Bündnis gegen Rechts und Miteinander e.V. fordern sofortige Schließung des Objektes

Nach der Auflösung eines Treffens von rund 100 Rechtsextremen im Magdeburger Stadtteil Alte Neustadt durch die Polizei am vergangenen Wochenende fordern das Bündnis gegen Rechts und Miteinander e.V. die Verantwortlichen auf, eine weitere Nutzung des Objekts zu unterbinden: „Die zuständigen Ämter der Stadt sollen unter Ausnutzung aller rechtlichen Möglichkeiten den Treffpunkt von Neonazis aus Magdeburg und Umland sofort schließen. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass es im Umfeld dieser Objekte zu Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund kommt.“ Nach Presseinformationen wurde über die Räumungsklage des privaten Vermieters seitens des zuständigen Gerichtes noch nicht entschieden.

Vor dem Bezug des Objektes in der Sieverstorstraße mietete der „Sport- und Freizeittreff e.V.“, eine Vorfeldorganisation der militanten rechtsextremen Szene in der Stadt, bereits eine ehemalige Schlecker-Verkaufsstelle in der Johannes-R.-Becher-Straße in Magdeburg-Nord an. Die Stadt verfügte nach einem fremdenfeindlich motivierten Angriff aus dem Lokal heraus auf Russlanddeutsche im Juli 2007 die sofortige Schließung. Über Jahre fanden dort Konzertveranstaltungen und Schulungen statt. „Diese festen Anlaufpunkte stabilisieren über Events sowie Infoveranstaltungen die rechtsextreme Szene und bieten zugleich einen niedrigschwelligen Einstieg für rechtsorientierte Jugendliche. Dies muss unterbunden werden“, so ein Sprecher von Miteinander e.V.

Zu den Vorstandsmitgliedern des „Sport- und Freizeittreff e.V.“ gehört u.a. Sascha Braumann, zugleich Vorsitzender des Kreisverbandes der „Jungen Nationaldemokraten“, der NPD-Jugendorganisation. Jüngst musste sich Braumann wegen Fortführung des 2000 vom Bundesinnenministerium verbotenen neonazistischen Musiknetzwerks „Blood & Honour“ vor dem Landgericht Halle verantworten. Zudem gehört er zu den Organisatoren des jährlichen Aufmarsches anlässlich des Jahrestages der Bombardierung Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg. In diesem Jahr reisten über 650 Neonazis aus Ost- und Norddeutschland hierzu an.

Geschockt zeigen sich die Vertreter des Bündnis gegen Rechts und Miteinander e.V. über die Gewalt gegen die eingesetzten Polizeibeamten, betonen aber zugleich, dass es solche Gewaltausbrüche beispielsweise auch im vergangenen Sommer bei einem ähnlichen Vorfall gab: „Bei der Auflösung eines von der Magdeburger rechtsextremen Szene organisieren Konzertes mit der italienischen Rechtsrock-Band ‚Hate for Breakfast’, zu dem 250 Besucher anreisten, wurde die Polizei mit Flaschen und Einrichtungsgegenständen beworfen.“ Die Einladung einer Band aus Italien im vergangenen Jahr wie die Anwesenheit von Rechtsextremen aus Brandenburg, Berlin und Niedersachsen an diesem Wochenende zeigen deutlich die überregionale Vernetzung des organisierten Rechtsextremismus in Magdeburg, ergänzt ein Sprecher von Miteinander e.V.

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