Fest der Kulturen / Festival of Cultures am 7. Juni

Mai 30, 2012

Zum dritten Mal veranstalten die Interkulturellen Student_innen der Uni Magdeburg das Fest der Kulturen im Innenhofgelände der Festung Mark und präsentieren verschiedene Länder, die an der Universität und der Hochschule Magdeburg vertreten sind.

Möglichkeiten zur Begegnung wird es an zahlreichen Ständen geben und auf der Bühne werden Tanz, Theater und Gesangsauftritte geboten: als Special Act tritt die Latino Band “Los Cuban Boys” mit heißen Salsarhythmen auf.

Nähere Infos auch auf Facebook.


Bürger sagen Nein zu Nazi-Konzerten (in Nienhagen und anderswo)!

Mai 25, 2012

Ein Offener Brief des Bürgerbündnis für ein gewaltfreies Halberstadt und engagierten Bürger_innen aus Nienhagen

“Liebe MitBürgerinnen,

am 26.05.2012 steht in Nienhagen auf dem privaten Gelände der “Hopfendarre” erneut ein Open-Air-Konzert von und mit Akteuren und Bands der Neonazi-Szene bevor.

Es werden bis zu 1.200 Besucher aus dem extrem rechten Hooligan-Milieu und der militanten (europäischen) Neonaziszene erwartet.
Schon seit 2008 treten in Nienhagen extrem rechte Bands auf. Bereits mehrere Male stand die 1997 gegründete und in Nazi-Kreisen äußerst populäre Band “Kategorie C – Hungrige Wölfe” hier auf der Bühne.
Im vergangenen Jahr spielten mehrere Rechtsrock-Bands auf einer Veranstaltung im Ort. Von über 1.000 Neonazis wurden deutsche, englische und amerikanische Bands aus dem Umfeld des verbotenen neonazistischen “Blood & Honour”-Netzwerks bejubelt.
Zielgerichtet werden bei der Organisation solcher Events bevorzugt kleine Gemeinden als Veranstaltungsort in der Hoffnung gewählt, dass gerade hier wenig Widerstand aus dem bürgerlichen Lager zu erwarten ist.
Die Strategie der Neonazis, durch eine Großveranstaltung mit aggressiver, rassistischer und nationalistischer Musik Einfluss auf die Jugendszene zu gewinnen und für ihre menschenfeindlichen Politikangebote zu werben, ist für junge Leute nicht leicht zu durchschauen.
Die Konzerte dienen außerdem der Finanzierung von neonazistischen Personen, Strukturen und Netzwerken. Sie sind außerdem als Provokation der Bürgergesellschaft in Nienhagen und anderswo gedacht. Diesem Treiben müssen und werden wir gemeinsam und bestimmt entgegentreten.
Die unbedingte Wahrung der universellen Menschenrechte, der freiheitlichen Grundwerte, eines toleranten Miteinanders und einer praktizierten Zivilcourage sind für uns Voraussetzung und Vision eines demokratischen Gemeinwesens.
Wir rufen deshalb alle Menschen auf, friedlich und aktiv Gesicht gegen Neonazis, Menschenfeindlichkeit und gewaltverherrlichende Musik zu zeigen.

Link zum Brief mit allen Erstunterzeichner_innen: hier


Nächster Abendworkshop für Zivilcourage am 5. Juni im Opernhaus

Mai 14, 2012

Der nächste Abendworkshop für Zivilcourage im Rahmen des Projektes “otto greift ein” findet am Dienstag, 5. Juni im Opernhaus statt. Beginn ist um 18:00 Uhr im Café Rossini.
Karen Stone, die Generalintendantin des Theater Magdeburg, wird ein Grußwort halten. Danach geht es dann gleich in die praktische Arbeit. Die Teilnahme ist wie immer kostenfrei.
Die Veranstaltung ist als Fortbildungsveranstaltung weiterer Träger für Lehrkräfte in Sachsen-Anhalt anerkannt.

Zudem wird “otto greift ein” beim 17. Fest der Begegnung am Donnerstag, 17. Juni im Stadtpark von 10:00 – 15:00 Uhr regelmäßig kurze “Schnuppertrainings” und Impulse für zivilcouragiertes Handeln anbieten und mit einem Infostand vor Ort sein.

“Otto greift ein” ist ein gemeinsames Projekt von über 50 Akteuren und steht unter der Schirmherrschaft von Dr. Lutz Trümper, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg. Der Abendworkshop am 5. Juni findet mit freundlicher Unterstützung der Städtischen Werke Magdeburg und des Theater Magdeburg statt.


