Aber seit Mai 1992 ging es um Leben und Tod.

Mahnwache zum Gedenken

Am 9. Mai 1992 griffen Neonazis eine Geburtstagsfeier in den „Elbterrassen“ Magdeburg an. Dabei wurde Torsten Lamprecht so schwer verletzt, dass er zwei Tage später verstarb. Am 11. Mai 2022, dem 30. Todestag, gedenken wir um 16 Uhr Torsten Lamprecht mit einer Mahnwache am Torsten-Lamprecht-Weg/Ecke Brücke am Wasserfall in unmittelbarer Nähe zum Tatort. hierzu laden wir herzlich ein.

Filmvorführung und Gespräch

„Himmelfahrtskommando“: In der zweiten Folge der Dokumentationsreihe „Baseballschlägerjahre – Die Wendegeneration und die rechte Gewalt“ werden die Himmelfahrtskrawalle 1994 in Magdeburg rekonstruiert. Wir zeigen den Film am 11. Mai 2022 um 19 Uhr im KJH Knast (Umfassungsstraße 77). Am anschließenden Gespräch werden die Autorin des Film, Adama Ulrich und David Begrich von Miteinander e.V. teilnehmen. Wir wollen über die „Baseballschlägerjahre“ Jahre reden. Was hat sich seitdem verändert? Wer ist auch heute noch von rechter Gewalt betroffen? Warum braucht es die Erinnerung?

Für die Teilnahme an der Filmveranstaltung ist ein medizinischer Mund- und Nasenschutz notwendig. Vor Ort wird es einen QR-Code über die Corona-App bzw. eine Liste zum Registrieren geben, so dass im Notfall eine Kontaktverfolgung möglich ist.

Zum Hintergrund

Am Abend des 9. Mai 1992 feierten etwa 30 Jugendliche der Magdeburger Punk-Szene einen Geburtstag in der Gaststätte „Elbterrassen“ im Stadtteil Cracau. Kurz vor Mitternacht rissen etwa 60 neonazistische Skinheads das Tor zum Gelände auf und begannen unvermittelt, mit Baseballschlägern auf die Feiernden einzuschlagen. Die Polizei war vorgewarnt. Die Beamt*innen griffen jedoch erst ein, als Verstärkung vor Ort war.

Immer wieder wurden Anfang der 1990er Jahre Punks, Migrant*innen und linke Jugendliche von Rechtsextremen und Rassisten zusammengeschlagen. Neonazis überfielen Treffpunkte von Punks wie den „Knast“ in Magdeburg-Neustadt und linke Wohnprojekte in Stadtfeld. Der Überfall auf die „Elbterrassen“ stellte den traurigen Höhepunkt dieser Reihe von rechts motivierten Angriffen dar. Jahre später beschrieb ein Freund des ermordeten Torsten Lamprecht den Angriff als tiefen Einschnitt: „Aber seit dem 9. Mai 1992 ging es um Leben und Tod.“