Nach dem Rechten sehen

Großer Zulauf zur Buchvorstellung im schauspielhaus Magdeburg

Andreas Speit, freier Journalist aus Hamburg, stellte am gestrigen Donnerstag sein jüngst gemeinsam mit Andrea Röpke herausgegebenes Buch „Neonazis in Nadelstreifen“ in Magdeburg vor. Mehr als 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung des Bündnis gegen Rechts Magdeburg, der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und des Theaters der Landeshauptstadt Magdeburg in das schauspielhaus gefolgt. Entschuldigen möchten wir uns an dieser Stelle bei all denjenigen, die keine Karten mehr bekommen haben und deshalb den Ausführungen des Autors nicht beiwohnen konnten.

In seinem Vortrag ging Andreas Speit zunächst auf die strategische und inhaltliche Neuausrichtung der NPD ein, die maßgeblich von Udo Voigt seit seiner Wahl zum Bundesvorsitzenden dieser rechtsextremen Partei im Jahr 1996 forciert wird. Im Schulterschluss mit militanten „Freien Kameradschaften“ etablierten Parteimitglieder so in vielen Regionen Deutschlands eine rechte Alltagskultur. Rechtsextreme Akteure, die zunehmend selbstbewusster in Freiwilligen Feuerwehren, Sportvereinen, Bürgerinitiativen, Gemeinde- und Kreisräten ihre demokratiefeindlichen und menschenverachtenden Positionen vertreten, sind keine Seltenheit mehr. Neben eigenen Musikversänden und –labels sorgen Erbschaften und die beiden NPD-Landtagsfraktionen in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern für eine finanzielle Absicherung der rechten Aktivitäten vor Ort. An Aktualität gewannen Speits Ausführungen über die „Heimattreue Deutsche Jugend“ durch eine Razzia bei führenden Funktionären der Organisation am selben Tag. In den frühen Morgenstunden durchsuchten Polizeibeamte bundesweit 80 Wohnungen und Büros, darunter auch ein Objekt in Wernigerode.

In der anschließenden Diskussion wurde von mehreren Besucherinnen und Besuchern der Wunsch nach weiterführenden Informationsveranstaltungen wie beispielsweise Projekttagen in Schulen vorgebracht. Eine Vielzahl von öffentlichen und freien Trägern in Magdeburg halten zu den Themen Rechtsextremismus, Rassismus, Migration und Demokratiestärkung Angebote vor. Weitere Informationen erhalten Sie bei der Koordinierungsstelle des Lokalen Aktionsplanes unter Telefon 0391 / 620 77 54 bzw. per Email lap-magdeburg@miteinander-ev.de sowie direkt auf den Webseiten der Kooperationspartner:

Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt
Hingucken! – Einmischen!
Katholische Erwachsenenbildung im Land Sachsen-Anhalt
Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt
Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt
Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt
Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt
Projekt für Toleranz und Demokratie
Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

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