Vortrag „Im Schatten Dresdens?“

Dr. Jörg Arnold spricht am 15. Januar 2010 in der Magdeburger Stadtbibliothek über das Gedenken an die Bombardierung

Am 16. Januar 2010 wird in Magdeburg zum zweiten Mal zur „Meile der Demokratie“ aufgerufen. Die zivilgesellschaftliche Initiative steht unter dem Motto „Gesicht zeigen! Für ein demokratisches und tolerantes Magdeburg!“ und richtet sich gegen den Missbrauch der Erinnerung an die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg durch rechtsextreme Gruppen.

Aus diesem Anlass lädt die Stadtbibliothek Magdeburg gemeinsam mit dem Verein Miteinander und dem Literaturhaus Magdeburg am Tag zuvor zu einem Vortrag von Jörg Arnold ein. Der Freiburger Historiker stellt am Freitag, 15. Januar, um 19.30 Uhr in der Zentralbibliothek, Breiter Weg 109, die Frage „Im Schatten Dresdens? Magdeburg und das Gedenken an den 16. Januar 1945“.

Arnold hat die öffentliche und private Erinnerung an den folgenschweren Luftangriff auf Magdeburg in der SBZ/DDR eingehend untersucht. Offenbar wurde die Zerstörung Magdeburgs jahrzehntelang als Variation des verheerenden Luftangriffs auf Dresden, der im Februar 1945 erfolgte, betrachtet. Eine eigenständige lokale Erinnerungskultur konnte sich aufgrund zentraler Vorgaben des SED-Regimes demgegenüber nur begrenzt entwickeln. Insbesondere seit den achtziger Jahren positionierte man Magdeburg auch international in einer Reihe mit Städten, die im Weltkrieg besonders stark zerstört wurden. Auf Friedenskonferenzen trat die Elbestadt nun gemeinsam mit Dresden neben Städten wie Hiroshima und Nagasaki auf.

Die offiziellen Formen der Erinnerung wirken bis in die Gegenwart fort, lautet eine der Schlussfolgerungen Arnolds. Die Vergegenwärtigung lange vorherrschender Deutungen, so die Annahme, liefert einen wichtigen Beitrag zur Erklärung aktueller ideologischer Vereinnahmungen des Gedenktages.

Der Eintritt zu Vortrag und Diskussion ist frei.

Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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