21. Januar: 9. „Meile und Meilensteine der Demokratie“ für Vielfalt und Menschenwürde

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„Gerade in der heutigen Zeit, wo populistische Vereinfachungen, rassistische Hetze, Ausgrenzungen und Bedrohungen wieder vermehrt auftreten und scheinbar gesellschaftsfähig werden, müssen wir ganz deutlich machen, dass dies keinen Platz in unserer Stadt hat.“ (aus unserem Aufruf)

Darum gehen wir nach unserer Stolpersteinreinigung und Mahnwache am Montag auch am kommenden Samstag wieder raus auf die Straßen dieser Stadt und rufen dazu auf, dies gemeinsam mit uns zu tun. Wir alle, die wir da bereits zum 9. Mal „Meile und Meilensteine der Demokratie“ organisieren, stehen gemeinsam für ein weltoffenes, menschenfreundliches und demokratisches Magdeburg und wollen dies gemeinsam mit Ihnen und Euch deutlich und sichtbar machen.

Dazu haben wir mit vielen Kooperationspartnern und Unterstützern (auch von außerhalb Magdeburgs) ein buntes und vielfältiges Programm zusammengestellt, das einlädt zum Mitmachen, Mitdiskutieren, Einmischen, Demokratieleben, Haltungzeigen:

12.00 Uhr Auftaktkundgebung auf der Bühne am Alten Markt

  • 11.00-16.00 Uhr „Kriege werden aufgegessen“ auf dem Ambrosiusplatz

Ab 12.00 Uhr

 

  • 12.30-16.30 Uhr Lesung „Hass wegpacken, Anstand bewahren!“ im Bus der Fahrbibliothek auf dem Breiten Weg
  • 13.00 Uhr Luftballonaktion „Frieden für Aleppo“ und Flashmob von Schüler_innen an der Bühne am Alten Markt
  • 13.00-16.00 Uhr „Tanz und Tee“ Meilenstein auf dem Nicolaiplatz
  • 14.00 Uhr Gedenkzeit für die Opfer rechter Gewalt in St. Sebastian, anschl. „Tanzend aufmerksame Schritte wagen“
  • 14.00-18.00 Ausstellung „Mit Phantasie und Mut durch den Heidesand – Bilder aus der Colbitz Letzlinger Heide“ im Café Verde, Herrenkrug 2
  • 14.45 Uhr Scheckübergabe an den Förderverein Neue Synagoge Magdeburg e.V. auf der Kirchenbühne am Hundertwasserhaus
  • 15.00-19.00 Uhr „Alternative Formen des Umgangs mit Gewalt“ beim Fermersleber Sportverein e.V., Alt Fermersleben 1
  • 16.50 Uhr Lichtaktion vor der Bühne am Alten Markt

Abends

 

Weitere Informationen zu Programm und Aktivitäten:

  • „politikorange“ wird den Tag wieder begleiten und dokumentieren.
  • Der „Offene Kanal“ wird den Tag über live streamen.
  • Bei der Straßenbahnsonderfahrt sind erstmalig die neuen Scheibenaufkleber der „Vielfalt-Bahn“ zu sehen.
  • Bei der Aktion „Hass wegpacken, Anstand bewahren!“ werden u.a. Taschen gegen Spende abgegeben, die aus Planen genäht wurden, die vorher am Blauen Bock hingen.
  • Mit den Erlösen der Aktion „Hass wegpacken, Anstand bewahren!“ sowie der Schulmeile wird die Arbeit zur Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen von TOLL e.V. unterstützt.
  • Den Auftakt bei den Lesungen im Bus der Fahrbibliothek gestaltet der Astronaut „Peter Ghost“.
  • Wir werden wieder über unsere Accounts bei Facebook und Twitter informieren.

Änderungen vorbehalten! Diese Veranstaltungsseite wird bis zum 21. Januar laufend aktualisiert.

Zu den Aktivitäten auf dem Breiten Weg gibt es noch mehr Informationen auf der eigenen Internetseite der „Meile der Demokratie“.

„Gemeinsam rufen das Bündnis gegen Rechts und die Landeshauptstadt Magdeburg zur Teilnahme an den vielfältigen Aktionen auf:

Magdeburg gehört an jedem Tag den engagierten und menschenfreundlichen Demokratinnen und Demokraten. Lassen Sie uns Nazis, Rechtspopulismus und Rassismus mit Zivilcourage und Entschlossenheit entgegentreten!“

Aufruf zum Download: 170121-bgr-aufruf-januar-2017
Aufruf in verschiedenen Sprachen zum Download: 170121_aufruf_mehrsprachig

 

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu den Veranstaltungen zu verwehren oder von diesen auszuschließen.

