten zusammengeschlagen. Neonazis überfielen Treffpunkte von Punks wie den „Knast“ in Magdeburg-Neustadt und linke Wohnprojekte in Stadtfeld. Der Überfall auf die „Elbterrassen“ stellte den traurigen Höhepunkt dieser Reihe von rechts motivierten Angriffen dar. Jahre später beschrieb ein Freund des ermordeten Torsten Lamprecht den Angriff als tiefen Einschnitt: „Aber seit dem 9. Mai 1992 ging es um Leben und Tod.“
Nähere Informationen zum Hintergrund hier.

Internationale Wochen gegen Rassismus 2018

Bereits zum dritten Mal finden vom 12. bis 25. März die Internationalen Wochen gegen Rassismus auch in Magdeburg statt.

Zahlreiche Akteure haben ein breites Programm auf die Beine gestellt und hoffen auf Diskussion und Begegnung, Information und Empowerment bei den unterschiedlichen Veranstaltungen.

Die Menschenwürde darf für keinen politischen oder ideologischen Zweck verhandelbar sein.
Darum: 100% Menschenwürde! Alle gesellschaftlichen Kräfte sind gefragt, zusammen gegen Rassismus zu stehen – und auch Ausgrenzungsmechanismen in den eigenen Strukturen kritisch zu hinterfragen. Die Internationalen Wochen gegen Rassismus bieten eine gute Gelegenheit, deutlich und sichtbar zu machen, dass Rassismus und andere Formen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in Magdeburg keinen Platz haben.

Materialien: