Bündnis gegen Rechts fordert Ermittlungsbehörden zur Klärung der Tatmotivation auf

Totschlag Rick L. in Magdeburg
Bündnis gegen Rechts fordert Ermittlungsbehörden zur Klärung der Tatmotivation auf
Kundgebung „Augen auf gegen rechte Gewalt“ am Samstag in der Magdeburger Innenstadt

Das Bündnis gegen Rechts Magdeburg fordert Staatsanwaltschaft und Polizei auf, zu den jüngsten Medienberichten im Fall des Rick L. Stellung zu beziehen: „Die Öffentlichkeit hat ein Recht über die Hintergründe dieser menschenverachtenden Tat informiert zu werden. Sollten die Ermittlungsbehörden wider besseren Wissens die rechtsextreme Tatmotivation verschwiegen haben, ist dies gerade in Sachsen-Anhalt ein politischer Skandal. Die Verschleierung des politischen Hintergrundes der Tat durch die Behörden ist ein Schlag ins Gesicht vieler Menschen, die sich in Sachsen-Anhalt gegen Rechtsextremismus engagieren.“

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ schreibt in seiner aktuellen Ausgabe, dass sich der Tatverdächtige Bastian O. gegenüber den Ermittlern inzwischen zur Tat geäußert habe. So sei es in der Diskothek zu einem Streit zwischen den zwei jungen Männern gekommen, wobei Rick L. den gleichaltrigen Bastian O. als „Nazi“ beschimpft habe. Staatsanwaltschaft und Polizei haben die Medienberichte bisher weder bestätigt noch dementiert.

Der 20-jährige Student Rick L. wäre demzufolge nach Torsten Lamprecht (1992) und Frank Böttcher (1997) der dritte junge Mann, der in den letzten 15 Jahren durch rechtsextreme Gewalt in Magdeburg zu Tode gekommen ist. Ein Sprecher des Bündnis gegen Rechts ergänzt: „Der neuerliche Totschlag in Magdeburg zeigt, welche Folgen die menschenverachtende Ideologie der Rechtsextremen haben kann.“

In der Nacht zum 16. August 2008 wurde der 20-jährige Rick L. in der Nähe der Diskothek „Funpark“ in Magdeburg-Reform so schwer durch Schläge und Tritte verletzt, dass er an seinem eigenen Blut erstickte. Zwei Tage nach der Tat nahm die Polizei den wegen gefährlicher Körperverletzung, Volksverhetzung und räuberischer Erpressung zu einer Haftstrafe verurteilten Rechtsextremen Bastian O. fest. Die Staatsanwaltschaft beschrieb den dringend tatverdächtigen Mann zwar als eindeutig der rechtsextremen Szene zugehörig und wusste von einem tätowierten Hakenkreuz auf seinem Oberschenkel zu berichten, konnte aber nach eigenen Angaben keine weiteren Aussagen zur Tatmotivation machen.

Das Bündnis gegen Rechts ruft die Bürgerinnen und Bürger der Stadt auf, sich am Samstag, den 6. September 2008 an der Kundgebung „Augen auf gegen rechte Gewalt“ in der Magdeburger Innenstadt zu beteiligen. Die Veranstaltung beginnt um 11.00 Uhr an der Kreuzung Breiter Weg / Ernst-Reuter-Allee. „Wir wollen des getöteten Rick L. gedenken sowie ein friedliches und entschlossenes Zeichen gegen Rechtsextremismus und Gewalt setzen“, so der Sprecher des Bündnis gegen Rechts.

Kundgebung „Augen auf gegen rechte Gewalt“
6. September 2008, 11.00 Uhr
Kreuzung Breiter Weg / Ernst-Reuter-Allee
Magdeburg

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