22. Todestag von Frank Böttcher: Einladung zum Gedenken

Am 8. Februar jährt sich der Angriff auf Frank Böttcher zum zweiundzwanzigsten Mal.
Darum laden wir zu einer Gedenkveranstaltung am Freitag, 8. Februar um 16.00 Uhr am Gedenkstein an der Haltestelle „Klinikum Olvenstedt“ ein.
Frank Böttcher wurde von einem neonazistischen Skinhead aus Hass auf Punks getötet.
Wir rufen die Umstände seines Todes in Erinnerung und fragen danach, was heute in einem gesellschaftlichen Umfeld, in dem Ausgrenzung, Gewalt und Hass gegenüber Minderheiten alltäglich geworden sind, zu tun ist.
Wir gedenken des Todes von Frank Böttcher und setzen damit ein deutliches Zeichen für eine offene und demokratische Gesellschaft.
Nähere Informationen hier.

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19. Januar: Weltoffenheit braucht Erinnerung und sichtbaren Protest gegen Hass und Rassismus

Der 16. Januar bleibt umkämpft. Erneut will ihn die extreme Rechte für einen Aufmarsch nutzen, der sich in der Form am Nationalsozialismus orientiert und diesen rehabilitieren will. Für ein demokratisches Gedenken an den Bombenkrieg heißt das, die historischen Kontexte und die Vielfalt der Perspektiven wahrzunehmen – auch und gerade jenseits der nationalsozialistischen Mehrheitsgesellschaft.

Das Bündnis gegen Rechts Magdeburg beteiligt sich daher an der Aktionswoche Weltoffenes Magdeburg mit zwei Veranstaltungen am 19. Januar – dem Tag des geplanten neonazistischen „Trauermarschs“:

„Magdeburg im Nationalsozialismus. Ein Stadtrundgang zu Geschichte und Gegenwart“ (in Kooperation mit der Ev. Sekundarschule und Miteinander e.V.)

  • Beginn: 14h00 auf dem Willy-Brandt-Platz/vor dem Hbf.
  • Ende: 15h30 auf dem Alten Markt

Kundgebung: „Weltoffenheit braucht Erinnerung. Für eine aktive und kritische Auseinandersetzung mit der NS-Zeit“

  • Beginn: 16h00 auf dem Domplatz

Weltoffenheit braucht neben der Erinnerung sichtbaren und öffentlichen Protest gegen den Versuch der Rehabilitierung des Nationalsozialismus. Wir rufen daher auf: Beteiligen Sie sich an den zahlreichen Aktivitäten der verschiedenen Akteure! Lassen Sie uns gemeinsam deutlich machen: Magdeburg ist weltoffen und sagt deutlich und sichtbar Nein zu Hass, Rassismus und Gewalt!

Weitere Veranstaltungen und Aktivitäten am 19. Januar:

Zuletzt aktualisiert: 18. Januar 13h30. Kurzfristige Änderungen sind möglich. Diese Seite wird fortlaufend bis einschließlich 18. Januar aktualisiert. Am 19. Januar informieren wir über unsere Accounts bei Facebook und Twitter.

 

Zum Hintergrund

Anlässlich des Gedenkens an die Zerstörung Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg marschierten zwischen 2001 und 2016 jährlich Neonazis durch die Stadt. Die sog. Trauermärsche entwickelten sich – neben den Demonstrationen in Dresden –  für die rechtsextreme Szene zum wichtigsten Aufmarsch mit Bezug zum Nationalsozialismus. Zu Hochzeiten mobilisierte die „Initiative gegen Vergessen“ bis zu 1.500 Teilnehmende nach Magdeburg. Im Schein von Fackeln zogen sie durch die Innenstadt. Neonazistische Kader aus dem gesamten Bundesgebiet sprachen auf den Kundgebungen.

In Folge eines Generationenwechsels in der Neonazi-Szene und der nachlassenden Mobilisierungsfähigkeit zu geschichtspolitischen Themen löste sich die Gruppe der Initiatoren aus dem Umfeld der Magdeburger „Kameradschaft Festungsstadt“ und der örtlichen NPD auf. Zuletzt waren es Protagonisten der Neonazi-Kleinstpartei DIE RECHTE, die sich um eine Wiederbelebung des neonazistischen Gedenkens an die Bombardierung Magdeburgs mühten. Doch sie kamen über symbolische Zeichen wie Kranzniederlegungen und Kerzenaktionen nicht hinaus.

