Wiedereinweihung der Gedenkplatte für Frank Böttcher

Bündnis gegen Rechts weiht zum dritten Mal Gedenkplatte für ermordeten Punk Frank Böttcher ein
Sören Herbst fordert konsequente Bekämpfung des Rechtsextremismus in allen gesellschaftlichen Bereichen

Das Bündnis gegen Rechts Magdeburg weihte am Montagnachmittag die Gedenkplatte für den von Rechtsextremen ermordeten Punk Frank Böttcher ein. Stadtrat Sören Herbst (Bündnis 90/Die Grünen) wies auf die besondere Bedeutung des Tatortes für die Erinnerung hin: „Die Haltestelle in Olvenstedt ist zum Ort des Gedenkens an Frank Böttcher geworden und zu einem stillen Mahnmal für ihn und alle Opfer rechter Gewalt in Magdeburg, Sachsen-Anhalt und anderswo. Der Stein soll das Gedenken wach halten.“

In den zurückliegenden Monaten sammelten Mitglieder des Bündnisses Spenden, jedoch reichen die Zuwendungen bisher nicht zur Deckung der Kosten für die Wiederanbringung der Gedenktafel aus. Sören Herbst mahnte eine weitere kontinuierliche Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus in der Gesellschaft an: „Wir brauchen mehr Sensibilität in Wirtschaft, Politik und Kirche, wenn es darum geht, rechtsextremes Gedankengut als solches zu identifizieren und ihm dann konsequent entgegen zu treten.“

Im Rahmen der Kundgebung zeigte das Bündnis sechs Tafeln einer Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“. Sie porträtieren neben Frank Böttcher fünf weitere Personen aus Sachsen-Anhalt, die rechter Gewalt zum Opfer fielen, darunter den Punk Torsten Lamprecht aus Magdeburg und den Rentner Helmut Sackers aus Halberstadt. Die Tafeln sind Teil der Ausstellung „Opfer rechter Gewalt in Deutschland seit 1990“ der Künstlerin Rebecca Forner.

Frank Böttcher wurde in der Nacht zum 8. Februar 1997 von neonazistischen Skinheads an einer Haltestelle im Magdeburger Stadtteil Neu-Olvenstedt zunächst getreten und anschließend mit einem Messer mehrmals in den Rücken gestochen. Er erlag wenige Stunden später im nahegelegenen Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Einer der Täter gab später bei der Polizei an, er habe sich vom Äußeren des jungen Punks provoziert gefühlt. Der 1998 angebrachte Gedenkstein an der Straßenbahnhaltestelle „Krankenhaus Olvenstedt“ ist wiederholt geschändet, die Bronzeplatte zuletzt im Juni vergangenen Jahres von Unbekannten gestohlen worden.

Spendenkonto zugunsten der Wiederanbringung der Gedenkplatte:
Kontoinhaber: Miteinander e.V.
Kontonummer: 84 73 400
Bankleitzahl: 810 205 00
Kreditinstitut: Bank für Sozialwirtschaft Magdeburg
Verwendungszweck: Frank Böttcher

Gedenkstein
Seit Böttchers erstem Todestag, dem 8. Februar 1998, erinnert ein Gedenkstein am Tatort an den jungen Punk. Die Gedenkplatte wurde in der Vergangenheit wiederholt gestohlen.

Frank Böttcher
Das Bündnis zeigte an der Haltestelle sechs Plakate der Ausstellung „Opfer rechter Gewalt in Deutschland seit 1990“. Neben Böttcher fielen noch fünf weitere Menschen aus Sachsen-Anhalt rechter Gewalt zum Opfer: Thorsten Lamprecht, Willi Worg, Helmut Sackers, Alberto Adriano und Matthias Lüders.

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