Tag der Zivilcourage am 19. September sucht Mitstreiter*innen

Das Bundesnetzwerk Zivilcourage veranstaltet am 19. September wieder bundesweit einen Aktionstag für Zivilcourage. Auch in Magdeburg soll das Thema Zivilcourage an diesem Tag in die Öffentlichkeit gebracht werden. Egal, ob als Verein, Gemeinde, Schule, Uni, Kindergarten… Jede und jeder von uns kann Zivilcourage lernen, weitergeben, darüber sprechen, mit einer Aktion im eigenen Umfeld oder auf der Straße darauf aufmerksam machen…
Damit das möglich wird, sucht das Zivilcourageprojekt „otto greift ein“ Mitstreiter*innen und Kooperationspartner und unterstützt Aktionen gerne bei der Logistik und Öffentlichkeitsarbeit. Wer also Lust und Zeit hat, am 19. September etwas für Zivilcourage in Magdeburg zu tun, melde sich bitte bei „otto greift ein“.

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26 Jahre nach dem Angriff auf die „Elbterrassen“

Gedenken
26 Jahre nach dem Angriff auf die „Elbterrassen“
und zum 26. Todestag von Torsten Lamprecht

 

Das Bündnis gegen Rechts Magdeburg erinnert am Mittwoch, dem 9. Mai 2018 um 16.00 Uhr mit einer Mahnwache an den Angriff auf die „Elbterrassen“ und den dabei von neonazistischen Skinheads ermordeten Torsten Lamprecht.
Wir laden Sie herzlich zur Gedenkveranstaltung am Torsten-Lamprecht Weg / Ecke Brücke am Wasserfall ein. Der Veranstaltungsort befindet sich in unmittelbarer Nähe der ehemaligen „Elbterrassen“.

Zum Hintergrund
Am Abend des 9. Mai 1992 feierten etwa 30 Jugendliche der Magdeburger Punk-Szene den Geburtstag eines Freundes in der Gaststätte „Elbterrassen“ im Stadtteil Cracau.
Kurz vor Mitternacht rissen etwa 60 neonazistische Skinheads das Tor zum Gelände auf und begannen unvermittelt mit Baseballschlägern auf die Feiernden einzuschlagen. Einer der Angreifer schoss mit Leuchtkugeln auf die panisch fliehenden Gäste. Während des 30-minütigen Angriffs riefen die Neonazis immer wieder Parolen wie „Heil Hitler!“ und „Sieg Heil!“. Der Betreiber der „Elbterrassen“ schilderte später seine Eindrücke des Überfalls gegenüber der Magdeburger Volksstimme: „Keiner von uns wusste, was hier eigentlich passierte. Es war, als ob ein Krieg ausbrach.“ Da das Telefon nicht funktionierte, kletterte er über eine Mauer um Hilfe zu holen. In einer Nebenstraße traf er auf mehrere Streifenpolizisten. Diese verweigerten jedoch jegliche Unterstützung mit den Worten „Wir sind zu wenig Leute.“ Erst als die Angreifer bereits weg waren, traf die Verstärkung der Polizei am Ort des Geschehens ein. Dort versorgten bereits mehrere Notärzte die zum Teil schwerverletzten Partygäste. Acht von ihnen mussten in ein Krankenhaus eingeliefert werden – darunter Torsten Lamprecht. Er erlag am 11. Mai 1992 seiner schweren Schä-delfraktur.
Immer wieder wurden Anfang der 1990er Jahre Punks, Migrant*innen und linke Jugendliche von Rechtsextremen und Rassisten zusammengeschlagen. Neonazis überfielen Treffpunkte von Punks wie den „Knast“ in Magdeburg-Neustadt und linke Wohnprojekte in Stadtfeld. Der Überfall auf die „Elbterrassen“ stellte den traurigen Höhepunkt dieser Reihe von rechts motivierten Angriffen dar. Jahre später beschrieb ein Freund des ermordeten Torsten Lamprecht den Angriff als tiefen Einschnitt: „Aber seit dem 9. Mai 1992 ging es um Leben und Tod.“
Nähere Informationen zum Hintergrund hier.

Magdeburg trägt Kippa

Aufruf, am 25. April ein solidarisches Zeichen zu setzen

Wenn Israelis und Juden in unserem Land verbal und körperlich angegriffen werden, weil sie Kippa tragen, dann sind wir alle angegriffen. Und wir alle müssen deutlich „Flagge zeigen“. Darum rufen das Magdeburger „Bündnis gegen Rechts“, der Förderverein „Neue Synagoge Magdeburg“ e.V. und die Magdeburger Arbeitsgruppe der „Deutsch-Israelischen Gesellschaft“ dazu auf, nun mit einer eigenen solidarischen Aktion zu antworten. Am gleichen Tag wie in Berlin, Köln, Erfurt und anderen Städten in Deutschland rufen wir die Magdeburgerinnen und Magdeburger dazu auf, sich unter dem Motto „Magdeburg trägt Kippa“ am Mittwoch, dem 25.4.2018 um 18.00 Uhr am Synagogenmahnmal (Julius-Bremer-Straße/ Ecke Platz an der Alten Synagoge) einzufinden.

