Magida: Nach Spaziergang Nr. 33

151004 Pegida MD

„Pegida Magdeburg“, 4. Oktober 2015

Magida, die sich inzwischen Magida 2.0 nennt, hat zwar in den letzten Wochen zahlenmäßig etwas zugelegt.
Doch ein thematischer Gemischtwarenladen aus TTIP, Bürgerversammlung, „Ausländerkriminalität“, Kapitalismus und Nihilismus, einer Unterschriftensammlung gegen die „Islamisierung Magdeburgs“ und einer Zwischenkundgebung gegen „Lügenpresse“ vor dem Verlagshaus der Volksstimme zieht nicht die Massen. Da helfen auch die üblichen Gastredner_innen nicht – auch wenn gestern deutlich zu merken war, dass es aggressiver wird und aus der Gesinnung schon lange kein Hehl mehr gemacht wird: Die Rufe beim „Spaziergang“ sind aggressiver geworden und bei der Kundgebung wurde gestern an der Hauptwache u.a. Musik des neonazistischen Liedermachers Frank Rennicke abgespielt.
Zudem lähmt der Streit mit „Pegida Magdeburg“, die am Sonntag Nachmittag zwischen Karstadt und Blauem Bock noch armseliger aussahen und so wenige waren, dass ihr „Spaziergang“ auf dem Bürgersteig stattfinden musste.
Ärgerlicher war bei „Pegida Magdeburg“ am Sonntag, dass die Reden an der Straßenbahnhaltestelle laut zu hören waren, so dass einige Leute stehen blieben und selbst rassistische Sprüche von sich ließen. Doch auch diese Menschen gingen weiter und ließen Pegida stehen.
Weder Magida 2.0 noch Pegida Magdeburg können derzeit die Massen anlocken oder aus den rassistischen Ressentiments in der Bevölkerung ihre Vorteile ziehen. Anders wäre dies, wenn andere, seriöser wirkende Akteur_innen auf den Plan träten.
PS Melanie Dittmer behauptete in ihrer Rede gestern übrigens, es gäbe ein Menschenrecht auf Grenzen. Ob das stimmt, kann man hier überprüfen.

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