Neues Design in Arbeit

November 23, 2011

An vielen Stellen laufen die Vorbereitungen für die Proteste gegen den Nazi-Aufmarsch am 14. Januar, so auch in der Öffentlichkeitsarbeit: Für die Internetseite der Meile der Demokratie entsteht derzeit ein neues Design, so auch für den Facebook-Auftritt der Meile der Demokratie.

Noch ganz neu ist unser Facebook-Auftritt des Bündnisses unter www.facebook.com/BgRMagdeburg, der natürlich ganz vielen Menschen und Organisationen gefallen soll.

In dem neuen Design entstehen derzeit auch die Plakate für die Meile und Werbeflyer für die zahlreichen über den Winter geplanten Veranstaltungen. So hoffen wir jetzt auf zahlreiche Verlinkungen und auf neugierige Plakatverteiler_innen, Unterstützer_innen und Veranstaltungsbesucher_innen…


Vortrag “Aus Kindern wurden Briefe” zur Auswanderung jüdischer Kinder und Jugendlicher aus Magdeburg während der NS-Zeit

November 22, 2011

Heute am 22. November 2011 findet um 17 Uhr in der Ratsdiele des Alten Rathauses ein Vortrag zum Thema “Aus Kindern wurden Briefe”. Die Auswanderung jüdischer Kinder und Jugendlicher aus Magdeburg in der NS-Zeit statt.

Referent ist Dr. Michael Abrahams-Sprod, Historiker an der Universität Sydney/Australien. Er hat vor wenigen Jahren eine Dissertation über das jüdische Leben in Magdeburg 1933 bis 1945 verfasst. Dabei stützte er sich auf archivalische Quellen und besonders auf Aussagen von heute in Australien lebenden Magdeburger Juden, die als Kinder und Jugendliche der Verfolgungs- und Tötungsmaschinerie der Nazis durch Auswanderung entkommen konnten.

Mit ihren zurückgebliebenen Angehörigen hatten sie, solange es möglich war, nur noch brieflichen Kontakt. Inzwischen sind einige der Zeitzeugen, die Dr. Abrahams-Sprod interviewt hatte, nicht mehr am Leben.

Ihre Aussagen und Erinnerungen aber bleiben – als Beitrag für die wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte jüdischen Lebens in Magdeburg und als Mahnung.

Veranstalter sind das Institut für Geschichte der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, das Stadtarchiv Magdeburg und der Förderverein Neue Synagoge e.V. Der Eintritt ist frei.


Gestrige Mahnwache mit ca. 70 Teilnehmenden

November 19, 2011

Der mdr hat in Sachsen-Anhalt heute darüber berichtet.


Denkmal der Alten Synagoge geschändet

November 17, 2011

Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr wurde letzte Nacht das Denkmal der Alten Synagoge in der Julius-Bremer-Straße geschändet. Mit schwarzer Farbe wurde der Schriftzug «Schande» auf das Mahnmal gesprüht und die davor abgelegten Kränze zerstört.


Aufruf zur Mahnwache am Freitag um 16:00 Uhr

November 17, 2011

Den Opfern rechter Gewalt ihre Würde zurückgeben

In den sich überschlagenden Medienberichten über die Mordserie sind die Opfer des rechten Terrors seltsam abwesend. Sie sind reduziert auf jene Schwarz-weiß-Fotos, welche die Behörden den Tatorten zuordneten. Die Opfer sind bislang nur Statisten in einem Fall, der alle Vorstellungen davon, wozu Neonazis in der Lage sind, sprengt.

Es gilt, ihr Schicksal und ihre Würde wieder herzustellen und ihrer zu gedenken. Über die Frage, wie es möglich war, dass eine Gruppe Neonazis über zehn Jahre unentdeckt rauben und morden konnte, sollten die Opfer und das Schicksal ihrer Angehörigen nicht aus dem Blick geraten.

