„Warum musste Rick Langenstein sterben?“

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„Warum musste Rick Langenstein sterben? Weil ein gewaltbereiter Neonazis es nicht ertrug, dass ihm jemand ruhig aber deutlich wiedersprach? Weil ein Neonazi es nicht fassen konnte, dass sich jemand traute, seinen Anweisungen auf Herausgabe einer Zigarette zu wiedersprechen? Weil er als das benannt wurde, was er ist: ein Neonazi?

Rick Langenstein war nicht das erste und leider auch nicht das letzte Opfer rechter Gewalt. Dieser Satz stand in einem Brief seiner Freundinnen und Freunde vor fünf Jahren im Internet zu lesen. Auf welch schreckliche Weise er sich bewahrheiten sollte, erführen wir nach der Aufdeckung der Morde des NSU.
Es ist eine schreckliche Wahrheit immer noch: Neonazis propagieren nicht nur Mord und Totschlag auf ihren Konzerten, in ihren Liedern und auf der Straße. Sie verbreiten auch Mord und Totschlag.

Gestern waren es Rick Langenstein und Familie Bulgarides. Wer soll es morgen sein? Jeder ist uns der nächste, der sich uns in den Weg stellt, singen die Neonazis in ihren Songs. Dass es kein nächstes Opfer rechter Gewalt gibt, dafür zu sorgen, kann einer Gesellschaft kein Verfassungsschutz, keine Polizei abnehmen. Dass es kein nächstes Opfer rechter Gewalt gibt, braucht es unser aller offenen Augen. …

Was wir wissen ist; jeder der von Neonazis beleidigt, geschlagen, getreten und am Ende vielleicht getötet wird, ist einer zu viel. Ebenso wie es Rick Langenstein getan hat, gilt es den Neonazis zu widersprechen. Rick hat dies in einer arglosen Selbstverständlichkeit getan. Er wollte sich mit Neonazis nicht gemein machen, ihre Anwesenheit nicht einfach so hinnehmen. Nicht einmal über die Geste, jemandem eine Zigarette zu geben.“

(Aus der Rede der heutigen Gedenkveranstaltung zum fünften Todestag von Rick Langenstein)

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