„Das Leben des Rick Langenstein zerbrach an der Gewalt eines Neonazis…“

160816 Rick L kleiner

Gedenkrede zum 8. Todestag von Rick Langenstein

„Wer in den Zeitungartikeln blättert, die unmittelbar nach dem gewaltsamen Tod Rick Langensteins erschienen, hat noch einmal alles vor Augen: Die Fassungslosigkeit der ehemaligen Mitschüler, das Leid der Angehörigen, die zwiespältigen Reaktionen der damaligen Leitung eines Baumarktes.
Von einem Moment auf den anderen verlor ein junger Mensch, der am Beginn seines Weges stand, sein Leben. Das hat damals viele Menschen aufgewühlt: Freunde, Mitschüler und Angehörige. Der Zeitung sagte damals eine Frau, die Rick aus einem pädagogischen Projekt gut kannte: „Man musste ihn einfach mögen.“
Das Leben des Rick Langenstein zerbrach an der Gewalt eines Neonazis, der es nicht ertragen konnte, dass ihm jemand nicht zu Willen war. Zur Erinnerung: Auslöser der Gewalttat des rechten Schlägers Bastian O. war wohl, dass Rick diesen als „Hobbynazi“ ironisiert hatte. Das war der Anlass für eine Gewaltorgie, an deren Ende Rick Langenstein sein Leben verlor.
Seit dem sind Jahre vergangen. Inzwischen erreichen uns mit hoher Schlagzahl Nachrichten von Angriffen auf Migranten und ihre Unterkünfte. Das Misstrauen und die Angst gegenüber Flüchtlingen wachsen, und bieten Nährboden jenen, die Angst, Hass und Gewalt säen. Denn Neonazis und Rechtspopulisten ziehen ihre Energie genau daraus.
Der Tod Rick Langensteins und der aller anderen Opfer rechter Gewalt fragt uns: In welcher Gesellschaft wollen wir leben? In jener, die von rechten Hetzern und Angstmachern im Internet gezeichnet wird, oder in einer, in der wir uns den Fragen und Widersprüchen der Zeit offen und solidarisch stellen? Die Antwort müssen wir selbst geben.“

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