20 Jahre nach dem Angriff auf die Elbterassen

„… Torsten Lamprecht zu erinnern heißt, jene Umstände zu erinnern, die seinen Tod ermöglichten und begleiteten. Von defekten Telefonen bis zu jenen aus der Politik, die damals die Schuld an dem Überfall den Punks zuweisen wollten. …

Im Gedächtnis dieser Stadt haben die Opfer rechter Gewalt einen prekären Platz eingenommen. Grab- und Gedenksteine wurden beschmiert und geschändet, die Naziszene verhöhnt die Opfer bis heute.
Es scheint als würde die Dimension rechter Gewalt immer nur für jenen Moment des Entsetzens begriffen, in dem es einen oder mehrere Ereignisse gibt, die ihre Existenz vergegenwärtigen. …

Die Opfer rechter Gewalt zu erinnern heißt, ihnen mehr einzuräumen als einen Gedenktag im Kalender. Es bedeutet jene Umstände im Blick zu behalten, in denen Menschen ausgegrenzt, diskriminiert und schließlich beleidigt und geschlagen werden. Dies recht bedacht, bedeutet, sensibel zu bleiben für das, was passiert, wenn Neonazis und Rassisten zuschlagen: mehr als nur Gewalt.
Torsten Lamprechts Tod erinnert daran, dass rechte Gewalt kein Einzelereignis ist. Sie ist als präsente Gefahr Herausforderung für die demokratische Gesellschaft. Diese Herausforderung muss beantwortet werden. Durch uns alle.“
(aus der Rede bei der Gedenkveranstaltung)

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter News veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.