Gedenken und Protest

Der 9. November steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des Gedenkens und des Protests. Im Vordergrund stehen das Gedenken an die Opfer der antisemitischen Pogrome des 9. Novembers 1938 sowie die Erinnerung an den Spanischen Bürgerkrieg. Zugleich geht es um den Widerstand gegen eine Kundgebung der rechtspopulistischen AfD, die mit ihren Ressentiments gegenüber demokratischen Parteien und dem parlamentarischen System an nationalkonservative und völkische Bewegungen der 1920er und 1930er Jahre anknüpft.

alexander-dettmarGedenken an die Novemberpogrome von 1938

Im Rahmen der reichsweiten Pogrome wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Magdeburg mindestens 30 Geschäfte sowie mehrere Arztpraxen und Wohnungen von Juden verwüstet. Der Innenraum der Synagoge wurde von der SA mit Sprengstoff zerstört. Unterlagen der jüdischen Gemeinde und religiöse Kultgegenstände wurden auf dem Hof der Synagoge verbrannt. Gestapo, SS und SA drangsalierten und misshandelten jüdische Bürger. 120 Männer wurden verhaftet und in das KZ Buchenwald verschleppt. Das Pogrom bildete den brutalen Schlusspunkt für das öffentliche jüdische Leben in Magdeburg sowie den Auftakt zur Ghettoisierung bis hin zu Deportation und systematischer Ermordung.

Um 16 Uhr laden die Landeshauptstadt Magdeburg und der Evangelische Kirchenkreis zu Kundgebung und Kranzniederlegung am Mahnmal für die zerstörte Synagoge in der Julius-Bremer-Straße ein. Im Anschluss findet ein stiller Gedenkweg zum Landtag statt. Dort wird um 17 Uhr eine Ausstellung mit Bildern zerstörter Synagogen des Künstlers Alexander Dettmar eröffnet wird. Zu sehen sind unter anderem Bilder der Synagogen von Halle, Dessau und Halberstadt.

Die Katholische Kirche im Spanischen Bürgerkrieg

Ebenfalls um 17 Uhr berichtet der Kirchenhistoriker Gianmaria Zamagni in der Stadtbibliothek unter dem Titel „Die Hierarchie und das Ärgernis“ über die Rolle der Katholischen Kirche im Spanischen Bürgerkrieg. Zu den Opfern des Bürgerkrieges vor 80 Jahren gehörten auch tausende katholische Priester und Ordensleute. Bis heute wirken die Traumata nach. Die katholische Kirche stand während der Auseinandersetzung mehrheitlich aufseiten der Putschisten gegen die Republik. Gianmaria Zamagni erörtert in seinem Vortrag das Verhältnis von Politik und Religion in diesem Konflikt. Der Vortrag wird im Rahmen der aktuellen Veranstaltungsreihe „`No pasaran!` Magdeburg und der Spanische Bürgerkrieg“ in Kooperation mit dem Literaturhaus Magdeburg angeboten.

Protest gegen die AfD

Die „Students Against Racism Magdeburg“ und der Studierendenrat der Universität Magdburg rufen unter dem Motto „NIE WIEDER – Kundgebung gegen Rassismus und Hass“ zum Protest gegen die AfD auf. Gegen den ressentimentgeladenen und rassistischen Aufmarsch der rechtspopulistischen Partei soll Gesicht gezeigt sowie für eine offene und tolerante Gesellschaft geworben werden. Dem Aufruf schließen wir uns als Bündnis gegen Rechts gern an. Die Kundgebung beginnt um 18.30 Uhr auf dem Domplatz.

Weitere Informationen finden sich hier.

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