Wir gedenken Theodoros Boulgarides, Michéle Kiesewetter, Habil Kılıç, Mehmet Kubaşık, Abdurrahim Özüdoğru, Enver Şimşek, Süleyman Taşköprü, Yunus Turgut, İsmail Yaşar und Halit Yozgat.

Wir gedenken aller Opfer rechtsextremer Gewalt. Wir erinnern an die 182 Menschen, die seit 1990 durch rechte, rassistische und antisemitische Gewalttäter_innen ermordet worden. Zugleich protestieren wir gegen die bisherige Entpolitisierung und Verharmlosung staatlicher Behörden, politisch Verantwortlicher aber auch der Öffentlichkeit in Bezug auf rechte Gewalttaten.

Wir widersprechen der Verharmlosung der Mordserie als „Dönermorde“ und fordern alle auf, bei Ausgrenzungen, rechten und rassistischen Angriffen nicht tatenlos zuzusehen, sondern einzugreifen.

Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt zu einer Mahnwache ein:
Freitag, 18. November, 16:00 Uhr
Ecke Ernst-Reuter-Allee/Breiter Weg


Bundeskanzlerin Merkel soll sich bei Opfern des rechten Terrors entschuldigen!

November 16, 2011

Presseerklärung der Bundesarbeitsgemeinschaft Demokratieentwicklung

Bundesarbeitsgemeinschaft für Demokratieentwicklung fordert die Bundeskanzlerin auf, sich bei den Angehörigen der Opfer des neonazistischen Terrors zu entschuldigen und die „Extremismusklausel“ abzuschaffen
Expert_innen fordern Behörden auf, die Vorstufen neonazistischen Terrors endlich ernst zu nehmen

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Demokratieentwicklung (BAGD) fordert die Bundeskanzlerin auf, sich bei den Angehörigen der Todesopfer der neonazistischen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ sowie den überlebenden Opfern der Nagelbombenanschläge in Köln für das komplette Versagen der Ermittlungsbehörden zu entschuldigen. „Unser Mitgefühl gehört den Opfern und ihren Angehörigen“, erklärten Sabine Seyb von der Opferberatung Reach Out und Pascal Begrich von Miteinander e.V. für die BAGD in Berlin. „Eine derartige Entschuldigung würde deutlich machen, dass das jahrelange Leiden der Familien endlich wahrgenommen wird.“ Hier müsse sich die Bundeskanzlerin an der norwegischen Regierung und deren Reaktion auf die Attentate in Oslo und Utoya orientieren. „Neonazistische Gewalt und Terror basieren auf einer Ideologie der Ungleichwertigkeit von Menschen. Die Bundesregierung muss jetzt deutlich machen, dass alle Menschen unabhängig von Hautfarbe und Herkunft geschützt werden.“

Zugleich kritisiert die Bundesarbeitsgemeinschaft die bisherigen Entpolitisierung und Verharmlosung staatlicher Behörden und politisch Verantwortlicher in Bezug auf rechte Gewalttaten. „Opferberatungsprojekte kritisieren seit Jahren, dass insbesondere rassistische Tatmotive von Ermittlungsbehörden nicht erkannt oder ernst genommen werden. „Die Strafverfolgungsbehörden dürfen die Entschlossenheit und Brutalität rechter, rassistischer und antisemitischer Täter_innen nicht länger zu verharmlosen,“ so Seybt. Begrich warnte davor, dass die Vorstufen zu organisiertem Neonaziterror flächdendeckend nicht ernst genommen würden. „Wir erleben sowohl in Ost- und Westdeutschland eine Zunahme von Brandanschlägen und gezielten Angriffen auf so genannte „politische Gegner“ durch organisierte Neonazis wie gerade in Berlin, Sachsen und Nordrhein-Westfalen,“ so Begrich. „Nicht nur wir wissen, dass die Neonazibewegung den Tod von ihren Opfern billigend in Kauf nimmt.“ Bislang jedoch würden die Behörden die Bedrohung verharmlosen.

