Aufruf zur Mahnwache am Freitag um 16:00 Uhr

Den Opfern rechter Gewalt ihre Würde zurückgeben

In den sich überschlagenden Medienberichten über die Mordserie sind die Opfer des rechten Terrors seltsam abwesend. Sie sind reduziert auf jene Schwarz-weiß-Fotos, welche die Behörden den Tatorten zuordneten. Die Opfer sind bislang nur Statisten in einem Fall, der alle Vorstellungen davon, wozu Neonazis in der Lage sind, sprengt.

Es gilt, ihr Schicksal und ihre Würde wieder herzustellen und ihrer zu gedenken. Über die Frage, wie es möglich war, dass eine Gruppe Neonazis über zehn Jahre unentdeckt rauben und morden konnte, sollten die Opfer und das Schicksal ihrer Angehörigen nicht aus dem Blick geraten.

Wir gedenken Theodoros Boulgarides, Michéle Kiesewetter, Habil Kılıç, Mehmet Kubaşık, Abdurrahim Özüdoğru, Enver Şimşek, Süleyman Taşköprü, Yunus Turgut, İsmail Yaşar und Halit Yozgat.

Wir gedenken aller Opfer rechtsextremer Gewalt. Wir erinnern an die 182 Menschen, die seit 1990 durch rechte, rassistische und antisemitische Gewalttäter_innen ermordet worden. Zugleich protestieren wir gegen die bisherige Entpolitisierung und Verharmlosung staatlicher Behörden, politisch Verantwortlicher aber auch der Öffentlichkeit in Bezug auf rechte Gewalttaten.

Wir widersprechen der Verharmlosung der Mordserie als „Dönermorde“ und fordern alle auf, bei Ausgrenzungen, rechten und rassistischen Angriffen nicht tatenlos zuzusehen, sondern einzugreifen.

Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt zu einer Mahnwache ein:
Freitag, 18. November, 16:00 Uhr
Ecke Ernst-Reuter-Allee/Breiter Weg

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