Woche der jüdischen Kultur und Geschichte in Magdeburg 2009

Donnerstag, 22. Oktober 2009
Ab 18.00 Uhr
Forum Gestaltung, Brandenburger Straße 10, Magdeburg
Eröffnung der Woche der jüdischen Kultur und Geschichte
Eröffnung der Ausstellungen
Begrüßung: Norbert Pohlmann, Geschäftsführer Forum Gestaltung
Grußwort: Dr. Lutz Trümper, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg
Musikalische Umrahmung: Chor „Koll Jehudim“, Leitung Svetlana Ozerskaia

Ausstellungen

Die Aktion Stolpersteine in Magdeburg, Forum Gestaltung
Julius Klinger – große Kunst ganz klein. Erinnerungen an den jüdischen Lehrer der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule zu Magdeburg. Forum Gestaltung

Neue Heimat Magdeburg – Fotografien und Bilder von Ina Berman, Verein „Meridian“
Musikalische Umrahmung: Daniel Laiter (Klavier)

Fotos vom Leben auf dem Lande oder Wenn Wundersamen aufgehen – Elena Kolcova, Verein „Ludwig Philippson“
Musikalische Umrahmung: Dobrin Stanislawow (Geige)


Freitag, 23. Oktober 2009
10.00 Uhr
Integration von Migranten durch Verbesserung ihrer Chancen auf dem Arbeitsmarkt – 45plus „Koschere Küche“- Ein Erfahrungsaustausch.
Gespräch mit interessierten Bürgern in der Gesprächsleitung von Projektleiter Igor Tokar und Dozent Mashgiach Reb Ariel Schwalm
Gemeinderäume der Jüdischen Gemeinde zu Magdeburg, Markgrafenstraße 3

18.00 Uhr
Zwischen Barock und Tango
Konzert mit dem Trio „Classicus“
Vera Kagan (Violine), Zoya Polyakova (Violoncello), Nina Sinitszyna (Klavier)
(Forum Gestaltung)

20.00 Uhr
Filmkunst im Forum und Gespräche
Menschliches Versagen (D 2008)
Ein Film von Michael Verhoeven
Konkrete Geschichte in konkreten Geschichten von Ausgrenzung, Entrechtung, Enteignung und schließlich Deportation der jüdischen Mitbürger. Verhoeven wirft u.a. die beunruhigende und beschämende Frage auf, in welchem Ausmaß die zivile Bevölkerung in Nazi-Deutschland zum Profiteur der systematischen Beraubung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland geworden ist.
Der Film wurde auf dem Jewish Film Festival Berlin in diesem Jahr mit dem Preis für den besten deutschen Dokumentarfilm mit jüdischer Thematik ausgezeichnet. Das Jerusalem International Film Festival zeichnete den Film im letzten Monat ebenfalls mit dem Avner Shalev Yad Vashem Chairman’s Award aus. (Forum Gestaltung)

Sonnabend, 24. Oktober 2009
10.00 Uhr
„Dem Schicksal Magdeburger jüdischer Familien auf der Spur“
Stolpersteinführung mit Waltraut Zachhuber
Treffpunkt Jakobstraße, vor der Johanniskirche

17.00 Uhr
Magdeburger Kantatenchor
Felix Mendelssohn Bartholdy: Elias (Op. 70)
Leitung: Tobias Börngen
Alt: Klaudia Zeimer
Bariton: Henryk Böhm
Tenor: Volker Arndt
Mitteldeutsches Kammerorchester
(Pauluskirche Magdeburg)

Sonntag, 25. Oktober 2009
11.00 bis 15.00 Uhr
Geschichte und Traditionen: Jüdische Feiertage
Erläuterungen zu Regeln und Symbolik
Von und mit Lyudmila Davydov, Inna Dubrovskaja, Liliya Goldenberg, Maxim Lyashkevich.
Musikalische Begleitung:
Instrumentalgruppe unter der Leitung von Andrea Dinges
Gemeinderäume der Jüdischen Gemeinde zu Magdeburg, Markgrafenstraße 3

13.00 Uhr
Juden und Nichtjuden in jüdischen Gesetzen und Weltanschauung
Vortrag von Gemeinderabbiner Ariel Lotozki (Forum Gestaltung)

