Verschwörungstheorien nicht auf den Leim gehen!

140118 Courage kleinerBündnis gegen Rechts Magdeburg zur sog. „Friedensbewegung 2014“

In letzter Zeit tritt unter dem Namen „Friedensbewegung 2014“ eine neue Gruppierung in Erscheinung. In Magdeburg hat es am letzten Montag, 14. April, eine erste Kundgebung auf dem Konrad-Adenauer-Platz gegeben. Die Akteure treten jetzt als „Friedensforum Magdeburg“ auf.
Diese „Friedensbewegung 2014“ hat mit der bisher bekannten Friedensbewegung und Friedensorganisationen nichts zu tun. Im Gegenteil: Die Kooperation für den Frieden, ein bundesweiter Zusammenschluss von 60 Initiativen und Organisationen aus der Friedensbewegung, hat sich eindeutig distanziert: „Wer auch immer sich durch die „Friedensbewegung 2014“ angesprochen fühlt, sollte genau hinsehen, für welche Ziele diese Bewegung eintritt und für welche Ziele Demonstrantinnen und Demonstranten gesucht werden.“ (Aus der Erklärung der Kooperation für den Frieden vom 10.04.2014)

Unpolitisch?
Die „Friedensbewegung 2014“ behauptet von sich, sie sei „unpolitisch“. Gleichzeitig kritisiert sie v.a. die Politik der USA, das Bankensystem und die Medien. Diese Kritik ist sehr wohl politisch. Auch wer für den Frieden auf die Straße geht, handelt politisch.
Die Behauptung, unpolitisch oder „weder links noch rechts“ zu sein, ist auf jeden Fall keine ausreichende Antwort auf die Frage, wie man mit Neonazis oder Verschwörungstheorien auf den eigenen Veranstaltungen und in den eigenen Reihen umgeht.
Außerdem: Kundgebungen sind eine öffentliche Veranstaltung. Der Veranstalter ist verantwortlich für das, was dort gesagt und getan wird, welche Slogans – mündlich oder auf Schildern – geäußert werden.

Verschwörungstheorien
Auffallend ist, dass bei der sog. „Friedensbewegung 2014“ mit Schlagworten gearbeitet wird: „das System“, „die Medien“, „die FED“ (die US-Notenbank), „die Industrielobby“, „die Amerikaner“… Ohne Hintergründe zu erläutern, wurden auch am letzten Montag in Magdeburg bestimmte Akteure zu Schuldigen erklärt. Da sind Verschwörungstheorien nicht weit. (In Magdeburg redete am Montag gar ein Redner von der „offiziellen Verschwörungstheorie vom 11. September“.) Wer den Frieden fördern will, sollte sich inhaltlichen Diskussionen nicht verweigern.

Neonazis?
Auch wer sich als „unpolitisch“ oder „weder links noch rechts“ oder „gegen Extremismus“ definiert, muss sich fragen lassen, warum er Neonazis und Unterstützer_innen von Naziseiten im Internet in seinen eigenen Reihen duldet.
Wer Neonazis und ihre Einstellungen nicht in Ordnung findet, muss dies auch in seinem eigenen Agieren deutlich machen.
Neonazis in den eigenen Reihen zu integrieren, um sie von Frieden oder Menschenrechten überzeugen zu wollen, ist der falsche Weg. Wer was gegen Neonazis hat und eine differenzierende und faire öffentliche Diskussion führen möchte, sollte mit gutem Beispiel voran gehen und selbst so handeln.

Deshalb fordern wir die Akteur_innen der „Friedensbewegung 2014“ auf:
• Beenden Sie die Verschwörungstheorien! Beenden Sie Ihre Behauptungen über „das System“, „die Medien“, „die Amerikaner“, „die FED“ etc., die angeblich an allem schuld seien, und begründen Sie Ihre Positionen!
• Setzen Sie sich sachlich und konstruktiv mit der Kritik auseinander! Shitstorms sind kein Mittel einer fairen Diskussionskultur.
• Schließen Sie Neonazis aus Ihren Reihen aus!

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