„Wir haben die Opfer rechter Gewalt nicht vergessen“

Februar 8, 2010

Bündnis gegen Rechts Magdeburg gedenkt Frank Böttcher

Das Bündnis gegen Rechts erinnerte am Montag Nachmittag mit einer Kranzniederlegung in Magdeburg an Frank Böttcher. Neonazistische Skinheads ermordeten den 17jährigen Punk in der Nacht zum 8. Februar 1997, als dieser an einer Haltestelle in Neu-Olvenstedt wartete. Er hatte sich zuvor im nahegelegenen Krankenhaus eine Handverletzung behandeln lassen. Gegenüber einer Krankenschwester berichtete er, dass er auf dem Weg von Rechtsextremen angepöbelt worden war. Frank Böttcher starb durch Tritte und mehrere Messerstiche in den Rücken. Ein gleichaltriger neonazistischer Skinhead gab später bei der Polizei an, er habe sich vom Äußeren des Punks provoziert gefühlt.
Ein Vertreter des Bündnis gegen Rechts wies in seiner Rede auf die Gefahr des Rechtsextremismus hin, die auch 13 Jahre nach der Tat insbesondere für politisch Andersdenkende und Migrant/innen besonders hoch ist. So wurde in den letzten Tagen ein Mann aus Mali in einer Magdeburger Straßenbahn beleidigt, in Wernigerode griffen Rechtsextreme ein SPD-Stadtratsmitglied an und in Salzwedel überfielen Neonazis ein Treffen in einem Alternatives Jugendzentrum.

Zur Erinnerung an Frank Böttcher ließen antifaschistische Gruppen zum ersten Todestag einen Stein mit einer Gedenktafel am Tatort aufstellen. Wiederholt entwendeten vermutlich Rechtsextreme die Gedenktafel, zuletzt in der Nacht zum 16. Januar 2009. Das Bündnis gegen Rechts bemüht sich derzeit um eine dauerhafte Form der Erinnerung. “Opfer rechter Gewalt sind mehr als nur eine Kennziffer in der Kriminalstatistik”, so der Vertreter des Bündnis in seiner Ansprache. “Sie haben einen Namen und eine Geschichte, an die erinnert werden muss. Es gilt an die Würde der Opfer zu erinnern, die ihnen kein rechter Schläger nehmen kann.”


Nur noch eine Woche bis zur Meile

Januar 9, 2010

Alle Magdeburgerinnen und Magdeburger sind aufgerufen, am 16. Januar 2010 von 12.00 bis 18.00 Uhr Gesicht für ein demokratisches und tolerantes Magdeburg zu zeigen. Über 100 Vereine, Initiativen, Parteien und Institutionen präsentieren sich und ihre Angebote auf dem gesamten Breiten Weg von Universitätsplatz bis zum Hasselbachplatz. Auf fünf Bühnen präsentieren zahlreiche Künstler/innen ein buntes Programm.

Aktuelle Informationen zur 2. “Meile der Demokratie” finden Sie auf der Sonderseite unter www.meile-der-demokratie.de


Die wichtigsten Entwicklung des Rechtsextremismus 2009

Januar 4, 2010

Die Redaktion des Internetportals Netz gegen Nazis hat die zehn wichtigsten Entwicklungen des bundesdeutschen Rechtsextremismus im Jahr 2009 zusammengestellt. Hier geht’s zum Artikel.


Vortrag “Im Schatten Dresdens?”

Dezember 18, 2009

Dr. Jörg Arnold spricht am 15. Januar 2010 in der Magdeburger Stadtbibliothek über das Gedenken an die Bombardierung

Am 16. Januar 2010 wird in Magdeburg zum zweiten Mal zur „Meile der Demokratie“ aufgerufen. Die zivilgesellschaftliche Initiative steht unter dem Motto „Gesicht zeigen! Für ein demokratisches und tolerantes Magdeburg!“ und richtet sich gegen den Missbrauch der Erinnerung an die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg durch rechtsextreme Gruppen.

Aus diesem Anlass lädt die Stadtbibliothek Magdeburg gemeinsam mit dem Verein Miteinander und dem Literaturhaus Magdeburg am Tag zuvor zu einem Vortrag von Jörg Arnold ein. Der Freiburger Historiker stellt am Freitag, 15. Januar, um 19.30 Uhr in der Zentralbibliothek, Breiter Weg 109, die Frage “Im Schatten Dresdens? Magdeburg und das Gedenken an den 16. Januar 1945″.
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Sonderseite zur 2. Meile der Demokratie

Dezember 18, 2009

Informationen zum Programm auf der 2. “Meile der Demokratie” finden Sie im Internet unter www.meile-der-demokratie.de


Meile der Demokratie auf Facebook

November 28, 2009

Freunde einladen und dabei sein: Die Meile der Demokratie auf Facebook


Der „Zug der Erinnerung“ macht Station in Magdeburg

November 12, 2009

Offizielle Eröffnung durch den Schirmherr OB Dr. Lutz Trümper am 16.11.2009 um 11.00 Uhr auf dem Hauptbahnhof

Vom 16. bis 18. November 2009 macht der „Zug der Erinnerung“ Station auf dem Magdeburger Hauptbahnhof und erinnert mit einer Ausstellung an die Deportation von Kindern und Jugendlichen, unter ihnen auch Magdeburgerinnen und Magdeburger, durch die Nationalsozialisten. Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper wird als Schirmherr die Ausstellung am 16. November 2009 um 11.00 Uhr auf dem Magdeburger Hauptbahnhof offiziell eröffnet.

