Erste Magdeburger Schule trägt den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Anlässlich des 75. Jahrestages der Hinrichtung der von Hans und Sophie Scholl richtete das Geschwister-Scholl-Gmynasium in der Magdeburger Johanniskirche eine eindrucksvolle Gedenkveranstaltung aus. Gekommen waren über 500 Schüler/innen und ihre Lehrer/innen aber auch viele Stadträte und Landespolitiker. Unter ihnen der Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, der gerne die Patenschaft für die erste Magdeburger Bildungsstätte mit dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ übernahm.
Über die Veranstaltung berichtet Waltraut Zachhuber vom Bündnis gegen Rechts.

„Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“. Dieser Titel wurde am 22. Februar dem „Geschwister-Scholl-Gymnasium Magdeburg als erster Magdeburger Schule verliehen.  Das geschah in einer von vielen Schülerinnen und Schülern intensiv vorbereiteten Gedenkveranstaltung an die vor 65 Jahren ermordeten Münchner Studenten Hans und Sophie Scholl in der Johanniskirche. Diese Veranstaltung war zugleich eine eindrückliche und öffentliche Demonstration dafür, dass in der Schule viel getan wurde, um den Titel zu erwerben. Denn Hans und Sophie Scholl und ihre Widerstandsgruppe „Die weiße Rose“ sind  ja lebendige Beispiele für den  Kampf gegen Rassismus und Unrecht. Ihre Courage war zu ihrer Zeit lebensgefährlich. Durch den Nazirichter Freisler wurden die Scholls am 22. Februar 1943 zum Tode verurteilt und noch am gleichen Tage hingerichtet.
Schülerinnen und Schüler ließen Szenen aus dem Leben der Geschwister Scholl lebendig werden: Worte ihrer Flugblätter, Gespräche und Diskussionen der Studenten, Fragen nach dem Grund ihres Widerstandes und dem Sinn ihres Einsatzes. Sophie Scholls Traum von einer anderen Welt wurde getanzt. Und zwischen allen immer wieder Musik: der Schulchor, eine kleine Pianistin, mehrere Instrumentalisten. Natürlich gab es auch Reden: der Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper, der sich an dem Erfolg der Schule freute und ihr Mut für ihre „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wünschte, der Kultusminister Professor Hendrik Olbertz, der den Prozess der „Titelgewinnung“ begleitet hatte als der von den Schülern erwählte „Pate“, die für das Projekt zuständige Mitarbeiterin der Landeszentrale für politische Bildung, Cornelia Habisch, die ein großes Schild mit dem Titel für das Schultor und eine Urkunde überreichte. 
Zum Schluss waren fast alle Klassen in Aktion. Nach dem Text von Konstantin Wecker „Sagt Nein“ trugen  viele Schülerinnen und Schüler, was sie an den Scholls, an deren Gedanken und Tun  beeindruckt hat, auf die Bühne . Sie hielten Plakate, Spruchbänder und Schilder in die Höhe. Ein Meer von nachdenkenswerten Worten, Bildern, Symbolen. Das ließ keinen der Anwesenden unberührt. Eine Schule, die gemeinsam etwas bewegen will!
Eine solche allgemeine Beteiligung gehört zum Konzept von „Schule ohne Rassismus“, das vor 20 Jahren von belgischen Schülern erdacht wurde und inzwischen in ganz Europa bekannt ist: mindestens 70 Prozent der Lernenden und Lehrenden einer Schule müssen hinter der Idee stehen und das sogar auch mit ihrer Unterschrift  besiegeln, sonst kann der Titel nicht vergeben werden. Eine hohe Hürde. Aber wichtig, wenn „Schule mit Courage“ funktionieren soll.
Wer diese Veranstaltung miterlebte, kann sich vorstellen, dass das am Schollgymnasium klappen könnte.

Links:
Geschwister-Scholl-Gymnasium: http://www.gym-scholl-magdeburg.bildung-lsa.de/main.html
Initiative „Schule ohne Rassismus“: http://www.schule-ohne-rassismus.org/

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