Aufruf zum Protest gegen den Neonaziaufmarsch am 10. März in Dessau

Februar 24, 2012

Gelebte Demokratie staat brauner Ungeist
Gemeinsam Gesicht zeigen gegen den Neonzaiaufmarsch in Dessau
Aufruf des Netzwerkes Gelebte Demokratie Dessau-Roßlau

“Alljährlich im März marschieren Neonazis der freien Kameradschaften in Dessau-Roßlau auf. Mit einem sogenannten Trauermarsch versuchen die Rechtsextremisten die historische Tatsache der Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg umzudeuten und für ihre Propaganda zu nutzen. An die Stelle des Gedenkens an die Verstorbenen setzen die Neonazis ihre eigene Version der Geschichte, in der ausschließlich von deutschen Opfern die Rede ist und die wahren Verursacher des Krieges ignoriert werden. Diesen Geschichtsrevisionismus können und werden wir nicht unwidersprochen durch die Straßen ziehen lassen.
Die Erinnerung an die Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus ist Voraussetzung für eine kritische Aufarbeitung der Geschichte und damit Bedingung für eine demokratische Gesellschaft. Nicht zuletzt die schrecklichen Erkenntnisse im Zusammenhang mit der Neonazi-Terrorzelle und den Aktivitäten des Nationalsozialisten Untergrundes machen erneut in tragischer Weise deutlich, wie wichtig es war und bleibt, gegen diesen menschenverachtenden Hass einzustehen.
Ein demokratisches und tolerantes Gemeinwesen kann nicht ohne engagierte Menschen bestehen, die sich für die Belange Aller einsetzten.
Deshalb rufen wir alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, am 10. März 2012 Gesicht zu zeigen und damit gemeinsam für eine freie, offene und vielfältige Stadt einzutreten.
Zusammen wollen wir friedlich, bunt und kreativ gegen die Neonazis und ihre Propaganda demonstrieren.”

Nähere Infos und das Programm finden Sie hier.


Aufruf zu einer Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer rechtsextremistischer Gewalt

Februar 15, 2012

Der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände rufen gemeinsamen auf, am Donnerstag, den 23.Februar 2012, 12:00 Uhr, für eine Schweigeminute in der Arbeit inne zu halten, um der Opfer rechtsextremistischer Gewalt zu gedenken. Die Schweigeminute findet zeitgleich mit dem zentralen Staatsakt der Verfassungsorgane des Bundes für die Opfer rechtsextremistischer Gewalt statt.

“Die von rechtsextremistischen Gewalttätern verübten Morde, Raubüberfälle und Anschläge erfüllen die Menschen in Deutschland mit Abscheu und Entsetzen. Wir trauern um die Opfer. Unser Mitgefühl gilt den Familien und Freunden, die geliebte Menschen verloren haben”, erklärten Dr. Dieter Hundt, Präsident der BDA, und Michael Sommer, DGB-Vorsitzender, am Mittwoch in Berlin. “Wir sind tief betroffen, dass nach den Erfahrungen der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland diese entsetzlichen Verbrechen geschehen konnten.”

Beide hoben hervor, dass es an der Zeit ist, ein Signal gegen menschenverachtende rechtsextreme Gewalt zu setzen. “Gewerkschaften und Arbeitgeber treten gemeinsam ein für ein Deutschland, in dem Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus keinen Platz haben. Wir hoffen auf ein bundesweites Signal und rufen alle gesellschaftlichen Akteure auf, sich in der ihnen möglichen Form an der Schweigeminute zu beteiligen.”

Aus dem Aufruf:

“… Arbeitgeber und Gewerkschaften treten gemeinsam ein für ein Deutschland, in dem Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus keinen Platz haben. …
Im stillen Gedenken an die Opfer soll ein kraftvolles Zeichen gesetzt werden:
ein Zeichen der Trauer und des Mitgefühls mit den Opfern, ihren Familien und Freunden,
ein Zeichen der Verurteilung von Fremdenhass, Rassismus und rechtsextremer Gewalt,
ein Zeichen für die Vielfalt und Offenheit Deutschlands.”

Den gesamten Aufruf im Wortlaut finden Sie hier.


Informationen zum 13. Februar in Dresden

Februar 10, 2012


Mehr als 300 Menschen haben inzwischen den Aufruf „Nächstenliebe verlangt Klarheit – kein Naziaufmarsch, nirgendwo“ der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus unterzeichnet. Bei Dresden Nazifrei sind es bereits über 350.

