„Wir haben die Opfer rechter Gewalt nicht vergessen“

Bündnis gegen Rechts Magdeburg gedenkt Frank Böttcher

Das Bündnis gegen Rechts erinnerte am Montag Nachmittag mit einer Kranzniederlegung in Magdeburg an Frank Böttcher. Neonazistische Skinheads ermordeten den 17jährigen Punk in der Nacht zum 8. Februar 1997, als dieser an einer Haltestelle in Neu-Olvenstedt wartete. Er hatte sich zuvor im nahegelegenen Krankenhaus eine Handverletzung behandeln lassen. Gegenüber einer Krankenschwester berichtete er, dass er auf dem Weg von Rechtsextremen angepöbelt worden war. Frank Böttcher starb durch Tritte und mehrere Messerstiche in den Rücken. Ein gleichaltriger neonazistischer Skinhead gab später bei der Polizei an, er habe sich vom Äußeren des Punks provoziert gefühlt.
Ein Vertreter des Bündnis gegen Rechts wies in seiner Rede auf die Gefahr des Rechtsextremismus hin, die auch 13 Jahre nach der Tat insbesondere für politisch Andersdenkende und Migrant/innen besonders hoch ist. So wurde in den letzten Tagen ein Mann aus Mali in einer Magdeburger Straßenbahn beleidigt, in Wernigerode griffen Rechtsextreme ein SPD-Stadtratsmitglied an und in Salzwedel überfielen Neonazis ein Treffen in einem Alternatives Jugendzentrum.

Zur Erinnerung an Frank Böttcher ließen antifaschistische Gruppen zum ersten Todestag einen Stein mit einer Gedenktafel am Tatort aufstellen. Wiederholt entwendeten vermutlich Rechtsextreme die Gedenktafel, zuletzt in der Nacht zum 16. Januar 2009. Das Bündnis gegen Rechts bemüht sich derzeit um eine dauerhafte Form der Erinnerung. „Opfer rechter Gewalt sind mehr als nur eine Kennziffer in der Kriminalstatistik“, so der Vertreter des Bündnis in seiner Ansprache. „Sie haben einen Namen und eine Geschichte, an die erinnert werden muss. Es gilt an die Würde der Opfer zu erinnern, die ihnen kein rechter Schläger nehmen kann.“

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