70 Jahre nach den Novemberpogromen – Am 9. November Gedenkveranstaltung in der Johanniskirche

Mit einer Gedenkfeier in der Johanniskirche erinnert die Landeshauptstadt am kommenden Sonntag an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938, die auch in Magdeburg zur Zerstörung der Synagoge und jüdischer Geschäfte im Stadtzentrum sowie zur Vertreibung vieler jüdischer Mitbürger führte. Die Gedenkfeier beginnt um 15.00 Uhr. Im Anschluss findet ein Schweigemarsch zum Denkmal für die zerstörte Synagoge in der Julius-Bremer-Straße statt, wo der Rabbiner Lototski das jüdische Totengebet sprechen wird.

„Die Erinnerung an die Reichspogromnacht 1938 ist ein wichtiges Zeichen wider das Vergessen und die Gleichgültigkeit, ist Erinnerung an die Opfer, an zerstörtes Leben und für immer vernichtete Kulturgüter“ erklärt Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper anlässlich der diesjährigen Gedenkfeier. „Doch Gedenken ist keine Momentaufgabe. Gedenken muss lebendig sein. Die Begegnung und der Umgang mit den Geschehnissen der Vergangenheit muss in unseren Alltag einfließen.“

Für die Landeshauptstadt Magdeburg wird am Sonntag während der Veranstaltung in der Johanniskirche Bürgermeister Dr. Rüdiger Koch Worte des Gedenkens sprechen. Für das Land Sachsen-Anhalt wird spricht Rüdiger Erben, Staatssekretär im Innenministerium.

Von den fast 2.000 Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Magdeburg überlebten den Holocaust nur 83. An die Opfer und die Schicksale ihrer Familien erinnern während der Gedenkfeier in der Johanniskirche Schüler des Ökumenischen Domgymnasiums. Der Chor der Synagogengemeinde unter der Leitung von Svetlana Ozerskaia sorgt für den musikalischen Rahmen.

Auf dem Friedhof der Synagogengemeinde im Fermersleber Weg ist am kommenden Sonntag ein individuelles stilles Gedenken möglich, er ist bis 21.00 Uhr geöffnet.

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