Bündnis gegen Rechts zieht durchwachsene Bilanz nach Demonstrationen in Magdeburg

Das Magdeburger Bündnis gegen Rechts zieht nach den Demonstrationen gegen einen Aufmarsch von Neonazis am Sonnabend eine durchwachsene Bilanz. „Wir sind froh, dass heute in Magdeburg mehr als 1000 Gegendemonstranten ein deutliches Signal gegen Rechtsextremismus gesetzt haben.“, so ein Sprecher des Bündnis gegen Rechts.

Allein auf der Demo des Bündnisses gegen Rechts, die sich vom Westfriedhof bis zum Hundertwasserhaus zog, hatten sich 500 Menschen zusammengefunden, um gegen den Missbrauch des Gedenkens an die Bombardierung Magdeburgs am 16. Januar 1945 durch Neonazis, zu demonstrieren. Bei der Abschlusskundgebung sprachen unter anderem Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper, Innenminister Holger Hövelmann und der Vorsitzende des Miteinander e.V., Hans-Jochen
Tschiche. Trotz des Dauerregens hatten sich viele Magdeburger gegen Nazis auf die Straße bewegt, was vom Bündnis gegen Rechts als voller Erfolg gewertet wird.

Doch der Demo-Samstag hatte nach Einschätzung des Bündnisses gegen Rechts auch seine Schattenseiten. So kritisiert das Bündnis den polizeilichen Umgang mit einer Antifa-Demonstration, die sich in der Nähe der Schlusskundgebung des Bündnisses gegen Rechts befand. „Die Teilnehmer dieser Demonstration wurden von der Polizei grundlos stundenlang an einer Stelle festgesetzt und durften ihre Wegstrecke nicht wie geplant fortsetzen. Statt dessen ließ die Polizei dem Neonazi-Aufzug den Vorzug. Die Einsatzkräfte haben vor Ort eine katastrophale Informationspolitik betrieben und die Lage nahe an eine Eskalation geführt.“, so ein Sprecher des Bündnisses.

Als Skandal wertet das Bündnis gegen Rechts die Tatsache, dass es die Polizei dem Neonazi-Aufmarsch gestattete, unmittelbar am Denkmal für die in der Reichspogromnacht zerstörte Magdeburger Synagoge entlang zu marschieren. Diese Entscheidung muss dringend näher ausgewertet werden. „Das ist an Pietätlosigkeit nicht zu übertreffen und darf nie wieder passieren!“

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