14.30 Uhr
Jüdische Jugendliche und ihre Freunde über sich
Ein Gruppen-Selbst-Porträt mit Musik, Lyrik, Politik und Tänzen
Leitung: Svetlana Ozerskaia (Forum Gestaltung)

ab 18.00 Uhr
„Rhythmen des gelobten Landes“
Jugend-Tanzgruppe des Vereins „Meridian“

Solisten des Chors „Meridian“ singen jüdische und deutsche Lieder
Mit Galina Ostrovskaya, Andrej Heit,
Tatjana Lyaschkevich, Begleitung: Marina Trembovler
Vocal-Ensemble
Leiterin und Organisatorin: Lioudmila Vendrova
(Forum Gestaltung)

Montag, 26. Oktober 2009
10.30 Uhr
Führung über den Jüdischen Friedhof (den „Guten Ort“)
Israelitischer Friedhof, Fermersleber Weg 45/46

16.00 Uhr
Die jüdische Gemeinde im mittelalterlichen Magdeburg
Vortrag von Michael Anders (Forum Gestaltung)

Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Magdeburgs führt zurück bis in das 10.
Jahrhundert. Die Gemeinde gehört damit zu den ältesten
Gemeindegründungen im mittel- und norddeutschen Raum. Während sich die
Gemeinde bis in das Hochmittelalter zu einer der bedeutendsten im deutschen
Raum entwickelte, wurde sie in der Folgezeit bis zum Ausklang des
Mittelalters Ziel von Gewalt und Repression. Im Rahmen des Vortrages werden
diese Entwicklungen in und um Magdeburg während des Mittelalters
nachgezeichnet.

17.00 Uhr
Juden und Industrialisierung in Buckau
Vortrag von Christian Warnke (Forum Gestaltung)

Die meiste Zeit seit der Ersterwähnung Buckaus war der Ort ein beschauliches
Fischer- und Weberdorf. Die beginnende Industrialisierung im frühen 19. Jh.
erreichte jedoch auch Buckau und führte über die Stadtgründung (1859) zur
Eingemeindung nach Magdeburg (1887). Von der dynamischen Entwicklung
angezogen, kamen Tausende Menschen nach Buckau. Unter ihnen waren auch Juden,
deren Biographien im Vortrag nachgespürt wird.

20.00 Uhr
Theater im Forum
Charles Lewinsky
Ein ganz gewöhnlicher Jude
Regie: Holger Kuhla
Es spielt: Dirk Schoedon
Gastspiel aus Chemnitz
Im Anschluss: Gespräch mit Regisseur und Schauspieler

Der Journalist Emanuel Goldfarb (Dirk Schoedon) wird eingeladen, vor einer Schulklasse über sein Leben als Jude in Deutschland zu sprechen. Seine Absage entwickelt sich überraschend zur Bilanz seines Lebens – Biografie und Innenansicht eines nach 1945 in Deutschland geborenen Juden.

Dienstag, 27. Oktober 2009
15.00 Uhr
Rabbi ist das koscher?
Rabbiner Lotozki erklärt die jüdischen Speisegesetze und verkostet mit hungrigen
Gästen traditionelle Speisen der jüdischen Küche Osteuropas.
(Viele Rezepte zum Mitnehmen und Ausprobieren) (Forum Gestaltung)

17.00 Uhr
„Das jüdische Odessa – in memoriam aus Magdeburg“ Ein literarisch-musikalisches Programm in russischer Sprache
Leitung: Faina Lyashkevich, Eva Tokar u.a.
Gemeinderäume der Jüdischen Gemeinde zu Magdeburg, Markgrafenstraße 3

19.00 Uhr
„Weiblich, jüdisch, magdeburgisch.“
Das neue jüdische Frauenbild in Magdeburg
Vortrag von Anna Trojanowskaja
Musikalische Umrahmung von Svetlana Ozerskaia, Klavier (Forum Gestaltung)

Mittwoch, 28. Oktober 2009
8.00 bis 14.00 Uhr
Gemeinderabbiner Ariel Lotozki erzählt Schülern vom jüdischen Leben und von
jüdischen Riten. Synagogengemeindehaus, Gröperstr. 1a
Voranmeldung erbeten in der Synagogen-Gemeinde oder und unter
Telefon 0391-5616675

