Produktive Unruhe im Gemeinwesen

Im Sommer des letzten Jahres machte am Rande des Dorffestes in Mügeln ein Mob Jagd auf acht Inder. Unter fremdenfeindlichen Rufen belagerten bis zu 40 Personen die Pizzeria, in der sich die Betroffenen in Todesangst verschanzt hatten. Der Bielefelder Soziologe Prof. Wilhelm Heitmeyer äußerte sich Tage danach in einem Interview mit tagesschau.de zum Vorfall und zu dem zeitgleich anlaufenden Bundesprogramm „Vielfalt tut gut.“. Er warb eindringlich für eine Überwindung der Jugendfixierung bei der Bekämpfung von Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Zugleich sollte die Verfasstheit des örtlichen Gemeinwesen hinsichtlich antidemokratischer und menschenfeindlicher Einstellungspotentiale stärker in den Blick rücken. Das Interview ist unter www.npd-blog.info nachzulesen. 

Wilhelm Heitmeyer, Jg. 1945, ist Professor für Soziologie und Direktor des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld. Er ist Leiter des Forschungsprojektes „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit – Empirische Langzeitbeobachtung menschenfeindlicher Einstellungen in der Bevölkerung“ (2002-2012).

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