Juni 29, 2008
1521 Magdeburger Jüdinnen und Juden wurden Opfer der Shoa, darunter 287 Kinder. Am 18. März 2007 wurde in der Landeshauptstadt im Beisein des Oberbürgermeisters Dr. Lutz Trümper der erste “Stolperstein” für den 1933 von den Nazis aus dem Rathaus gejagten Bürgermeister Dr. Herbert Goldschmidt verlegt. Am 1. und 2. Juli 2008 lässt der Kölner Künstler Günter Demnig weitere dieser 10 x 10 cm großen Steine in den Gehweg ein - zumeist vor dem letzten selbstgewählten Wohnort der Opfer. Auf der Messingplatte finden sich neben Name, Geburtstag und der Ort sowie das Datum ihrer Ermordung.
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Juni 24, 2008
Das zweite Jahr in Folge ist die Neonazi-Liste „Studentische Interessen“ bei den Gremienwahlen an der Universität Magdeburg angetreten. Beide Male blieb die Gruppe, die 2007 von dem „Bundesschulungsleiter“ der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN), Matthias Gärtner, ins Leben gerufen wurde, erfolglos.
Doch immerhin hat die braune Liste ihre personelle und organisatorische Aufstellung verändert und somit bei den aktuellen Wahlen ein mehr als doppelt so hohes Ergebnis erreichen können. Waren 2007 insgesamt 224 Kreuze bei der rechtsextremen Liste zu verzeichnen, konnten die Neonazis nunmehr 586 Stimmen auf sich vereinigen. In mehreren Stellungnahmen im Internet, u.a. auf der Website des JN-Landesverbandes, feiern die Neonazis ihr in Wahrheit äußerst dürftiges Ergebnis als „bahnbrechenden Erfolg“ und kündigen an, „auch im kommenden Jahr die Misswirtschaft des Studentenrats offen legen und die wählbare Alternative anbieten“ zu wollen. Was die Liste der angeblichen „Studentischen Interessen“ verschweigt: Jeder Student darf bei den Wahlen zum Studentenrat bis zu 15 Stimmen vergeben, bis zu zwei auf eine einzelne Person. Wenn man davon ausgeht, dass die Wähler der „Studentischen Interessen“ ihre Stimmen soweit möglich auf die drei Kandidaten der Liste vergeben haben, käme man auf 98 Wähler. Zu viel freilich, aber kein Signal für angebliche Anerkennung durch immer größere Teile der Studierendenschaft. Immerhin sind mehr als 11.000 Studenten an der Magdeburger Universität immatrikuliert.
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Juni 19, 2008
Eine neue Straßenbahn in Magdeburg fragt ihre Fahrgäste:
„Neben wem wollen Sie sitzen?“
Magdeburg kann als vermutlich erste Großstadt auf eine Straßenbahn für Vielfalt verweisen. In Anwesenheit der Integrationsbeauftragten des Landesregierung, Kommunalpolitiker/innen, dem Polizeipräsideten sowie Vertreter/innen beider Kirchen wurde die Straßenbahn am Montag feierlich eingeweiht. Sie dient damit für die nächsten zwei Jahre als Plattform für kreative Aktionen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Spenden von Sponsoren sowie Gelder aus dem Lokalen Aktionsplan ermöglichten die Realisierung der Idee.

Neben wem wollen Sie sitzen? Neben der Sonnenanbeterin, dem Kleingärtner, dem Schreikind oder doch lieber der Ordensschwester?
Jedes Mal, wenn wir eine Straßenbahn oder einen Bus betreten, treffen wir – bewusst oder unbewusst – solch eine Entscheidung. Straßenbahnen und Busse sind Orte der Begegnung unterschiedlicher Menschen. Die Vielfalt der Menschheit trifft sich in einer Straßenbahn. Doch Straßenbahnen und Busse sind auch Angstorte und Orte von fremdenfeindlichen Pöbeleien und rassistischen Angriffen auf Fahrgäste. Es gibt Menschen, die deshalb Angst haben, Straßenbahn zu fahren, oder es gar vermeiden.