Für den angekündigten „Trauermarsch“ am 19. Januar 2019 hat sich ein neuer Veranstalterkreis gebildet. Er besteht aus Neonazis, die auch für den Magdeburger PEGIDA-Ableger MAGIDA verantwortlich zeichneten, sowie regionalen Aktivisten von DIE RECHTE und der rechtsextremen  „Bürgerbewegung Altmark“.

Akteure aus diesem Umfeld hatten bereits am 10. November 2018 einen ersten Mobilisierungserfolg in Magdeburg erzielt. Unter dem Namen „Bürgerinitiative Magdeburg“ organisierten sie einen Fackelmarsch. Unterstützt von Neonazis aus der Altmark, aus Brandenburg und aus Sachsen zogen ca. 800 Neonazis durch das Stadtzentrum.

Mit ihrem Aufruf für Januar wollen die Neonazis an die Erfolge des zurückliegenden Jahrzehnts und die Mobilisierungsdynamik anknüpfen. So ist für Samstag mit rund 500 Teilnehmenden zu rechnen.

#StandUp4HumanRights

Aus Anlass der Verkündung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte am 10. Dezember 1948 durch die UN-Generalversammlung haben wir im Dezember auf unseren Accounts bei Facebook und Twitter täglich an einen Artikel aus der Menschenrechtserklärung erinnert, „… damit jeder einzelne und alle Organe der Gesellschaft sich diese Erklärung stets gegenwärtig halten und sich bemühen, durch Unterricht und Erziehung die Achtung vor diesen Rechten und Freiheiten zu fördern …“, wie es in der Präambel heißt.
Wir danken allen, die dies in diesem Jahr gemeinsam mit uns getan haben – bei öffentlichen Veranstaltungen, Aktionen auf der Straße, in Diskussionsrunden etc.
Wir hoffen darauf, dies auch im kommenden Jahr weiterhin mit Ihnen und Euch tun zu können und wünschen uns allen ein friedliches Jahr 2019!

10. und 11. November: Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus

Für den 10. November rufen die Evangelische Jugend der EKM und der DGB Sachsen- Anhalt dazu auf, ein sichtbares Zeichen zum Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus und Erinnerung der Novemberpogrome 1938 zu setzen. „1938 waren Menschen mit Fackeln unterwegs. Sie steckten Synagogen an. Sie warfen Steine in jüdische Geschäfte. Sie grölten, sie schlugen, sie töteten. … Es ist heute, im Jahr 2018 unerträglich mit anzusehen, dass wieder Fackelmärsche im November in Magdeburg veranstaltet werden. In Solidarität mit den Opfern und im Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus, beziehen wir Position im Heute für eine demokratische und weltoffene Gesellschaft und Mahnen der Vergangenheit.“
Beginn der Mahnwache am 10. November ist um 18.00 Uhr am Mahnmal der zerstörten Synagoge.

Ebenfalls am 10. November wird im Dom zu einem Meditationsweg zu Christen und Juden in der Geschichte Magdeburgs stattfinden. Beginn ist um 17.30 Uhr in der Ernstkapelle im Dom.

Das Gedenken an die Novemberpogrome findet wegen des Schabbat am 11. November statt. Beginn ist um 14.30 Uhr im Forum Gestaltung. Anschließend gibt es einen Gedenkweg zum Synagogenmahnmal, um Kerzen und Blumen niederzulegen. Danach geht es zum zukünftigen Standort der neuen Synagoge.

Tag der Zivilcourage am 19. September sucht Mitstreiter*innen

Das Bundesnetzwerk Zivilcourage veranstaltet am 19. September wieder bundesweit einen Aktionstag für Zivilcourage. Auch in Magdeburg soll das Thema Zivilcourage an diesem Tag in die Öffentlichkeit gebracht werden. Egal, ob als Verein, Gemeinde, Schule, Uni, Kindergarten… Jede und jeder von uns kann Zivilcourage lernen, weitergeben, darüber sprechen, mit einer Aktion im eigenen Umfeld oder auf der Straße darauf aufmerksam machen…
Damit das möglich wird, sucht das Zivilcourageprojekt „otto greift ein“ Mitstreiter*innen und Kooperationspartner und unterstützt Aktionen gerne bei der Logistik und Öffentlichkeitsarbeit. Wer also Lust und Zeit hat, am 19. September etwas für Zivilcourage in Magdeburg zu tun, melde sich bitte bei „otto greift ein“.