Bündnis gegen Rechts zieht Bilanz der Januarproteste

1501 Nazis keinen Raum_Facebook_Profilbild01Magdeburg hat Nazis und Rassisten eindrucksvoll den Raum genommen

Das Bündnis gegen Rechts (BgR) zieht eine positive Bilanz der Protestaktionen gegen den Naziaufmarsch am Freitag und gegen die „MAGIDA“-Kundgebung am Montag sowie der zahlreichen Aktionen für ein weltoffenes Magdeburg: „Mit Mahnwachen, friedlichen Blockaden und Kundgebungen haben die Menschen in Magdeburg in den zurückliegenden vier Tagen eindrucksvoll bewiesen, dass sie sich für eine weltoffene und demokratische Stadtgesellschaft einsetzen“, bilanzierte Susanne Wiedemeyer, Sprecherin des BgR anlässlich einer Auswertung des Veranstalterkreises der Meile der Demokratie am Mittwoch.

Mahnwachen und Blockaden gegen den Naziaufmarsch am Freitag

„Tausende Menschen haben am Freitag eindrucksvoll bewiesen, dass man Neonazis mit friedlichem Protest den Raum nehmen kann.“, erklärte Holger Platz, Beigeordneter der Stadt Magdeburg für Kommunales. Sowohl mit der Mahnwache am Westfriedhof als auch mit den friedlichen Blockaden wurde verhindert, dass Neonazis den 70. Jahrestag der Bombardierung der Stadt für ihre NS-verherrlichenden Rituale missbrauchen konnten. „Der Nicolaiplatz wurde dank der Initiative der Evangelischen Gemeinde St. Nicolai zu einem Ort des friedlichen Protestes, der entscheidenden Anteil daran hatte, dass der Neonaziaufmarsch umkehren musste.“, bekräftigte Platz.

15.000 Magdeburgerinnen und Magdeburger aktiv für Demokratie und Vielfalt

Am Samstag haben rund 15.000 Menschen mit der „Meile der Demokratie“ und den Meilensteinen den städtischen Raum besetzt sowie Orte für inhaltliche Auseinandersetzung, Begegnung, Kunst und Kultur geschaffen. Insbesondere die Menschenkette mit dem „Meilenschal“ der Sekundarschule LebenLernen hat eindrücklich gezeigt, wie das Engagement von Jugendlichen für kulturelle und ethnische Vielfalt unterschiedlichste Menschen in der Stadt vereint. Einmal mehr hat sich hier das Konzept „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bewährt. „Die Beharrlichkeit der Schülerinnen und Schüler war beeindruckend. Über zwei Jahre haben sie die Aktion für diesen einen Tag vorbereitet und damit ein Glanzlicht der städtischen Zivilgesellschaft geschaffen.“, so Cornelia Habisch, stellvertretende Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung.

Eindrückliches Zeichen gegen Rassismus und Islamfeindlichkeit

Am Montag waren mehr als 6.000 Magdeburgerinnen und Magdeburger bereit, noch ein drittes Mal innerhalb weniger Tage für eine weltoffene Stadt auf die Straße zu gehen. „Mit der Kundgebung gegen den ersten sogenannten Spaziergang der rassistischen MAGIDA-Gruppe hat sich Magdeburg eindrucksvoll in die Phalanx der Städte eingereiht, in denen die Zahl der Protestierenden die Zahl der Teilnehmenden an den Kundgebungen der PEGIDA-Bewegung um ein Vielfaches übersteigt.“, sagte Christine Böckmann, Koordinatorin des BgR. „Die demokratische Stadtgesellschaft hat in diesem Januar wichtige Erfolge erzielt. Die Menschen haben bewiesen: Magdeburg ist kein Ort für Nazis!“

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