149 Tote durch rechte Gewalt

Amadeu Antonio Stiftung veröffentlicht neue Zählung der Todesopfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt seit 1990 –
Drei junge Männer in Magdeburg von Neonazis getötet

149 Menschen sind seit 1990 in Deutschland durch rechtsextreme und rassistische Gewalt zu Tode gekommen. Die Amadeu Antonio Stiftung stellte heute in Berlin eine aktualisierte Liste der Öffentlichkeit vor, die im Internet auf Mut gegen rechte Gewalt abgerufen werden kann. Die Zusammenstellung basiert auf Recherchen der MUT-Redaktion und des Opferfonds CURA.
„149 rechtsextreme und rassistische Todesfälle führen uns das ganze Ausmaß der rechtsextremen Bedrohung in Deutschland vor Augen. Die Todesfälle sind der traurige Höhepunkt rechtsextremer Gewalt, die in vielen deutschen Städten alltäglich ist. Leider bleiben viele Fälle in diesen offiziellen Statistiken der Bundesregierung unerwähnt oder sind in der einen präsent, während sie in der anderen fehlen“, so Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Amadeu Antonio Stiftung.
In die Statistik wurden all jene Tötungsdelikte aufgenommen, bei denen glaubhafte Beweise für einen rechtsextremen oder rassistischen Hintergrund vorliegen.

Allein in Magdeburg töten Rechtsextreme in den letzten 18 Jahren drei junge Männer. Vor drei Wochen gedachte das Bündnis gegen Rechts dem 17-jährigen Frank Böttcher. Der junge Punk wurde in der Nacht zum 8. Februar 1997 an einer Haltestelle in Neu-Olvenstedt von neonazistischen Skinheads geschlagen und mehrmals mit einem Messer in den Rücken gestochen. Er erlag wenige Stunden später seinen schweren Verletzungen. Der gleichaltrige Täter gab später vor Gericht an, er habe sich von Franks Äußerem provoziert gefühlt. 1998 stellten Antifaschist/innen am Tatort einen Gedenkstein zur Erinnerung an den jungen Punk auf, die Bronzeplatte wurde von Neonazis wiederholt herausgebrochen. Derzeit bemüht sich das Bündnis gegen Rechts um eine Neugestaltung des Gedenksteins, um in Zukunft weitere Schändungen verhindern.

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