Benefizturnier für Gedenksteine

Mai 11, 2012

Dort werden Spenden für die Gedenksteine für Frank Böttcher und Torsten Lamprecht gesammelt und das Bündnis wird mit einem Infostand vor Ort sein.


20 Jahre nach dem Angriff auf die Elbterassen

Mai 9, 2012

“… Torsten Lamprecht zu erinnern heißt, jene Umstände zu erinnern, die seinen Tod ermöglichten und begleiteten. Von defekten Telefonen bis zu jenen aus der Politik, die damals die Schuld an dem Überfall den Punks zuweisen wollten. …

Im Gedächtnis dieser Stadt haben die Opfer rechter Gewalt einen prekären Platz eingenommen. Grab- und Gedenksteine wurden beschmiert und geschändet, die Naziszene verhöhnt die Opfer bis heute.
Es scheint als würde die Dimension rechter Gewalt immer nur für jenen Moment des Entsetzens begriffen, in dem es einen oder mehrere Ereignisse gibt, die ihre Existenz vergegenwärtigen. …

Die Opfer rechter Gewalt zu erinnern heißt, ihnen mehr einzuräumen als einen Gedenktag im Kalender. Es bedeutet jene Umstände im Blick zu behalten, in denen Menschen ausgegrenzt, diskriminiert und schließlich beleidigt und geschlagen werden. Dies recht bedacht, bedeutet, sensibel zu bleiben für das, was passiert, wenn Neonazis und Rassisten zuschlagen: mehr als nur Gewalt.
Torsten Lamprechts Tod erinnert daran, dass rechte Gewalt kein Einzelereignis ist. Sie ist als präsente Gefahr Herausforderung für die demokratische Gesellschaft. Diese Herausforderung muss beantwortet werden. Durch uns alle.”
(aus der Rede bei der Gedenkveranstaltung)


Gedenkveranstaltung zum 20. Todestag von Thorsten Lamprecht

Mai 7, 2012

Das Bündnis gegen Rechts Magdeburg erinnert am Mittwoch, den 9. Mai 2012 um 17:00 Uhr an den 1992 von neonazistischen Skinheads ermordeten Thorsten Lamprecht. Die Gedenkveranstaltung findet an der „Brücke am Cracauer Wasserfall“ / Ecke Burchardstraße statt. Dieser Veranstaltungsort befindet sich in unmittelbarer Nähe der ehemaligen „Elbterassen“, die vor zwanzig Jahren von Rechtsextremen überfallen wurden.

Zum Hintergrund
Am Abend des 9. Mai 1992 feierten etwa 30 Jugendliche der Magdeburger Punk-Szene den Geburtstag eines Freundes in der Gaststätte “Elbterassen” im Stadtteil Cracau.
Kurz vor Mitternacht rissen etwa 60 neonazistische Skinheads das Tor zum Gelände auf und begannen unvermittelt mit Baseballschlägern auf die Feiernden einzuschlagen. Einer der Angreifer schoss mit Leuchtkugeln auf die panisch fliehenden Gäste. Während des 30-minütigen Angriffs riefen die Neonazis immer wieder Parolen wie “Heil Hitler!” und “Sieg Heil!”. Der Betreiber der “Elbterassen” schilderte später seine Eindrücke des Überfalls gegenüber der Magdeburger Volksstimme: „Keiner von uns wusste, was hier eigentlich passierte. Es war, als ob ein Krieg ausbrach.“ Da das Telefon nicht funktionierte, kletterte er über eine Mauer um Hilfe zu holen. In einer Nebenstraße traf er auf mehrere Streifenpolizisten. Diese verweigerten jedoch jegliche Unterstützung mit den Worten “Wir sind zuwenig Leute.” Erst als die Angreifer bereits weg waren, traf die Verstärkung der Polizei am Ort des Geschehens ein. Dort versorgten bereits mehrere Notärzte die zum Teil schwerverletzten Partygäste. Acht von ihnen mussten in ein Krankenhaus eingeliefert werden – darunter Thorsten Lamprecht. Er erlag am 11. Mai 1992 seiner schweren Schädelfraktur.
Immer wieder wurden Anfang der 1990er Jahre Punks, Migrant_innen und linke Jugendliche von Rechtsextremen und Rassisten zusammengeschlagen. Neonazis überfielen Treffpunkte von Punks wie den “Knast” in Magdeburg-Neustadt und linke Wohnprojekte in Stadtfeld. Der Überfall auf die “Elbterassen” stellte den traurigen Höhepunkt dieser Reihe von rechts motivierten Angriffen dar. Jahre später beschrieb ein Freund des ermordeten Thorsten Lamprecht den Angriff als tiefen Einschnitt: “Aber seit dem 9. Mai 1992 ging es um Leben und Tod.”