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Aufruf zur BücherMeile für Demokratie

November 9, 2009

Die ökumenische Initiative “hingucken… denken… einmischen…” hat in den letzten zwei Jahren mit verschiedenen öffentlichen Aktionen, Stellung gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit bezogen. So ist zeigen viele Magdeburgerinnen und Magdeburger am Haus der Lehrer Gesicht gegen Nazis, eine Straßenbahn wirbt auf der Straße für mehr Toleranz. Für die “2. Meile der Demokratie” im kommenden Jahr plant die Initiative eine neue Aktion namens Bookcrossing und sucht hierfür Literatur zum Themenfeld, die dann am zweiten Januar-Wochenende in der Stadt kusieren werden. Im Folgenden dokumentieren wir den Aufruf.

Sie kennen unsere ökumenische Initiative “hingucken… denken… einmischen” in Magdeburg!?
Seit 2007 machen wir mit unseren Aktionen Menschen auf Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit aufmerksam. In diesem Themenkontext sind wir mit zahlreichen Akteur|innen vernetzt.

Meile der Demokratie

Im Januar 2009 fand in Magdeburg die erste “Meile der Demokratie” statt.
Dazu haben wir die politische Kunstaktion “Magdeburg zeigt Gesicht gegen Nazis!” am “Haus der Lehrer” installiert – ein bis heute sichtbares Zeichen des demokratischen Engagements der Magdeburger|innen.
Zur 2. Meile der Demokratie, am 16. Januar 2010, werden wir erneut mit einer Aktion in die Öffentlichkeit gehen und hoffen auf Ihre Unterstützung!

BücherMeile für Demokratie

Um die Menschen auf das Thema und die “Meile der Demokratie” aufmerksam zu machen, brauchen wir zahlreiche Bücher:
Informationen zum Rechtsextremismus, Bücher über Demokratie oder Zivilcourage, Sachbücher, Erinnerungen, Erzählungen zum Zweiten Weltkrieg und zum Holocaust, Romane, Krimis, Jugend- und Kinderbücher, die für Toleranz und Weltoffenheit werben, Bücher, die von den Nationalsozialisten verbrannt wurden, …
Diese Bücher werden von uns über www.bookcrossing.com registriert, mit einer Identifikationsnummer gekennzeichnet und gegen Witterungseinflüsse geschützt, um sie anschließend in Magdeburg zu verteilen.
Am 9./10. Januar lassen wir diese Bücher “frei”, d.h. wir verschenken sie auf der Strasse und legen sie in der Öffentlichkeit aus: in Hauseingängen, auf Bänken, an Haltestellen und Bäumen. Die Bücher sollen gefunden und mitgenommen werden.
Die Finder|innen eines Buches sind gebeten, ihren Fund mit einer Nachricht im Internet einzutragen, so kann mit etwas Glück, die weitere Reise des Buches verfolgt werden.
Dies ist das Prinzip von Bookcrossing, an dem sich weltweit über 800.000 Menschen beteiligen. In Deutschland sind es derzeit fast 55.000 Menschen.
Damit wir bei der Aktion viele Bücher “unter das Volk bringen” können, brauchen wir Ihre Bereitschaft, Bücher aus dem eigenen Fundus für dieses Bookcrossing abzugeben und uns diese bis zum 21. Dezember zukommen zu lassen.
Selbstverständlich werden wir in unserer Öffentlichkeitsarbeit – und in den Büchern – auf die Spender|innen der Bücher hinweisen.
Bitte bringen Sie uns Ihre Bücher bis zum 21. Dezember 2009 vorbei bzw. senden Sie uns diese an:

„hingucken… denken… einmischen“
c/o Bischöfliches Ordinariat, Maria Faber
Max-Josef-Metzger-Str. 1
39104 Magdeburg

Fragen direkt an: maria.faber [at] bistum-magdeburg [dot] de; Telefon 03 91 / 5 96 11 95.


Nach Riegers Tod: Kein Geld für NPD und Co.

November 5, 2009

Einem Bericht des NDR info zufolge, regelt ein Testament die Erbschaft des Hamburger Neonazis Jürgen Rieger. Demnach vermachte der umtriebige Rechtsanwalt und Immobilienbesitzer sein ganzes Vermögen den Kindern. Diese teilten jedoch nicht die Vorlieben des Vaters für Wehrmachtsfahrzeuge, Wehrsportübungen und eine völkische “Fruchtbarkeitsforschung”. Die NPD dürfte somit noch stärker in die finanzielle Krise geraten, nachdem der Bundesvize Rieger der Partei in den zurückliegenden Jahren mehrere Darlehen gewährt hatte.


Woche der jüdischen Kultur und Geschichte in Magdeburg 2009

Oktober 21, 2009

Donnerstag, 22. Oktober 2009
Ab 18.00 Uhr
Forum Gestaltung, Brandenburger Straße 10, Magdeburg
Eröffnung der Woche der jüdischen Kultur und Geschichte
Eröffnung der Ausstellungen
Begrüßung: Norbert Pohlmann, Geschäftsführer Forum Gestaltung
Grußwort: Dr. Lutz Trümper, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg
Musikalische Umrahmung: Chor „Koll Jehudim“, Leitung Svetlana Ozerskaia

Ausstellungen

Die Aktion Stolpersteine in Magdeburg, Forum Gestaltung
Julius Klinger – große Kunst ganz klein. Erinnerungen an den jüdischen Lehrer der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule zu Magdeburg. Forum Gestaltung

Neue Heimat Magdeburg – Fotografien und Bilder von Ina Berman, Verein „Meridian“
Musikalische Umrahmung: Daniel Laiter (Klavier)

Fotos vom Leben auf dem Lande oder Wenn Wundersamen aufgehen – Elena Kolcova, Verein „Ludwig Philippson“
Musikalische Umrahmung: Dobrin Stanislawow (Geige)

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