11.00 bis 13.00 Uhr
„Zwischen Gott und den Menschen“
Gespräch mit einem Rabbiner.
Dr. Rozwaski erzählt und beantwortet Fragen der Zuhörer (in deutscher und russischer Sprache)
Gemeinderäume der Jüdischen Gemeinde zu Magdeburg, Markgrafenstraße 3

15.00 Uhr
Der jüdische Schriftsteller Shalom Aleichem und seine Enkeltochter Bell Kaufman
Vortrag von und mit Lyutsiya. Shtoff (Forum Gestaltung)

16.30 Uhr
Chor-Konzert mit „Koll Jehudim“ und dem Ensemble „Junge Stimmen“
Leitung Frau Svetlana Ozerskaia
Das Publikum ist eingeladen zum Einstudieren und Mitsingen der jüdischen Lieder.
(Forum Gestaltung)

18.00 Uhr
Öffentlicher Stammtisch der Deutsch-Israelischen Gesellschaft,
Arbeitsgemeinschaft Magdeburg,
Thema: „Israel aktuell“
(Forum Gestaltung)

21.00 Uhr
Erinnern an
Joseph Roth
Legende vom heiligen Trinker
Szenische Lesung mit Jens-Paul Wollenberg
Joseph Roth (1894, Brody – 1939, Paris) schrieb diese Novelle kurz vor seinem Tod, sie erschien 1939 postum.
Eine Produktion der Stötteritzer Margerite, Leipzig.

Donnerstag, 29.Oktober 2009
16.00 Uhr bis 19.00 Uhr
„Die Seele singt auf Jiddisch…“
Musikgruppe „Makor“/ Lutherstadt Wittenberg
Moisej Scherman, Geige/ Genthin
Gereicht werden traditionelle Spezialitäten der osteuropäischen Jiddischen Küche
(Forum Gestaltung)

20.00 Uhr
Die Kommandeuse – Psychogramm einer Nazi-Täterin
Szenische Lesung nach dem Buch „Die Kommandeuse“ von Gilla Cremer
Mit Vera Feldmann und Valerija Manjuk (Forum Gestaltung)

Freitag, 30. Oktober 2009
20.00 Uhr
Filmkunst im Forum und Gespräche
Spielzeugland (2007)
Regie: Jochen Alexander Freydank
Buch: Johann A. Bunners, Jochen Alexander Freydank
Mit Julia Jäger, Cedric Eich u.a.
Spielzeugland wurde 2008 mit dem OSCAR für den besten Kurzfilm ausgezeichnet.

20.15 Uhr
Der verlorene Engel (1966/70)
Regie: Ralf Kirsten
Nach einer Novelle von Franz Fühmann (dessen 25. Todestag sich in diesem Jahr jährt)
Mit Fred Düren, Erika Pelikowsky, Gerd Alverdes, Agnes Kraus, Heidemarie Wenzel u.a.
Am 24. August 1937 stehlen die Nazis den Friedensengel Ernst Barlachs aus dem Güstrower Dom. An diesem Tag vollzieht der Künstler eine qualvolle Selbstbefragung.
Gleichnishafte Reflektionen über das Verhältnis von Kunst und Macht.
Und gleichnishaft für Magdeburg, wo man ebenfalls das Barlach-Mahnmal im Dom entfernte in der Hoffnung, es sähe keiner das Unrecht und die Unmenschlichkeit.

Infos und Karten u.a. im Forum Gestaltung, Magdeburg, Brandenburger Straße 10
Telefon: +49/391/8 86 41 97
info@forum-gestaltung.de // http://www.forum-gestaltung.de

Ein Gemeinschaftsprojekt
der Synagogengemeinde zu Magdeburg,
des Kulturbüros der Landeshauptstadt Magdeburg,
des Fördervereins „Neue Synagoge Magdeburg“ e.V.,
der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, AG Magdeburg,
des Jüdischen Frauenvereins „BeReshit“ e.V.,
der Jüdischen Gemeinde zu Magdeburg e.V.,
des Jüdischen Soziokulturellen Zentrums „Ludwig Philippson“ e.V.,
der Sozial-Kulturellen Vereinigung „Meridian“ e.V.
und des Forum Gestaltung e.V. Magdeburg.

Unterstützt von der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und der Lotto Toto GmbH Sachsen-Anhalt

Schirmherr: Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg,
Dr. Lutz Trümper

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