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16. Januar: „Kein Gedenkort für Neonazis“

md will keine nazis - schmalMahnwache des Bündnis gegen Rechts Magdeburg gegen die Verklärung des 16. Januars um 18.30 Uhr auf dem Alten Markt

Mit einem Gedenkmarsch an die Opfer des Luftangriffs vom 16. Januar 1945 wollen Neonazis am Montagabend den Nationalsozialismus rehabilitieren. Der Vernichtungscharakter der deutschen Kriegsführung wird verschwiegen und der Holocaust verharmlost. Zugleich dient der Aufmarsch den Nazis zur Inszenierung ihrer heutigen menschenverachtenden Auffassungen.
Das wollen wir nicht hinnehmen und ein deutliches Zeichen für eine demokratische Erinnerungskultur setzen. Für ein Gedenken, dass die verschiedenen Perspektiven auf den Bombenkrieg in den Blick nimmt. Ein Gedenken, das den 16. Januar 1945 in den Kontext des nationalsozialistischen Vernichtungskriegs stellt.
Darum laden wir ein zu einer Mahnwache am 16. Januar ab 18.30 Uhr auf dem Alten Markt.

Zudem werden wir in der Zeit zwischen der Gedenkfeier auf dem Westfriedhof und unserer Mahnwache beginnend mit dem Stolperstein für Herbert Goldschmidt die Stolpersteine um den Alten Markt reinigen und der Opfer des Nationalsozialismus gedenken. Wer sich daran beteiligen möchte, melde sich bitte.

Nähere Hintergrundinformationen zu den Gedenkmärschen der Neonazis und den Gegenprotesten in Magdeburg gibt es hier:

21. Januar: Magdeburg: Eine Stadt für alle!

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Aufruf zum Aktionstag am 21. Januar 2017

Die Erinnerung an den 16. Januar 1945 zeigt uns, wohin Ausgrenzung und Nationalismus führen. Sie mahnt uns zu Frieden, Verständigung, Respekt und Wertschätzung gegenüber allen Menschen in unserer Stadt.
Gerade in der heutigen Zeit, wo populistische Vereinfachungen, rassistische Hetze, Ausgrenzungen und Bedrohungen wieder vermehrt auftreten und scheinbar gesellschaftsfähig werden, müssen wir ganz deutlich machen, dass dies keinen Platz in unserer Stadt hat.
Darum wollen wir am 21. Januar 2017 mit der 9. Meile der Demokratie auf dem Breiten Weg, mit Meilensteinen im Stadtgebiet und anderen vielfältigen und friedlichen Aktionen gemeinsam deutlich machen: Magdeburg ist eine Stadt für alle! Rassismus, Hass und Gewalt haben bei uns keinen Platz.
Magdeburg ist ein Ort, an dem Menschen unabhängig von Herkunft, Aufenthaltsstatus oder anderer Merkmale verschieden sein und friedlich zusammenleben können. Wir alle stehen gemeinsam für ein weltoffenes, menschenfreundliches und demokratisches Magdeburg.
Gemeinsam rufen das Bündnis gegen Rechts und die Landeshauptstadt Magdeburg zur Teilnahme an den vielfältigen Aktionen auf:
Magdeburg gehört an jedem Tag den engagierten und menschenfreundlichen Demokratinnen und Demokraten. Lassen Sie uns Nazis, Rechtspopulismus und Rassismus mit Zivilcourage und Entschlossenheit entgegentreten!

Aufruf zum Download: 170121-bgr-aufruf-januar-2017
Aufruf mehrsprachig zum Download: 170121_aufruf_mehrsprachig
Anmeldeformular: anmeldeformular-mdd-2017
Kreativaktion „Hass wegpacken, Anstand bewahren“: 170121_hass-wegpacken_plakat
Alle wichtigen Infos zur Beteiligung und zum Programm gibt es hier.

 

Gedenken und Protest

Der 9. November steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des Gedenkens und des Protests. Im Vordergrund stehen das Gedenken an die Opfer der antisemitischen Pogrome des 9. Novembers 1938 sowie die Erinnerung an den Spanischen Bürgerkrieg. Zugleich geht es um den Widerstand gegen eine Kundgebung der rechtspopulistischen AfD, die mit ihren Ressentiments gegenüber demokratischen Parteien und dem parlamentarischen System an nationalkonservative und völkische Bewegungen der 1920er und 1930er Jahre anknüpft.

alexander-dettmarGedenken an die Novemberpogrome von 1938

Im Rahmen der reichsweiten Pogrome wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Magdeburg mindestens 30 Geschäfte sowie mehrere Arztpraxen und Wohnungen von Juden verwüstet. Der Innenraum der Synagoge wurde von der SA mit Sprengstoff zerstört. Unterlagen der jüdischen Gemeinde und religiöse Kultgegenstände wurden auf dem Hof der Synagoge verbrannt. Gestapo, SS und SA drangsalierten und misshandelten jüdische Bürger. 120 Männer wurden verhaftet und in das KZ Buchenwald verschleppt. Das Pogrom bildete den brutalen Schlusspunkt für das öffentliche jüdische Leben in Magdeburg sowie den Auftakt zur Ghettoisierung bis hin zu Deportation und systematischer Ermordung.

