Prozessauftakt gegen vorbestraften Rechtsextremen am 5. Dezember 2008 in Magdeburg

Bündnis gegen Rechts Magdeburg erhofft sich Aufklärung über Tatmotivation

Ab dem morgigen Freitag, den 5. Dezember, muss sich der vorbestrafte Rechtsextreme Bastian O. vor dem Landgericht Magdeburg verantworten. Die Anklage wirft dem 20-jährigen vor, den gleichaltrigen Kunststudenten Rick L. am 16. August diesen Jahres in der Nähe der Diskothek „Funpark“ in Magdeburg-Reform zu Tode geprügelt und beraubt zu haben. Die Polizei nahm zwei Tage nach der Tat Bastian O., der bis Anfang diesen Jahres bereits wegen gefährlicher Körperverletzung, Volksverhetzung und räuberischer Erpressung eine Haftstrafe abgesessen hatte, unter dringendem Tatverdacht in seiner Wohnung fest. Die Staatsanwaltschaft beschrieb den jungen Mann zwar als eindeutig der rechtsextremen Szene zugehörig und wusste ferner von einem tätowierten Hakenkreuz auf seinem Oberschenkel zu berichten, machte aber keine weiteren Angaben zur Tatmotivation.

Zum beginnenden Prozess äußerte sich der Sprecher des Bündnis gegen Rechts Magdeburg wie folgt: „Wie erhoffen uns von der juristischen Aufarbeitung eine Beantwortung der Frage, weshalb Rick sterben musste. Eine rechtsextreme Tatmotivation kann aufgrund der Lebenshintergründe des Täters und eines der Tat womöglich vorausgegangenen Streits zwischen Bastian O. und seinem späteren Opfer nicht ausgeschlossen werden.“ Der Sprecher bedauerte, dass die zuständige Staatsanwaltschaft nie Stellung zu den Medienberichten nahm, wonach es in der Diskothek zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen den beiden jungen Männern gekommen sein soll. Rick L. habe nach Berichten des Hamburger Wochenmagazins „Der Spiegel“ den gleichaltrigen Bastian O. als „Nazi“ beschimpft. „Womöglich liegt hier ein politischer Hintergrund vor, dann wäre der Totschlag nach den Kriterien der Sicherheitsbehörden als politisch motivierte Kriminalität – rechts zu werten“, so der Sprecher des Bündnis weiter.

Der 20-jährige Student Rick L. wäre demzufolge nach Torsten Lamprecht (1992) und Frank Böttcher (1997) der dritte junge Mann, der in den letzten 15 Jahren an den Folgen rechter Gewalt in Magdeburg starb. Der Sprecher des Bündnis gegen Rechts ergänzt: „Der Tod von Rick in Magdeburg führt uns vor Augen, welche Folgen die menschenverachtende Ideologie der Rechtsextremen haben kann.“

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