Weil wir uns damit nicht abfinden, sondern lieber die Vielfalt genießen und Straßenbahnen zu Orten menschenfreundlicher Begegnungen machen wollen, haben wir eine besondere Straßenbahn aufs Gleis gesetzt.
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Juni 12, 2008
Die ökumenische Initiative „hingucken…denken…einmischen“ bringt in Magdeburg eine Straßenbahn für Vielfalt auf die Schiene.
Die Gestaltung der Bahn nimmt das Motto des Europäischen Jahrs des interkulturellen Dialogs „Vielfalt gemeinsam erleben“ auf und macht es für die Magdeburger Öffentlichkeit spielerisch, selbst-kritisch und humorvoll erfahrbar.
Die Eröffnungsveranstaltung findet am 16. Juni 2008 um 11 Uhr im historischen Straßenbahndepot in Sudenburg, Halberstädter Straße 133, in 39112 Magdeburg statt.
Als Gäste werden u.a. Landespolizeidirektor Johann Lottmann, Vertreter beider Kirchen, Herr Holger Platz, Beigeordneter der Stadt Magdeburg sowie die Sponsoren und Unterstützer der Straßenbahn anwesend sein.
Die ökumenische Initiative „hingucken…denken…einmischen“, die von Miteinander e.V. unterstützt wird, hat sich im Sommer 2007 als Protest gegen die Eröffnung des Ladens „Narvik“ in der Grünen Zitadelle von Magdeburg gegründet.
Die Initiative organisierte eine Ausstellung zu rechtsextremer Symbolik. Mit 5.000 Besucher/innen wurde eine breite Öffentlichkeit innerhalb Magdeburgs aber auch über die Stadtgrenzen hinaus erreicht.
Im März 2008 wurde den Mitgliedern der Initiative für das Engagement der Preis im bundesweiten Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2007“ des Bündnisses für Demokratie und Toleranz verliehen.
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Mai 28, 2008
Vortrags- und Filmabend am 29. Mai um 19:30 Uhr an der Magdeburger Universität
Die Strategien der sogenannten “Neuen Rechten” kommen leider nicht mehr nur außerhalb unserer Universität zum tragen, sondern werden auch von Kommilitonen dieser Hochschule verfolgt. Zur kritischen Auseinandersetzung mit diesem Phänomen lädt das hochschulpolitische Referat des Studierendenrates der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg am Donnerstag den 29.05.2008, 19.30 Uhr zum Vortrags- und Filmabend “Die neuen Nazis und ihre Strategien” in den Hörsaal 5, Gebäude 16 ein.
Der Film “Die neuen Nazis” von Anke Jahns und Felix Pankok dokumentiert die Parlamentsarbeit der NPD und förderte Tatsachen ans Licht, die den völkischen und verfassungsfeindlichen Charakter der Partei immer wieder in Szene setzt. Anschließend wird David Begrich, Referent der Arbeitsstelle Rechtsextremismus des Miteinander e.V., in seinem Vortrag “Strategien der neuen Nazis” aktuelle Entwicklungen der Szene und das Vorgehen der Rechten in Magdeburg und im Land Sachsen-Anhalt. Diese Veranstaltung will politische Aufklärungsarbeit über die Ursachen von Rechtsextremismus leisten, sowie jene rechtsextremen Zusammenhänge aufzuschlüsseln, die für dieses ausländerfeindliche, antisemitische und rassistische Denkmuster so charakteristisch sind.
Wie bereits im vergangenen Jahr, so tritt auch in diesem Jahr die Gruppierung “Studentische Interessen” zu den Wahlen zum Studentenrat vom 2. bis 4. Juni 2008 an. Ihr Spitzenkandidat Matthias Gärtner ist aktives Mitglied des Bundesvorstands der “Jungen Nationaldemokraten” (JN).
Wir rufen alle Studierenden zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsextremismus und zur Teilnahme an den Gremienwahlen auf!
“Die neuen Nazis und ihre Strategien”
Datum: 29. Mai 2008
Beginn: 19:30 Uhr
Ort: Hörsaal 5 (Gebäude 16), Campus der Otto-v.-Guericke-Universität
Magdeburg
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Mai 22, 2008
Wir, das Bündnis gegen Rechts Magdeburg, danken allen Spenderinnen und Spendern recht herzlich, die mit ihrer finanziellen Unterstützung die Erinnerung an die Ermordung Frank Böttchers am Tatort möglich gemacht haben.