Soweit derzeit bekannt ist, werden Autonome Nationalisten und Freie Kräfte aus Sachsen und den angrenzenden Bundesländern am 13. Februar um 18 Uhr zum Fackelmarsch nach Dresden kommen. Erwartet werden dabei rund 2.000 Neonazis. Inwieweit Neonazis aus dem Bundesgebiet und aus ganz Europa dann am 18.2. erneut nach Dresden kommen und eine Anmeldung der Jungen Landesmannschaft für einen Großaufmarsch wahrnehmen, hängt sicherlich auch davon ab, ob der Aufmarsch am 13. Februar verhindert werden kann.
Der Aufruf der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus und vieler anderer konzentriert sich daher gemeinsam mit „Dresden Nazifrei!“ erst einmal auf den 13. Februar.

So will auch Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland, erstmalig an einer Blockade teilnehmen. Er sagt dazu in einem Interview: “Es ist nicht mehr damit getan, schöne Sonntagsreden zu halten und zu beteuern, dass wir aus der Geschichte gelernt haben. Das wird doch schon seit Jahren getan und es hat sich nichts geändert. Wir müssen jetzt deutlich machen, dass wir diese Nazis nicht auf unseren Straßen haben wollen. Und dafür müssen wir Bürger der Justiz und der Politik klar machen, dass wir mit den Blockaden sehr wohl auf dem Boden des Grundgesetzes stehen. Wir nehmen unsere Rechte, in diesem Fall die Versammlungsfreiheit, Artikel 8 des Grundgesetzes, die nach herrschender Meinung auch Sitzblockaden schützt, sehr ernst und lassen uns nicht länger die Straße verbieten.”

Zu den Vorhaben im einzelnen:
Ab 12 Uhr Kundgebung der Gewerkschaften am Volkshaus, Schützenplatz 14. Diese Kundgebung kann als Sammelpunkt genutzt werden.
13.00 – ca. 17.00 Uhr ab Comeniusplatz: Mahngang “Täterspuren”. Nähere Infos zum geplanten Weg und zu den Orten selbst hier.
16.30 Uhr Sammelpunkt Dippoldiswalder Straße für alle diejenigen, die sich an dem christlichen Protest- und Blockadepunkt der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus im Kontext von “Dresden Nazifrei“ beteiligen wollen
17.00 – 18.15 Uhr »Mit Mut, Respekt und Toleranz – Dresden bekennt Farbe« Menschenkette um die Innenstadt und hinüber zum Neustädter Elbufer zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens vor 67 Jahren.

Nähere Infos beim Bündnis Dresden Nazifrei und der AG 13. Februar. Zum Hintergrund zu empfehlen: Broschüre “Dresden Speciale 2012″ von Der Rechte Rand und ak – analyse & kritik.


Gedenken an Frank Böttcher

Februar 8, 2012

Rund 60 Personen gedachten heute des Todes von Frank Böttcher vor 15 Jahren.

Der 17jährige Frank Böttcher war in der Nacht zum 8. Februar 1997 von einem Rechtsextremen ermordet worden, als er an einer Haltestelle in Neu-Olvenstedt wartete.

Spenden für einen neuen Gedenkstein und damit ein hoffentlich dauerhaft sichtbares Zeichen des Gedenkens erbitten wir auf das Konto des Bündnis gegen Rechts, Konto-Nr. 372 536 46 bei der Stadtsparkasse Magdeburg (BLZ 810 532 72).


15. Todestag von Frank Böttcher: Einladung zum Gedenken

Februar 2, 2012

In der Nacht zum 8. Februar 1997 wurde der 17jährige Frank Böttcher von einem Rechtsextremen ermordet, als er an einer Haltestelle in Neu-Olvenstedt wartete.
Das Bündnis gegen Rechts Magdeburg erinnert daran am Mittwoch, 8. Februar 2012 um 16.00 Uhr mit einer Kranzniederlegung. Die Magdeburger Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, sich an dieser Gedenkveranstaltung am Gedenkstein neben der Straßenbahnhaltestelle „Klinikum Olvenstedt“ zu beteiligen.

Zur Erinnerung an Frank Böttcher ließen antifaschistische Gruppen zum ersten Todestag einen Stein mit einer Gedenktafel am Tatort aufstellen. Wiederholt entwendeten vermutlich Rechtsextreme die Gedenktafel, zuletzt in der Nacht zum 16. Januar 2009.

Wir bemühen uns derzeit um eine dauerhafte Form der Erinnerung und möchten den bisherigen Gedenkstein durch einen neuen Stein mit eingravierter Inschrift ersetzen.
Zusätzlich wird sich in diesem Jahr im Mai der Todestag von Thorsten Lamprecht zum 20. Mal jähren. Da wir auch im Gedenken an ihn einen Gedenkstein errichten möchten, bitten wir um Spenden für beide Gedenksteine auf unser Konto.

Nähere Infos zum Hintergrund in einem Artikel aus der Zeit vom 11.04.2008.


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