Wer kann, bringe bitte eine Kippa mit – Männer können in begrenztem Umfang vor Ort auch eine Kippa ausborgen. Frauen werden gebeten, mit eigener Kopfbedeckung zu kommen. Nach einer Kundgebung am Synagogenmahnmal wollen wir schweigend zum zukünftigen Standort der Magdeburger Synagoge in der Julius-Bremer-Straße gehen. Das dortige Banner „Otto braucht eine Synagoge“ musste bereits vier Mal erneuert werden und ist gerade wieder neu aufgestellt worden, so dass es wieder jede*r lesen kann: „Otto braucht eine Synagoge“. Dass das in Frieden und guter Verbundenheit mit allen Menschen unserer Stadt möglich wird, dafür kann „Otto“ am Mittwoch ein Zeichen setzen und auch ruhig mal eine Kippa tragen, ob er nun Jude ist oder nicht.

Im Jahr 2018 und damit 70 Jahre nach der Gründung des Staates Israel und 80 Jahre nach den Novemberpogromen, bei denen auch die Magdeburger Synagoge zerstört wurde, rufen wir die Menschen in Magdeburg dazu auf, sich gegen jeden Antisemitismus und Rassismus zu stellen. Mit dieser Aktion und einer entschlossenen Unterstützung einer neuen Synagoge für Magdeburg wollen wir deutlich machen, dass wir mit unseren jüdischen Nachbarinnen und Nachbarn, die wie wir hier zu Hause sind, in Frieden und in herzlicher Verbundenheit leben wollen. Denn ihr Frieden ist auch unser Frieden.

Internationale Wochen gegen Rassismus 2018

Bereits zum dritten Mal finden vom 12. bis 25. März die Internationalen Wochen gegen Rassismus auch in Magdeburg statt.

Zahlreiche Akteure haben ein breites Programm auf die Beine gestellt und hoffen auf Diskussion und Begegnung, Information und Empowerment bei den unterschiedlichen Veranstaltungen.

Die Menschenwürde darf für keinen politischen oder ideologischen Zweck verhandelbar sein.
Darum: 100% Menschenwürde! Alle gesellschaftlichen Kräfte sind gefragt, zusammen gegen Rassismus zu stehen – und auch Ausgrenzungsmechanismen in den eigenen Strukturen kritisch zu hinterfragen. Die Internationalen Wochen gegen Rassismus bieten eine gute Gelegenheit, deutlich und sichtbar zu machen, dass Rassismus und andere Formen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in Magdeburg keinen Platz haben.

Materialien:

75. Jahrestag der Deportation der Sinti und Roma

Unku (Erna Lauenburger) 1935 in Dessau-Roßlau (Fotograf: Hanns Weltzel, Quelle: University of Liverpool Library) – AJZ Dessau

Einladung zum Gedenken an die Deportation und Ermordung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus

Am 1. März 2018 jährt sich zum 75. Mal die Deportation der Sinti und Roma aus dem „Zigeunerlager“ am Holzweg/Silberberg in Magdeburg nach Auschwitz. Dort wurde 340 von ihnen – Kinder, Frauen und Männer – ermordet. Ihrer möchten wir an diesem Tag gedenken.
Die Gedenkveranstaltung findet um 16.00 Uhr an der Namensstele im Flora-Park (Olvenstedter Graseweg, Fußgängerzugang zum Florapark) statt.

Der 75. Jahrestag der Deportation der Sinti und Roma ist zudem Anlass für weitere Veranstaltungen:

Lesung: „Auf dem bisherigen Platze waren sie dem bewohnten Ortsteile zu nahe“
am 1. März um 17.00 Uhr in der Stadtteilbibliothek Florapark

Im Anschluss an das Gedenken berichtet Pascal Begrich, Historiker und Geschäftsführer von Miteinander e.V., mit einer kommentierten Lesung von der Verfolgung der Sinti und Roma in Magdeburg während des Nationalsozialismus.

Wanderausstellung: „…vergiss die Photos nicht, das ist sehr wichtig“
vom 1.-31. März in der Zentralbibliothek

In den 1930er Jahren fotografierte Hanss Weltzel vorwiegend Sinti, aber auch einige Roma in Dessau-Roßlau. Nach der Ausweisung aus Dessau-Roßlau Anfang 1938 wurden viele der Fotografierten in das „Zigeunerlager am Holzweg“ in Magdeburg gezwungen. Die Ausstellung wurde von Jana Müller (AJZ Dessau) und Prof. Eve Rosenhaft erarbeitet. Eine Kooperation der Stadtbibliothek mit dem Alternativen Jugendzentrum Dessau.

Vernissage zur Ausstellung: „…vergiss die Photos nicht, das ist sehr wichtig“
am 2. März um 16.00 Uhr in der Zentralbibliothek

Zur Eröffnung der Wanderausstellung zeigt Jana Müller Filmdokumente und einzigartige Fotos, die das Alltagsleben der verfolgten Sinti und Roma im Nationalsozialismus dokumentieren. Eine Kooperation der Stadtbibliothek mit dem Alternativen Jugendzentrum Dessau.

Lesung: „Ede und Unku – die wahre Geschichte“
am 6. März um 19.30 Uhr in der Zentralbibliothek

„Ede und Unku“ erschien 1931. Die Autorin Alex Wedding erzählt darin von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen dem Arbeiterjungen Ede und dem Sintimädchen Unku. Kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde das Buch verboten. Unku – eigentlich Erna Lauenberger –  wurde 1943 in Auschwitz ermordet. In „Ede und Unku – die wahre Geschichte“ erzählen Juliane von Wedemeyer und Janko Lauenburger, „Unkus Ur-Cousin“, über das Leben von Erna Lauenberger und gleichzeitig über Janko Lauenburgers Leben als Sintikind in der DDR. Eine Kooperation der Stadtbibliothek mit Miteinander e.V., gefördert im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie in der Landeshauptstadt Magdeburg vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Bundesprogramm „Demokratie leben!“.