„Geschichte entfesselt“

150717 Geschichte entfesseltEin Wochenende zur Geschichte im ehemaligen Gefängnis

Das Wochenende vom 17. bis 19. Juli steht beim Sinnlichkeits-Festival des Kulturanker e.V. in der ehemaligen JVA ganz im Zeichen der Geschichte:

Denn der Ort der „Sinnlichkeit“ hat nicht nur eine Gegenwart, sondern auch eine Vergangenheit: Viele individuelle Schicksale haben sich in den alten Mauern abgespielt, seit der Kaiserzeit, dem revolutionären Umbruch nach 1918, der Weimarer Republik, der Zeit des Nationalsozialismus, der sowjetischen Militärgerichtsbarkeit und schließlich in der DDR und der Zeit nach der friedlichen Revolution. Man kann durch die vielen Gänge gehen und etwas von der Geschichte spüren, wenn man sich auf Spurensuche begibt: Die Zellentüren in einigen Gängen haben Klappen, in denen Fotos und Texte über einzelne politische Häftlinge angebracht wurden. Am Freitag, 17. Juli wird um 18.00 Uhr diese „Spurensuche“ mit einem historischen Rundgang unter fachlicher Anleitung eröffnet, anschließend können Sie selbst die insg. 18 Beispiele von politischen Häftlingen entdecken.

An Wochenende vom 17.-19. Juli gibt es in der „Sinnlichkeit“ zudem Vorträge und Ausstellungen zur Justiz im Nationalsozialismus und zu Zwangsarbeit und KZ-Haft in Magdeburg, aber auch zur Instrumentalisierung von Muslimen und Hindus durch die deutsche Führung im I. und II. Weltkrieg und den sog. „Beutetürken“ in Magdeburg. Lesungen, Historische Rundgänge durch die JVA und Konzerte runden das Programm ab.

Programmheft mit allen Veranstaltungen und Infos: 150717 Geschichtswochenende SINNLICHKEIT

Veranstaltungsreicher Herbst

Logo Demokratie braucht StimmeZwar enden heute die Interkulturellen Wochen. Doch nächste Woche beginnt eine Vorlesungsreihe zu „70 Jahre Trauermarsch-Kultur“ über Neonazistrukturen und Gegenproteste in Magdeburg. Und in zwei Wochen beginnen die „Tage der jüdischen Kultur und Geschichte“. Dazu sind die Ausstellungen über Kirche und Nationalsozialismus noch zu besichtigen, die nächsten Stolpersteine werden verlegt, eine Lesung über das Attentat auf das Münchner Oktoberfest…
Zahlreiche Veranstaltungen bieten derzeit Gelegenheiten zur Information und Diskussion. Alle, die Menschenwürde und Demokratie achten, sind herzlich eingeladen. Alle Infos finden Sie auf unserer Veranstaltungsseite, die kontinuierlich aktualisiert wird.

Ausstellung „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“ vom 7.-19. Juli im City Carré

1407 CIC_NSU_A1_4Die bilderreiche Ausstellung setzt sich auf 22 Tafeln mit den Verbrechen des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ in den Jahren 2000 bis 2007 sowie der gesellschaftlichen Aufarbeitung nach dem Auffliegen des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ im November 2011 auseinander.
Im ersten Teil der Ausstellung werden die Biografien von Enver Simsek, Abdurrahim Özüdogru, Süleyman Tasköprü, Mehmet Turgut, Habil Kilic, Ismail Yasar, Mehmet Kubasik, Theodoros Boulgarides, Halit Yozgat und Michele Kiesewetter dargestellt. Zu Wort kommen auch Angehörige der Mordopfer. Weitere Tafeln beschäftigen sich mit den Bombenanschlägen in Köln sowie den Banküberfällen, bei denen unschuldige Menschen teilweise lebensbedrohlich verletzt wurden.
Der zweite Teil beleuchtet die Neonaziszene der 1990er Jahre sowie die Hilfeleistungen an den NSU-Kern aus einem neonazistischen Netzwerk. Dargestellt werden auch die Gründe, warum die Mordserie nicht aufgedeckt wurde sowie der gesellschaftspolitische Umgang mit dem Themenkomplex nach dem Auffliegen der neonazistischen Terrorgruppe am 4. November 2011.
Die Ausstellung wird am 7. Juli um 17.00 Uhr feierlich eröffnet.
Am 14. Juli laden die Veranstalter um 20.00 Uhr zur Konzertlesung „Blumen für Otello“ mit Esther Dischereit und DJ İpek İpekçioğlu. Diese Veranstaltung findet im Managementforum des City Carré statt (Kantstraße 5, Eingang gegenüber dem Hauptbahnhof).
Miteinander e.V. bietet ab dem 8. Juli eine Ausstellungsbegleitung für Gruppen von Jugendlichen (Zeitumfang 90-120 Minuten). Terminabsprache unter Tel. 03 91 – 6 20 77-43 bzw. boeckmann.gs(at)miteinander-ev.de

Die Ausstellung wird präsentiert von der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V., dem City Carré Magdeburg, der Fraktion Die LINKE im Landtag und Miteinander e.V.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.