Diskussionsveranstaltung: „Die tödliche Dimension rechter Gewalt“

Die tödliche Dimension rechter Gewalt: Eine Diskussionsveranstaltung mit Angehörigen, Freunden und Anwälten von Opfern rechter Gewalt in Sachsen-Anhalt
Im Rahmen der Ausstellung „Opfer rechter Gewalt seit 1990 in Deutschland“
Mit: Rechtsanwalt Sebastian Scharmer (Berlin), Hans-Georg Thiele (Haldensleben) und Heide Dannenberg (Halberstadt) u.a.
Moderation: Heike Kleffner (Mobile Opferberatung)
Donnerstag, den 26. Februar 2009, 19:30 Uhr, Stadtbibliothek Magdeburg, Breiter Weg 109

Mit der Diskussionsveranstaltung „Die tödliche Dimension rechter Gewalt“ soll am 26. Februar 2009 ab 19:30 Uhr in der Stadtbibliothek die Perspektive von Angehörigen, FreundInnen sowie deren Anwälten nach rechten Tötungsdelikten in den Mittelpunkt gestellt werden. Hintergrund der Veranstaltung ist die Ausstellung „Opfer rechter Gewalt in Deutschland seit 1990“, die der Verein Miteinander noch bis zum 26. Februar 2009 in der Stadtbibliothek Magdeburg zeigt.

Unter den Ausstellungsporträts von 136 Menschen, die seit 1990 einer rechten, rassistischen oder antisemitischen Gewalttat zum Opfer gefallen sind, finden sich u.a. Thorsten Lamprecht, der 19-jährig im Mai 1992 bei einen Neonazi-Überfall auf eine Geburtstagsparty von Punks in Magdeburg mit einem Baseballschläger tödlich verletzt wurde. Einer derjenigen, der den Angriff der 60 Neonazis überlebte, war Denis K.. Er wird am Donnerstag u.a. über die Folgen des Angriffs, den Prozess gegen die Täter und die Notwendigkeit von Unterstützung für die Betroffenen sprechen.

Ebenfalls unter den Ausstellungsporträts findet sich ein Bild von Helmut Sackers, der im April 2000 von einem Naziskin in Halberstadt erstochen wurde. Der Täter hatte zuvor lautstark das Horst-Wessel-Lied abgespielt; daraufhin hatte der 60-jährige Helmut Sackers die Polizei gerufen, um das Abspielen weiterer neonazistischer Musik zu verhindern. Seine Lebensgefährtin Heide Dannenberg wird bei der Veranstaltung am Donnerstag u.a. über die Grenzen juristischer Aufarbeitung sowie über die Notwendigkeit von öffentlicher und medialer Aufmerksamkeit bei rechten Tötungsdelikten in Sachsen-Anhalt sprechen.

Ein Porträt von Mike Thiele dagegen findet sich nicht in der Ausstellung. Er erlitt im Februar 1995 bei einem Neonaziangriff auf ein von alternativen Jugendlichen bewohntes Haus in Haldensleben schwerste Verletzungen, die zu dauerhaften schweren physischen und psychischen Beeinträchtigungen führten. Mike Thiele ertrug sein durch die Folgen des Angriffs völlig eingeschränktes Leben nicht; er starb im Jahr 2000. Sein Vater wird im Rahmen der Veranstaltung u.a. über die Notwendigkeit von Nebenklage in den Prozessen gegen die Täter, über ein würdiges Gedenken und über das Selbstbewusstsein der Täter sprechen.

Rechtsanwalt Sebastian Scharmer vertritt derzeit die Angehörigen des am 21. August 2008 in Bernburg getöteten 18-jährigen Marcel W. im Prozess am Landgericht Magdeburg gegen den mutmaßlichen Täter, einen einschlägig vorbestraften Rechten aus Bernburg. Als Nebenklagevertreter steht er seit Jahren direkt Betroffenen rechter Gewalt und deren Angehörigen in Ermittlungs- und Strafverfahren gegen die Täter zur Seite. Sebastian Scharmer wird bei der Veranstaltung u.a. über die Schwierigkeiten juristischer Aufarbeitung von rechtsextremen Gewalttaten sprechen.

Die Ausstellung wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie sowie durch die Landeszentrale für politische Bildung des Landes Sachsen-Anhalt.

Wir behalten uns vor, vom Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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