„Hört auf diese Stadt!“ Eine akustische Spurensuche durch Magdeburg

13 hoert-auf-diese-stadtWelche Spuren haben die unterschiedlichen politischen Systeme von 1933 bis heute in Magdeburg hinterlassen? Woran lässt sich an welchem Ort erinnern, welche Erinnerungszeichen gibt es schon, was fehlt?
Anlässlich des 80. Jahrestages der sog. „Machtergreifung“ durch die Nationalsozialisten hat das Theater Magdeburg dazu einen Hörparcours durch die Innenstadt entwickelt. Mit MP3-Playern und Kopfhörern ausgestattet geht es vom Opernhaus durch die Innenstadt zum Domplatz.
Beim Gehen erleben die Besucher_innen verschiedene Klangebenen: die Gespräche eines fiktiven Bürgerbündnisses, das den Plan hat, ein Erinnerungszeichen gegen totalitäre Ideologien zu setzen, mischen sich mit historischen Tondokumenten; die Orte entlang des Parcours beginnen zu sprechen, erzählen ihre Geschichte. Darunter befinden sich auch die Stolpersteine zum Gedenken an die Familie Blumenfeld, das „Haus der Lehrer“, die sog. „Himmelfahrtskrawalle“ und vieles mehr.
Diskussionen und Beobachtungen der Figuren, inszenierte Quellenzitate, historische Tondokumente, an den aufgesuchten Orten zu unterschiedlichen Zeiten aufgenommene Soundscapes, Musik-Klänge und Geräusche spannen einen Bogen über die vier Zeitebenen, die im Hörparcours zusammentreffen: vom ersten demokratischen Gesellschaftsversuch in Deutschland über NS-Diktatur und DDR bis in die Jetzt-Zeit nach der Wiedervereinigung.
Der Hörparcours von Kirsten Reese, Enrico Stolzenburg und Dag Kemser ist bis Ende der Spielzeit von Montag bis Samstag zwischen 10.00 und 16.00 Uhr (außer an Feiertagen) zugänglich. Die Begehung ist kostenlos und sowohl einzeln als auch in Gruppen möglich. Der Weg ist auf eine Gehzeit von ca. 75 Minuten ausgelegt. Die Abspielgeräte können Sie an der Kasse im Opernhaus entleihen. Bitte bringen Sie Ihren Personalausweis o.ä. mit. Reservierungen unter der Telefonnummer (0391) 540 65 55.

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