Die Bundesregierung und CDU-geführte Landesregierungen wie in Sachsen verschwendeten viel Zeit und Energie darauf, die Projekte gegen Rechtsextremismus dazu zu zwingen, eine so genannte „Extremismusklausel“ zu unterschreiben. „„Statt der Arbeit gegen Rechts von staatlicher Seite mit Misstrauen und Kontrolle zu begegnen, sollten die Expertise und Erfahrungen gefördert und unterstützt werden.“ Im Gegensatz zu den Geheimdiensten „stellen wir unsere Analysen der rechtsextremen Gefahr öffentlich zur Verfügung,“ so Begrich.


Engagement gegen Rechtsextremismus verstärken

November 15, 2011

Zum Abschluss der ersten Fachkonferenz der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus unter dem Motto “Das Ganze verändern – nicht nur die Nische”, die am 11. und 12. November in Lutherstadt Wittenberg stattfand, erklärten die über 90 Teilnehmer_innen aus Kirche und Zivilgesellschaft, unter ihnen auch Mitglieder des Bündnis gegen Rechts Magdeburg:

Angesichts des tödlichen rassistischen Terrors militanter Neonazigruppierungen wie des “Nationalsozialistischen Untergrunds” (NSU) um die drei Thüringer Neonazis Uwe M., Uwe B. und Beate Z. und alltäglicher rechter Gewalt, fordern wir das innerkirchliche und gesellschaftliche Engagement gegen Ideologien der Ungleichwertigkeit zu verstärken. Das bedeutet auch, sich mit dem erschreckend großen Potenzial an Zustimmung zu rechtspopulistischen und rassistischen Positionen in den eigenen Kirchengemeinden und in der Gesellschaft intensiver auseinander zu setzen.

Einstellung aller Straf- und Ermittlungsverfahren/ Abschaffung der Extremismusklausel

Die Verharmlosung politisch rechts motivierter Gewalt und Organisierung sowie die Kriminalisierung und Diskreditierung derjenigen, die sich gegen extrem rechte Aktivitäten und Aufmärsche engagieren, muss spätestens jetzt beendet werden. Wir fordern die Einstellung aller Ermittlungs- und Strafverfahren gegen diejenigen, die wie der Jenaer Jugendpfarrer Lothar König gegen den Neonaziaufmarsch in Dresden 2011 protestiert haben. Viele von uns werden sich an Blockaden gegen Neonaziaufmärsche wie beispielsweise im Februar 2012 in Dresden beteiligen. Der „Beschluss zum Engagement gegen Rechtsextremismus“ der 4. Tagung der 11. Synode der EKD vom 9. November 2011 in Magdeburg bestärkt uns dabei ausdrücklich in unseren Anstrengungen.

Die so genannte „Extremismusklausel“ in den Zuwendungsbescheiden für zivilgesellschaftliche Projekte behindert und entmutigt zivilgesellschaftliches Engagement und muss abgeschafft werden. Staatliches Handeln, das rechtsextreme Aktivitäten duldet oder begünstigt, muss aufgedeckt und verurteilt werden.

Kirchliches Handeln

Wir fordern unsere kirchlichen Verantwortungsträger_innen auf, sich hinter kirchliche Akteur_innen zu stellen, die sich aktiv für Demokratie und Toleranz und gegen Rechtsextremismus engagieren. Zur zusätzlichen Sensibilisierung und umfänglichen Beschäftigung mit dem Thema halten wir es für besonders notwendig, die Ideologien der Ungleichwertigkeit in kirchlichen Ausbildungsstätten, der Erwachsenenbildungs- sowie der Kinder- und Jugendarbeit aufzugreifen, dazu thematische Veranstaltun¬gen in den Kirchengemeinden durchzuführen und Demokratiebildung zu stärken.

