13. April 1945: Massaker im Stadion Neue Welt

#Magdeburg75: Heute vor 75 Jahren, am 13. April 1945, starben bei einem Massaker von Volkssturmeinheiten und SS auf dem Gelände des Stadions Neue Welt mindestens 42 Häftlinge des evakuierten KZ Polte-Magdeburg. Einige Stunden zuvor hatten sie etwa 3.500 Häftlinge gewaltsam Richtung Osten durch die Stadt getrieben. Bei einer Rast auf dem Stadiongelände gerieten die Häftlinge unter Artilleriebeschuss amerikanischer Truppen. Unter Panik versuchten sie Deckung zu finden, woraufhin die Wachmannschaften auf die Fliehenden das Feuer eröffnete.
Nach dem Massaker wurden die Überlebenden erneut zusammengetrieben und in Marsch gesetzt. Als die weiblichen Häftlinge das KZ Ravensbrück erreichten, sind von den 3.000 Frauen des Außenlagers nur noch wenige Hundert am Leben. Die 500 männlichen KZ-Häftlinge marschierten weiter Richtung Sachsenhausen. Die Zahl der Opfer ihres Todesmarschs ist nicht bekannt.
Bereits zwei Tage zuvor, am 11. April 1945, hatte die SS, bereits ohne funktionsfähige Kommandostruktur, versucht, die Häftlinge zu einem Evakuierungsmarsch zusammenzutreiben. Aus Angst und vielleicht auch aus Hoffnung auf die baldige Befreiung durch die US-Armee widersetzten sich die Häftlinge den Anordnungen. Die SS schoss um sich, es gab viele Verletzte, doch musste die Lagerbewachung den Versuch zur Räumung schließlich aufgeben.

Eigentlich hatten wir geplant, heute zu einem gemeinsamen Weg zu Fuß vom Erinnerungsort zum KZ Polte-Magdeburg in der Liebknechtstraße bis zum Stadion Neue Welt an der Berliner Chaussee aufzurufen. Diese Veranstaltung muss – wie so viele andere – aufgrund der aktuellen Umstände ausfallen.