Einweihung der Gedenktafel in Theresienstadt

130918 ob theresienstadt ausschnittAm 18. September 2013 fand in der Gedenkstätte in Theresienstadt im Beisein des Magdeburger Oberbürgermeisters Dr. Lutz Trümper die Einweihung einer Gedenktafel für die nach Theresienstadt deportierten Magdeburger Jüdinnen und Juden statt.
In der Gedenkstunde betonte Dr. Jan Munk, Direktor der Gedenkstätte, dass niemals wieder geschehen darf, was in Theresienstadt und in den Konzentrationslagern des NS-Regimes geschehen ist. Gerade angesichts gegenwärtiger Kriege und des Neonationalismus sei es besonders wichtig, den Staffelstab gegen das Vergessen an die junge Generation weiterzugeben. Er zeigte sich erfreut, dass sich in dieser Initiative sehr viele junge Menschen engagierten und dass diese an der Basis gegründet und nicht von oben verordnet wurde.
Mit angereist war auch Frau Gerda Fellner, die im Alter von acht Jahren mit ansehen musste, wie ihre achtzigjährige Großmutter in Magdeburg von ihren Angehörigen mit einem Handwagen zum Bahnhof gefahren und von dort nach Theresienstadt deportiert wurde, wo sie sie nach elf Tagen starb.
Oberbürgermeister Dr. Trümper griff dieses Schicksal als Inbegriff der Unmenschlichkeit des NS-Regimes auf und gedachte der Opfer. Er betonte, dass es in Magdeburg keinen Platz für Nazis gibt und auch nicht mehr geben darf. „Die Demokratie ist ein hohes Gut und muss unbedingt erhalten werden.“
Tom Bruchholz vom Landesjugendwerk der AWO betonte, wie wichtig es sei, gerade in Zeiten, wo die Generation der Zeitzeugen verschwindet, die Erinnerung an den Nationalsozialismus und an den Holocaust wach zu halten und im Rahmen der Bildungsarbeit junge Menschen an dieses Thema heranzuführen.
Entstanden war die Initiative Gedenktafel Theresienstadt nach einer Gedenkstättenfahrt des Landesjugendwerkes der AWO vor einem Jahr. Damals hatten mehrere Teilnehmer unabhängig voneinander die Idee, dem Beispiel anderer Städte zu folgen und auch für die aus Magdeburg deportierten Jüdinnen und Juden eine Gedenktafel im Kolumbarium anzubringen. Oberbürgermeister Dr. Trümper unterstützte die Initiative von Anfang an und hatte die Schirmherrschaft für dieses Vorhaben übernommen.
Die notwendigen Gelder wurden innerhalb eines Jahres mithilfe von Benefizveranstaltungen und Spendenaufrufen zusammengetragen.

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