Straßenfest „Schöner leben ohne Nazi-Nachbarn“

Oberbürgermeister und Landtagspräsident unterstützen Initiative von engagierten Magdeburgern

Nachdem in der ersten Augustwoche die Polizei im Stadtteil Alte Neustadt ein Treffen von rund 100 Rechtsextremen aus Sachsen-Anhalt und angrenzenden Bundesländern aufgelöst hat und dabei auf massive Gegenwehr stieß, haben sich couragierte Bewohner des Stadtteils, unterstützt von einer Reihe von kleinen Firmen, Läden, Künstlern, Vereinen und anderen gesellschaftlichen Organisationen spontan zusammengetan, um am Samstag, dem 23. August, in der Rogätzer Straße /Salzwedler Straße ein Fest „für Alt und Jung und eine bunte Neustadt“ unter dem Motto „Schöner leben ohne Nazi-Nachbarn“ zu organisieren.

Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper unterstützt diese spontane und engagierte Aktion: „Ich schließe mich dem Aufruf der Initiatoren – zeigt Zivilcourage und Engagement, bringt euch mit Ideen und Projekten ein. Zeigen wir der braunen Meute, dass hier kein Platz für sie ist!“ – mit Nachdruck an und fügt hinzu: „Tragen Sie mit Ihrer Anwesenheit am Samstag dazu bei, dass auch hier, in der Alten Neustadt, in dem fast 800 Jahre alten Stadtteil im Herzen von Magdeburg, der Mob keine Chance hat. Sorgen Sie mit dafür, dass Sie, Ihre Kinder, Nachbarn, Alte und Junge, hier weiter gern leben – im Sinne einer sympathischen, weltoffenen, lebens- und liebenswerten Stadt.“

Der „Sport- und Freizeittreff e.V.“, der die Räume, in denen sich die Rechtsradikalen trafen, gemietet hatte, hat sich als Reaktion auf das geplante Stadtteilfest mit einen Flugblatt an die Bewohner des Stadtteils gewandt.
Hier stellt sich der Verein als wohl national, jedoch verfassungskonform dar, verleugnet auch nicht die eindeutig politische Ausrichtung, sondern weist ausdrücklich auf die Nähe zu den „Freien Kameradschaften“ aus Sachsen-Anhalt und der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ hin. Diese Gruppierungen zeigen sich u.a. für die jährlichen Aufmärsche zum Jahrestag der Bombardierung der Stadt Magdeburg mit bundesweiter Beteiligung der rechtsextremen Szene verantwortlich.

„Diese Leute lehnen unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung als Basis unseres Zusammenlebens und damit auch jene Toleranz ab, die sie selbst für sich so nachdrücklich einfordern“, so Dr. Lutz Trümper. Der Präsident des Landtages von Sachsen-Anhalt, Dieter Steinecke, und der Beigeordnete für Kultur, Schule und Sport der Landeshauptstadt Magdeburg, Dr. Rüdiger Koch, werden zu Beginn der Veranstaltung um 15.00 Uhr sprechen.

Mit einem bunten Programm, bei Grillwurst und Bier, Aktionen für Kinder, Live-Musik u.v.a.m. wird die Alte Neustadt dann bis 23.00 Uhr ein ganz besonderes Stadtteilfest feiern.

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