Seit 1998 soll ein Gedenkstein daran erinnern, dass der 17-jährige Punk sterben musste, weil er nicht in das Weltbild seiner rechtsextremen Mörder passte. Die Kosten für die Herstellung der wiederholt entwendeten Bronzeplatte und die anschließende Anbringung am Stein beliefen sich auf über 540,- Euro. Diese Summe wäre für unser Bündnis, welches nur durch das ehrenamtliche Engagement seiner Mitglieder getragen wird, unmöglich allein aufzubringen gewesen.
Daher sind wir Ihnen zu Dank verpflichtet.

Die Hamburger Wochenzeitung “Die Zeit” berichtete am 10. April 2008 über die Wiedereinweihung des Gedenksteins
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April 23, 2008
30. April 2008, 18.00 Uhr, Kulturhistorisches Museum
Nach mehr als einem Jahr Recherche in zahlreichen Archiven und insgesamt 25 Stunden Filmmaterial ist eine 50-minütige Dokumentation entstanden, in deren Mittelpunkt Erinnerungen von Menschen stehen, die sich noch lebhaft an das Grauen der 30iger und 40iger Jahre erinnern. Darunter sind in Magdeburg geborene Juden, die heute in Chile, Kanada, den USA und Australien leben und die ihrer Geburtsstadt im vergangenen Jahr einen Besuch abgestattet haben. Allen gemeinsam ist, dass sie den Holocaust überlebt haben, die meisten ihrer Verwandten und jüdischen Freunde jedoch nicht- sie wurden von Magdeburg aus in die Lager transportiert und dort ermordet.
Im Film zu Wort kommen auch nicht-jüdische Magdeburger, die sich noch an die Ereignisse im Zusammenhang mit Judenhetze und Verfolgung erinnern.
Gefunden haben die Macher des Filmes auch eine 4-minütige Filmsequenz, die die Ankunft von Magdeburger Juden im Warschauer-Ghetto zeigt. Es handelte sich um den ersten Massen-Transport aus Magdeburg, der am 14. April den Magdeburger Hauptbahnhof verlassen hatte.
Der Film (Buch und Regie: Julian Jostmeier) ist eine Produktion des Offenen Kanals Magdeburg in Kooperation mit der Hochschule Magdeburg-Stendal und der IGS Regine Hildebrandt. Unterstützt wurde er von der F.C. Flick-Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz, dem Kultusministerium Sachsen-Anhalt, der Medienanstalt Sachsen-Anhalt und der Wobau Magdeburg.
Der Einritt zu der Veranstaltung ist frei.
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
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April 21, 2008
Am vergangenen Freitag wurde der bundesweit erste Altkleidercontainer speziell für Kleidung der Marke „Thor Steinar“ seiner Bestimmung übergeben. Das Bündnis gegen Rechts Magdeburg stellte die Tonne gegenüber dem „Narvik“ im Hundertwasserhaus auf.
Getreu dem offiziellen Motto der Landeshauptstadt waren die beiden Verkäuferinnen des „Narvik“ sichtlich überrascht, als sie am Freitagmorgen eine verhüllte Tonne nur wenige Meter von der Eingangstür des Ladens entfernt vorfanden. Um 11 Uhr wurde die Altkleidertonne in Anwesenheit von etwa 40 Bürgerinnen und Bürgern feierlich enthüllt. Von allen vier Seiten ist deutlich der Spruch „Thor Steinar zu Putzlappen“ zu erkennen. Mitglieder des Bündnis gegen Rechts brachten zusätzlich Informationstafeln an, um auf die Bedeutung der in rechtsextremen Kreisen beliebten Modemarke für das Einsickern in der viel zitierten Mitte der Gesellschaft hinzuweisen. Ziel ist es, die seit Ende Juli 2007 regelmäßig stattfindenden Proteste so lange fortzuführen, bis der Laden schließt, so ein Sprecher des Bündnis.