Bemühen um dauerhafte Formen des Gedenkens
Das Bündnis gegen Rechts Magdeburg bemüht sich derzeit um eine dauerhafte Form der Erinnerung und möchte für Thorsten Lamprecht einen Gedenkstein errichten. Am 8. Februar 2012 jährte sich zudem der Todestag von Frank Böttcher zum 15. Mal. Im Gedenken an ihn wollen wir seinen Gedenkstein erneuern, der bereits mehrmals von Neonazis zerstört worden war. Wir bitten um Spenden für beide Gedenksteine auf das Konto des Bündnis gegen Rechts Magdeburg: 372 536 46 bei der Stadtsparkasse Magdeburg, BLZ 810 532 72.


Benefiz-Fußballturnier soll Gedenksteine ermöglichen

April 27, 2012

Am 12. Mai beginnt um 15:00 Uhr das “1. Soccer und Music-Event” in der Halle der Freundschaft in Fermersleben. Die dabei eingespielten Spenden werden für die Gedenksteine für Frank Böttcher und Thorsten Lamprecht verwendet.
Veranstalter sind die Landeszentrale für politische Bildung, die Sportjugend Magdeburg, der AQB, die Deutsche Polizei Gewerkschaft, die Landeshauptstadt und wir vom Bündnis gegen Rechts. Gespielt wird um den Fair-Play-Pokal des Oberbürgermeisters.
Mitspielen können Jugend- und Freizeitteams aus Schulen und Gymnasien sowie Freizeitteams. Anmeldungen sind bis einschließlich 7. Mai möglich unter jubp.pd-nord(at)polizei.sachsen-anhalt.de
Zwischendurch gibt es Live-Konzerte von Bands. So werden u.a. “Noch ist Zeit” und “A-Trio” dabei sein.

Nähere Infos in einem Artikel der heutigen Magdeburger Volksstimme.


“Könnten Sie bitte Hilfe holen?”

April 24, 2012

Courage beginnt bei den kleinen Dingen des Lebens.

Nächster Workshop am 2. Mai um 18:00 Uhr in der Otto-von-Guericke-Universität. Anmeldung hier.


“otto greift ein”: Einladung zum Auftakt des Zivilcourageprojektes am 19. April

April 13, 2012

Am Donnerstag, 19. April um 18:00 Uhr, geht es endlich los:

Dann startet offiziell “Otto greift ein”, das Projekt für mehr Zivilcourage in Magdeburg.

Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper, der Schirmherr des Projektes, wird das Projekt offiziell eröffnen. Gleich im Anschluss beginnen wir die inhaltliche und praktische Arbeit mit dem ersten Abendworkshop für Zivilcourage für alle, die einüben wollen, sich in Gewalt- oder Bedrohungssituationen zivilcouragiert einzumischen, und für alle, die dabei Angst haben und mutiger werden möchten. Denn jede und jeder kann lernen einzugreifen und die für sie / ihn passende und genehme Reaktion zu finden.

Wenn Sie an diesem ersten Abend am 19. April ab 18:00 Uhr im Hegel-Gymnasium mit dabei sein möchten, melden Sie sich bitte hier an. Die Teilnahme ist kostenfrei.

“Otto greift ein” ist ein gemeinsames Projekt von über 50 Akteuren und offen für Ihre Ideen und Ihr Engagement. Wenn Sie eine eigene Veranstaltung, eine eigene Aktion o.ä. zum Thema Zivilcourage in Magdeburg durchführen möchten, setzen Sie sich mit uns in Verbindung.

Mehr Infos: 120419 otto-greift-ein_flyer


Spendenaufruf: Gedenksteine Thorsten Lamprecht und Frank Böttcher

April 11, 2012

Das Stadtteilmanagement Südost hat schon vor einiger Zeit die Initiative ergriffen und Spendenaufrufe zu den Gedenksteinen für Thorsten Lamprecht und Frank Böttcher formuliert. Dies nehmen wir dankbar auf:

“Vielleicht kennen einige von Ihnen noch das Gartenlokal „Elbterassen”. Am Abend des 9. Mai 1992 endete gegen Mitternacht das Leben eines jungen Mannes. Nicht Krankheit oder ein Unfall waren die Ursache, sondern der blanke Hass rechtsradikaler Angreifer. Torsten Lamprecht hatte den Tod nicht verdient und doch musste er grundlos sterben. Bei einer gemeinsamen Feier im besagten Lokal, nahe des Cracauer Wasserfalls, geschah das Unfassbare. Mehre Dutzend rechte Schläger aus Magdeburg, Helmstedt und Wolfsburg stürmten bewaffnet mit Baseballschlägern die Veranstaltung, zertrümmerten das Interieur und griffen die wehrlosen Gäste an. Dass es sich bei Torsten und den anderen Verletzten um Punks handelte, erscheint aus heutiger Sicht umso niederträchtiger. Lange vor den politisch motivierten Morden der sogenannten NSU an Migranten, war das Ablassventil für den Hass und das Gewaltpotential der rechten Szene gleichsam fokussiert auf politisch links orientierte junge Erwachsene wie Torsten Lamprecht.