Um 16 Uhr laden die Landeshauptstadt Magdeburg und der Evangelische Kirchenkreis zu Kundgebung und Kranzniederlegung am Mahnmal für die zerstörte Synagoge in der Julius-Bremer-Straße ein. Im Anschluss findet ein stiller Gedenkweg zum Landtag statt. Dort wird um 17 Uhr eine Ausstellung mit Bildern zerstörter Synagogen des Künstlers Alexander Dettmar eröffnet wird. Zu sehen sind unter anderem Bilder der Synagogen von Halle, Dessau und Halberstadt.

Die Katholische Kirche im Spanischen Bürgerkrieg

Ebenfalls um 17 Uhr berichtet der Kirchenhistoriker Gianmaria Zamagni in der Stadtbibliothek unter dem Titel „Die Hierarchie und das Ärgernis“ über die Rolle der Katholischen Kirche im Spanischen Bürgerkrieg. Zu den Opfern des Bürgerkrieges vor 80 Jahren gehörten auch tausende katholische Priester und Ordensleute. Bis heute wirken die Traumata nach. Die katholische Kirche stand während der Auseinandersetzung mehrheitlich aufseiten der Putschisten gegen die Republik. Gianmaria Zamagni erörtert in seinem Vortrag das Verhältnis von Politik und Religion in diesem Konflikt. Der Vortrag wird im Rahmen der aktuellen Veranstaltungsreihe „`No pasaran!` Magdeburg und der Spanische Bürgerkrieg“ in Kooperation mit dem Literaturhaus Magdeburg angeboten.

Protest gegen die AfD

Die „Students Against Racism Magdeburg“ und der Studierendenrat der Universität Magdburg rufen unter dem Motto „NIE WIEDER – Kundgebung gegen Rassismus und Hass“ zum Protest gegen die AfD auf. Gegen den ressentimentgeladenen und rassistischen Aufmarsch der rechtspopulistischen Partei soll Gesicht gezeigt sowie für eine offene und tolerante Gesellschaft geworben werden. Dem Aufruf schließen wir uns als Bündnis gegen Rechts gern an. Die Kundgebung beginnt um 18.30 Uhr auf dem Domplatz.

Weitere Informationen finden sich hier.

„Das Leben des Rick Langenstein zerbrach an der Gewalt eines Neonazis…“

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Gedenkrede zum 8. Todestag von Rick Langenstein

„Wer in den Zeitungartikeln blättert, die unmittelbar nach dem gewaltsamen Tod Rick Langensteins erschienen, hat noch einmal alles vor Augen: Die Fassungslosigkeit der ehemaligen Mitschüler, das Leid der Angehörigen, die zwiespältigen Reaktionen der damaligen Leitung eines Baumarktes.
Von einem Moment auf den anderen verlor ein junger Mensch, der am Beginn seines Weges stand, sein Leben. Das hat damals viele Menschen aufgewühlt: Freunde, Mitschüler und Angehörige. Der Zeitung sagte damals eine Frau, die Rick aus einem pädagogischen Projekt gut kannte: „Man musste ihn einfach mögen.“
Das Leben des Rick Langenstein zerbrach an der Gewalt eines Neonazis, der es nicht ertragen konnte, dass ihm jemand nicht zu Willen war. Zur Erinnerung: Auslöser der Gewalttat des rechten Schlägers Bastian O. war wohl, dass Rick diesen als „Hobbynazi“ ironisiert hatte. Das war der Anlass für eine Gewaltorgie, an deren Ende Rick Langenstein sein Leben verlor.
Seit dem sind Jahre vergangen. Inzwischen erreichen uns mit hoher Schlagzahl Nachrichten von Angriffen auf Migranten und ihre Unterkünfte. Das Misstrauen und die Angst gegenüber Flüchtlingen wachsen, und bieten Nährboden jenen, die Angst, Hass und Gewalt säen. Denn Neonazis und Rechtspopulisten ziehen ihre Energie genau daraus.
Der Tod Rick Langensteins und der aller anderen Opfer rechter Gewalt fragt uns: In welcher Gesellschaft wollen wir leben? In jener, die von rechten Hetzern und Angstmachern im Internet gezeichnet wird, oder in einer, in der wir uns den Fragen und Widersprüchen der Zeit offen und solidarisch stellen? Die Antwort müssen wir selbst geben.“