Am Tag der Aktion meldete die Magdeburger Volksstimme, dass die Berufungsverhandlung um das Ladenlokal „Narvik“ vor dem Oberlandesgericht Naumburg nicht vor August eröffnet werden wird. Zum einen habe das Gericht Terminprobleme und zum anderen müsse die Räumungsklage noch einmal vor dem Landgericht Magdeburg verhandelt werden. Dieses hatte bereits am 13. Februar 2008 der Klage des Vermieters, dem Siedlungswerk St. Gertrud, entsprochen. In der Urteilsbegründung gab das Gericht an, dass Uwe Meusel, Mieter des Ladenlokals „Narvik“, dem Vermieter bei der Aufstellung der Sortimentsliste den Verkauf der Marke „Thor Steinar“ hätte angeben müssen. So hob das Gericht deutlich auf die gesellschaftliche Debatte um das Mode-Label ab: „In der Öffentlichkeit wird die Marke mit einem Bezug zur rechtsradikalen Szene wahrgenommen und dies gilt unabhängig davon, ob die Marke tatsächlich nur von Szeneangehörigen getragen wird.“ In Folge dessen sah das Gericht den Tatbestand der arglistigen Täuschung für gegeben und den Mietvertrag somit für nichts rechtskräftig. Der Verkauf im „Narvik“ geht unterdessen weiter.
Doch nicht nur in Magdeburg wird vor Gericht um „Thor Steinar“ gestritten. Wie die Frankfurter Rundschau am 16. April berichtete, wird der Prozess gegen die Media Tex GmbH wegen Verstoßes gegen das Markengesetz nicht vor dem Potsdamer Amtsgericht eröffnet. Das Gericht erklärte sich für „örtlich unzuständig“ und übergab die Akten an das Bonner Amtsgericht. Hintergrund war eine Anzeige des Staates Norwegen wegen „widerrechtlicher Verwendung staatlicher Hoheitszeichen”. Dass die norwegische Flagge auf unzähligen T-Shirts, Pullovern und Jacken der Marke „Thor Steinar“ gestickt worden war, war für Andreas Gaarder, den norwegischen Gesandten in Berlin, ein unerträglicher Zustand: „Wir wollen, dass unsere Staatsflagge als Symbol des demokratischen Norwegens nicht weiter in Verbindung mit dem rechtsextremen Milieu gebracht wird.“ In Folge der Anzeige erhielt die Media Tex GmbH einen Bußgeldbescheid über 2000 Euro vom Bundesamt für Justiz. Gegen diesen legte Uwe Meusel als Geschäftsführer Einspruch ein. Wann das Verfahren nun vor dem Amtsgericht Bonn eröffnet wird, ist noch offen. In der aktuellen Frühjahrskollektion hat die Media Tex GmbH bereits auf die Verwendung der norwegischen Flagge verzichtet – vermutlich rechnet sich die Firma vor Gericht keine großen Chancen aus.
Unterdessen wurden die Informationstafeln an dem Altkleidercontainer in der Magdeburger Innenstadt in der auf die Aktion folgenden Nacht bereits gewaltsam entfernt. Das Bündnis gegen Rechts ruft zu Spenden für die Wiederanbringung auf.
Kontoinhaber: Miteinander e.V.
Kontonummer: 84 73 400
Bankleitzahl: 810 205 00
Kreditinstitut: Bank für Sozialwirtschaft Magdeburg
Verwendungszweck: Thor Steinar zu Putzlappen

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April 17, 2008
18. April ab 11.00 Uhr: kreative Proteste gegen “Narvik”
Das Magdeburger Bündnis gegen Rechts lädt Sie für Freitag, den 18. April ab 11.00 Uhr zu einer kreativen Protestaktion vor dem Ladengeschäft “Narvik” im Hundertwasserhaus ein. Unter dem Motto “Thor-Steinar-Klamotten zu Putzlappen” werden Vertreterinnen und Vertreter des Bündnisses eine “Rücknahme- und Recyclingaktion” für Thor-Steinar-Kleidung starten.
Dafür wird ein geeignetes Objekt gegenüber dem “Narvik”-Laden aufgestellt. Um was genau es sich handelt, bleibt eine Überraschung. Die Installation soll mehrere Wochen vor Ort verbleiben und über die Bedeutung und die versteckte Symbolik der bei Neonazis beliebten Kleidungsmarke “Thor Steinar” informieren.