Die brutale Ermordung des 23jährigen war der Auftakt einer Welle rechter Gewalt, der in den folgenden Jahren noch zahlreiche Menschen zum Opfer fallen sollten. Seit vielen Jahren regt sich nun in der lokalen Bevölkerung der Widerstand. Insbesondere um den 16. Januar, den Jahrestag der Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg, setzt sich ein breites Bündnis der Bewohner der Stadt gegen ideologischen Geschichtsrevisionismus und rechtes Gedankengut ein.
Im Hinblick auf die Opfer, die rechtsextreme Gewalt seit Beginn der 90er Jahre stetig fordert, ist es jedoch an der Zeit mehr zu tun. Ein erster Schritt ist es Torsten Lamprecht ein Denkmal zu setzen und sich als Bürger neben der vorhandenen „Ottomanie” auch mit den Schattenseiten der städtischen Geschichte auseinanderzusetzen. Nur so ist es möglich die Geschehnisse und Fehler in lebendiger, mahnender Erinnerung zu behalten und gemeinsam dafür einzustehen, dass derartige gewalttätige Ausschreitungen, in der Landeshauptstadt und über ihre Grenzen hinaus, auf ewig verpönt und verurteilt sein mögen.

Nach der Ermordung Torsten Lamprechts im Jahre 1992 sollte Magdeburg nicht zur Ruhe kommen. Besonders die schweren rechten Ausschreitungen am Himmelfahrtstag 1994, bei der mehrere Migranten durch die Innenstadt gejagt wurden, machten deutschlandweit Schlagzeilen. Der traurige Höhepunkt rechtsextremer Gewaltstraftaten war jedoch noch nicht erreicht.
Am 08. Februar 1997 starb der 17 jährige Punk Frank Böttcher an der Endhaltestelle der Straßenbahn in Neu-Olvenstedt. Er wurde mit 7 Messerstichen niedergestochen. Anschließend wurde der leblose Körper auf menschenverachtendste Art und Weise mit Tritten traktiert und aufs Übelste entstellt. Mehr noch, in den Wochen nach diesem kaltblütigen Anschlag begannen Rechtsradikale Jagd auf den Bruder des Opfers, Peter Böttcher, zu machen. Dieser hatte sich gegenüber der Presse kritisch zur Strafverfolgung der Polizei geäußert und die allgegenwärtige Vermutung, Frank sei das Opfer einer politisch motivierten Straftat geworden weitergetragen. In Drohbriefen wurde er unter Druck gesetzt: „Wir kriegen Dich, genau wie deinen Bruder.” Dieser Drohung folgte eine Tat. Peters Wohnung wurde Anfang Januar 1998 von einer aufgebrachten Horde angegriffen. Zu diesem Zeitpunkt war er jedoch, im Gegensatz zu drei Freunden, nicht zuhause. Es gelang den Angreifern einen von ihnen auf der Flucht zu stellen und sie verletzten ihn, Gordon G., lebensgefährlich.

Diese Vorkommnisse beschreiben eines der düstersten Kapitel in der Geschichte der Landeshauptstadt der Nachwendezeit. Die bestehende Gedenktafel für Frank Böttcher wird seit einigen Jahren regelmäßig geschändet und entwendet. Daher ist es an der Zeit eine Lösung zu finden, die diesem verächtlichen Verhalten trotzt.

Wir möchten Sie bitten das Gedenken an die Opfer rechtsextremistischer Gewalt wach zu halten und die Aufstellung eines Gedenksteins für Torsten Lamprecht sowie die Erneuerung des Gedenksteins für Frank Böttcher durch das Bündnis Gegen Rechts (BGR) nach Möglichkeit finanziell zu unterstützen.
Bitte überweisen Sie zu diesem Zweck einen beliebigen Betrag auf das Konto des Bündnisses: Stadtsparkasse Magdeburg (BLZ 810 532 72) Kontonummer 372 536 46.”

Im Original finden sich die beiden Spendenaufrufe hier und hier.


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