Unterstützung und Bleiberecht für „geduldete“ Roma

In vielen europäischen Ländern werden heute Roma und Sinti Opfer von Pogromen und staatlichen Repressionen. Im nationalsozialistisch besetzen Europa wurden 500.000 Sinti und Roma ermordet. Daraus ergibt sich eine historische Verantwortung. Deshalb fordern wir unsere Kirchengemeinden auf, allen betroffenen Roma Hilfe und Unterstützung anzubieten, die vor Diskriminierung, Verfolgung und rassistischer Gewalt aus ihren Herkunftsländern flüchten müssen und nach Deutschland kommen. Wir bitten die Kirchenleitungen, grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Kirchengemeinden zu initiieren und zu unterstützen. Darüber hinaus fordern wir ein Bleiberecht für alle „geduldeten“ Roma.

Die Teilnehmer_innen der Tagung „Das Ganze verändern – nicht nur die Nische“


Anne-Frank-Ausstellung hat noch Besuchstermine frei

November 9, 2011

Vom 29. November bis 21. Dezember wird im Roncallihaus die internationale Wanderausstellung “Anne Frank – Eine Geschichte für heute” zu sehen sein.

Insbesondere für Jugendgruppen und Schulklassen sind noch Besuchstermine frei. Die Gruppen werden dabei von ehrenamtlich von jungen Menschen bei ihrem Ausstellungsbesuch begleitet. Interessierte Gruppen und Schulklassen wenden sich bitte an Georg Halfter im Roncallihaus, Tel 5961-499.

Zudem finden zahlreiche Begleitveranstaltungen statt, die Sie dem Programm entnehmen können: jdj_111027_Flyer_AnneFrank_kl


Pogromgedenken am 9. November

November 8, 2011

Am Mittwoch, den 9. November um 15.00 Uhr laden die Landeshauptstadt Magdeburg und die Religionsgemeinschaften zum Pogromgedenken am Synagogendenkmal ein.
Es sprechen unter anderem Superintendent Michael Seils, die Vorsitzende der Synagogengemeinde Frau Galina Bartek, Dechant Pater Andreas und Bürgermeister Dr. Koch.
Die Gedenkveranstaltung wird von einem Bläserensemble musikalisch umrahmt.


“Demokratie braucht Stimme” Aufruf zur Beteiligung

November 4, 2011

Die nächste Meile der Demokratie in Magdeburg am Samstag, 14. Januar 2012, braucht wieder jede Menge demokratischer Impulse und Vorarbeit.
Sie sind eingeladen, sich daran zu beteiligen. Eine kleine Kunstprojektgruppe, die vor zwei Jahren schon einmal die Aktion „Mützen für einen klaren Kopf“ und danach die Aktion „Mein rechter, rechter Platz bleibt leer“ startete, lädt Sie diesmal herzlich dazu ein, einen Schal zu stricken, zu häkeln, zu filzen oder zu nähen. Die Schals werden dann mit dem Logo „Demokratie braucht Stimme“ versehen und am Meilentag gegen eine Spende abgegeben, die dann der Unterstützung einer Gruppe, die sich gegen Rechtsextremismus engagiert, zukommen wird.
Mit den Schals soll dann das Magdeburger Straßenbild demokratisch belebt werden, ferner können und sollen die Schals als Bänder bei einer geplanten Menschenkette gegen einen etwaigen Aufmarsch von Neonazis eingesetzt werden. Die Schal-Aktion soll von vielfältigen künstlerischen Aktionen (wie Straßentheater oder Lesungen) flankiert werden.
Bitte unterstützen Sie die Demokratie in unserer Stadt mit Ihrer Hand-Arbeit, die in diesem Fall auch spezielle Kopfarbeit sein wird.
Die Schals – ob für Kinder oder Erwachsene – können bis Ende Dezember im Cafe Krähe der evangelischen Hoffnungskirche, Krähenstieg 2, abgegeben werden.


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