Mit der Aktion setzt das Magdeburger Bündnis gegen Rechts die Proteste gegen das “Narvik” fort, die seit der Eröffnung des Geschäfts Ende Juli 2007 regelmäßig stattfinden. Das Geschäft “Narvik” setzt seinen Verkauf derzeit ungehindert fort. Nach einem Urteil des Amtsgerichts Magdeburg, das die Räumung des “Narvik” anordnete, ist das Verfahren nunmehr vor dem Oberlandesgericht Naumburg anhängig.
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April 8, 2008
Bündnis gegen Rechts weiht zum dritten Mal Gedenkplatte für ermordeten Punk Frank Böttcher ein
Sören Herbst fordert konsequente Bekämpfung des Rechtsextremismus in allen gesellschaftlichen Bereichen
Das Bündnis gegen Rechts Magdeburg weihte am Montagnachmittag die Gedenkplatte für den von Rechtsextremen ermordeten Punk Frank Böttcher ein. Stadtrat Sören Herbst (Bündnis 90/Die Grünen) wies auf die besondere Bedeutung des Tatortes für die Erinnerung hin: „Die Haltestelle in Olvenstedt ist zum Ort des Gedenkens an Frank Böttcher geworden und zu einem stillen Mahnmal für ihn und alle Opfer rechter Gewalt in Magdeburg, Sachsen-Anhalt und anderswo. Der Stein soll das Gedenken wach halten.“
In den zurückliegenden Monaten sammelten Mitglieder des Bündnisses Spenden, jedoch reichen die Zuwendungen bisher nicht zur Deckung der Kosten für die Wiederanbringung der Gedenktafel aus. Sören Herbst mahnte eine weitere kontinuierliche Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus in der Gesellschaft an: “Wir brauchen mehr Sensibilität in Wirtschaft, Politik und Kirche, wenn es darum geht, rechtsextremes Gedankengut als solches zu identifizieren und ihm dann konsequent entgegen zu treten.”
Im Rahmen der Kundgebung zeigte das Bündnis sechs Tafeln einer Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“. Sie porträtieren neben Frank Böttcher fünf weitere Personen aus Sachsen-Anhalt, die rechter Gewalt zum Opfer fielen, darunter den Punk Torsten Lamprecht aus Magdeburg und den Rentner Helmut Sackers aus Halberstadt. Die Tafeln sind Teil der Ausstellung „Opfer rechter Gewalt in Deutschland seit 1990“ der Künstlerin Rebecca Forner.
Frank Böttcher wurde in der Nacht zum 8. Februar 1997 von neonazistischen Skinheads an einer Haltestelle im Magdeburger Stadtteil Neu-Olvenstedt zunächst getreten und anschließend mit einem Messer mehrmals in den Rücken gestochen. Er erlag wenige Stunden später im nahegelegenen Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Einer der Täter gab später bei der Polizei an, er habe sich vom Äußeren des jungen Punks provoziert gefühlt. Der 1998 angebrachte Gedenkstein an der Straßenbahnhaltestelle „Krankenhaus Olvenstedt“ ist wiederholt geschändet, die Bronzeplatte zuletzt im Juni vergangenen Jahres von Unbekannten gestohlen worden.
Spendenkonto zugunsten der Wiederanbringung der Gedenkplatte:
Kontoinhaber: Miteinander e.V.
Kontonummer: 84 73 400
Bankleitzahl: 810 205 00
Kreditinstitut: Bank für Sozialwirtschaft Magdeburg
Verwendungszweck: Frank Böttcher

Seit Böttchers erstem Todestag, dem 8. Februar 1998, erinnert ein Gedenkstein am Tatort an den jungen Punk. Die Gedenkplatte wurde in der Vergangenheit wiederholt gestohlen.

Das Bündnis zeigte an der Haltestelle sechs Plakate der Ausstellung “Opfer rechter Gewalt in Deutschland seit 1990″. Neben Böttcher fielen noch fünf weitere Menschen aus Sachsen-Anhalt rechter Gewalt zum Opfer: Thorsten Lamprecht, Willi Worg, Helmut Sackers, Alberto Adriano und Matthias Lüders.
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