Rückblick: Januar 2009

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitwirkende an der „Meile der Demokratie“,

Meile der Demokratieseit Ende der 1990er Jahre mobilisieren rechtsextreme Gruppen zu einem so genannten Trauermarsch nach Magdeburg. Sie nehmen hierbei den Jahrestag der Bombardierung der Stadt am 16. Januar 1945 zum Anlass, um historische Tatsachen zu verdrehen und aktive Geschichtspolitik in ihrem Sinne zu betreiben. Die öffentliche Präsenz von mehreren hundert Rechtsextremen, die zum Teil offen Bezug auf den Nationalsozialismus nehmen, stellt eine Herausforderung für die demokratische Stadtgesellschaft dar.
Das Bündnis gegen Rechts verfolgte in den zurückliegenden Jahren das Ziel, die Präsenz der Rechtsextremen im Stadtbild einzudämmen und öffentlich für eine verantwortungsvolle Erinnerung an die Schrecken des Nationalsozialismus einzutreten.
Dank der tatkräftigen Unterstützung von weit über 100 Mitwirkenden ist es am 17. Januar 2009 erstmals gelungen, den Breiten Weg auf seiner vollen Länge vom Universitätsplatz bis zum Hasselbachplatz in einen
Ort lebendiger Demokratie zu verwandeln.
Magdeburgerinnen und Magdeburger ebenso wie Gäste der Stadt konnten sich an den unzähligen Ständen über die Arbeit und Angebote von Vereinen, Verbänden sowie ehrenamtlichen Initiativen informieren. Auf vier Bühnen entlang der „Meile der Demokratie“ wurde ein buntes Programm aus Musik und Tanz sowie Statements von Vertreter/innen aus Politik und Gesellschaft geboten.
Als Veranstalter/innen zählten wir über 5.000 Menschen, die den gesamten Tag über Gesicht für ein demokratisches und tolerantes Magdeburg zeigten. Zugleich wurde ein rechtsextremer Aufmarsch durch den Breiten Weg, Magdeburgs geschichtsträchtige Magistrale, verhindert und damit zahlreiche Orte mit besonderer historischer oder politischer Bedeutung „geschützt“. Hierzu zählen neben dem Denkmal für die 1938 von den Nationalsozialisten zerstörte jüdische Synagoge, das Alte Rathaus als Sitz der Verwaltung sowie die in den zurückliegenden Jahren verlegten Stolpersteine zur Erinnerung an deportierte Jüdinnen und Juden.
Die breite Beteiligung an sowie die positive Resonanz auf die „Meile der Demokratie“ sind für uns Anlass, mit einem gewissen Stolz die „Produkte“ unserer Arbeit zusammenzutragen und Ihnen auf dieser Homepage zu präsentieren. Gerade das positive Medienecho zeigt deutlich, dass wir mit der „Meile der Demokratie“ ein innovatives, interessantes und letztlich erfolgreiches Konzept „auf die Straße“ gebracht haben.
Am 16. Januar 2010 Jahr jährt sich die Bombardierung Magdeburgs zum 65. Mal. Aus diesem Anlass wollen wir gemeinsam mit Vereinen, Verbänden, Kulturschaffenden, Schulen und Gewerbetreibende den Breiten Weg erneut in eine lebendige „Meile der Demokratie“ mit Informationsständen und Bühnenprogrammen verwandeln. Hierfür sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Sprechen Sie Mitwirkende in ihrem beruflichen und privatem Umfeld an und schicken Sie uns ihre kreativen Ideen und Vorschläge. Lassen Sie uns gemeinsam für eine demokratische Erinnerungskultur in unserer Stadt eintreten!